Beschwingt in aller Herrgottsfrühe

von Redaktion

200 Tänzer in Tracht erfreuen sich beim Maxlrainer Morgentanzl an Walzer, Polka, Dreher und Landler

Maxlrain – Frühaufsteher sah man am Wochenende in Maxlrain. Ab 6 Uhr morgens tanzten sie im Wirtsgarten des Bräustüberls zu Walzer und Polka, schwangen das Tanzbein zu boarischen und Chiemgauer Tänzen. Beim Maxlrainer Kultursommer 2025 stand am Wochenende nämlich wieder das traditionelle Morgentanzl auf dem Programm.

Schon seit Anfang der 2000er-Jahre ist die Veranstaltung aus dem jährlichen Kalender nicht wegzudenken. „Und es wird auch im Programm des Maxlrainer Kultursommers bleiben, so lange eifrige Tänzer in der Früh um 6 Uhr auf der Tanzfläche sind“, betonte Geschäftsführerin Gertrud Vogl. Das Morgentanzl in Maxlrain ist auch deshalb so beliebt, weil dafür eigens ein Holzboden für die Tänzer aufgebaut wird und nicht auf dem Kiesboden oder auf einer geteerten Fläche (wie beim Kocherlball im Englischen Garten) getanzt werden muss, betonte Vogl.

Die Tänzer kommen nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern sind zum Teil auch von weit angereist wie beispielsweise aus dem Österreichischen. Auch in diesem Jahr fanden sich wieder über 200 Tänzer zu morgendlicher Stunde ein. Unter der bewährten Tanzleitung von Herbert Bogensberger und Christian Hengstberger vom Volkstanzkreis Rosenheim, die alle Tänze kurz und anschaulich erklärten, drehten sie ihre Runden.

Punkt 6 Uhr morgens setzten die Musikanten der Aichacher Bauernmusi zum Begrüßungsstückl an. Und bis zur Frühschoppenzeit spielten sie fleißig auf. So herrschte ständig Bewegung auf dem Tanzparkett unter freiem Himmel im Biergarten des Bräustüberls. Übrigens konnte jeder Tänzer oder Tänzerin seine Brotzeit auch selbst mitbringen oder aber Weißwürste von der Bräustüberl-Küche ordern.

Das Morgentanzl erinnert an die Tradition der Dienstboten-Bälle im 18. Jahrhundert. Die Dienstboten waren damals nicht nur wegen ihres Standes von den üblichen Tanzveranstaltungen ausgeschlossen, sondern mussten ihren „Herrschaften“ ständig zur Verfügung stehen. Lediglich am Sonntagfrüh hatten sie ein paar Stunden frei, die eigentlich dem Kirchgang vorbehalten waren. Kurzerhand organisierten sie am Sonntag in aller Früh ihre eigenen Tanzveranstaltungen, von denen die wohl bekannteste der „Kocherlball“ im Englischen Garten in München war. Geht man nach der Freude und den Spaß, den die morgendlichen Tänzer und Tänzerinnen hatten, dann gibt es das Morgentanzl in Maxlrain noch sehr lange. ws

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