Bad Aibling – Zum wiederholten Mal richtete die Gebirgsschützenkompanie Aibling das prestigeträchtige Bataillonsfest im Inn-Chiemgau aus (wir berichteten). Und gleichzeitig feierte die Aiblinger Gebirgsschützenkompanie auch noch ihr Fest der 45-jährigen Wiedergründung. Das Festwochenende begann mit der traditionellen Totenehrung, zu der die versammelte Gebirgsschützenfamilie von der Ausstellungshalle über die Krankenhaus- und Harthauserstraße zur geschichtsträchtigen Schützenkapelle unterhalb der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt marschierte.
Hoffnung auf
Frieden ausgedrückt
Bei fast 30 Grad und strahlendem Sonnenschein bot sich ein farbenprächtiges Bild der beteiligten Kompanien, wie sie sich vor der geschichtsträchtigen Schützenkapelle aufreihten. Dort begrüßte Diakon Klaus Schießl die Aiblinger Kompanie, befreundete Kompanien und die Festgäste.
Zuerst weihte er aber die renovierte Schützenkapelle ein. „Viele Hände haben hier gerührt und die gute alte Kapelle wieder in einen wunderschönen Zustand gebracht“, lobte er die vielen freiwilligen Helfer. Mit seinem Segen übergab er die Kapelle wieder ihrer Bestimmung. Anschließend gedachte Schießl besonders der verstorbenen Kameraden von 1705 und aller anderen Verstorbenen der Gebirgsschützenkompanie.
In den Fürbitten stellte Oberleutnant Uwe Hecht die Not der Sterbenden, der von Terror verfolgten und die vielen verzweifelten Menschen in den Mittelpunkt seiner Bitten. „Wir sind hier zusammengekommen, um in tiefer Ehrfurcht unserer verstorbenen Kameraden zu gedenken“, betonte Hauptmann Hermann Bogner. Auch er erinnerte explizit an die Verstorbenen der Sendlinger Mordweihnacht, aber auch der Gefallenen in den beiden unsäglichen Weltkriegen. Stellvertretend für alle nannte er Franz Kuchler von der eigenen Kompanie. Florian Stadler legte im Namen des Bataillons, Hans Luger und Oliver Eberl im Namen der Aiblinger Gebirgsschützenkompanie Kränze vor der Schützenkapelle nieder. Zum Lied vom „Guten Kameraden“ donnerten Salutschüsse und die Fahnen neigten sich zur Ehrerbietung vor der Kapelle.
Wie wichtig der Friede gerade heutzutage ist, zeigt ein Blick zurück in die Anfänge der Schützenkapelle. Die kleine Kapelle mit ihrem markanten spitzen Dach wurde am 17. Juni 1984 in einem großen Festakt eingeweiht. Pfarrer Holzner, der den Festgottesdienst zelebrierte, unterstrich in seiner Predigt schon damals die Bedeutung des Friedens. „Wir dienen dem Frieden, die Kapelle dient dem Frieden und sie sollte uns ständig an den Frieden erinnern.“ Und dieser Friede ist heute wichtiger und notwendiger denn je. Nach der Totenehrung marschierten die Kompanien über die Kirchzeile, Marienplatz und Kellerberg wieder zurück zur Festhalle.