Brannenburg – Am morgigen Mittwoch um 19 Uhr ist es so weit: Brannenburgs Bürgermeister Matthias Jokisch zapft im Festzelt an der Grafenstraße das erste Fass an. Und eröffnet damit elf „Feiertage“, die im Ort schon längst als die „Brannenburger Festwochen“ bekannt sind: Elf Tage, in denen die Doppeljubiläen vom Trachtenverein d’Sulzbergla und der Brannenburger Ortsteil-Feuerwehr gefeiert werden. Das Ganze auch noch gekrönt vom 105. Gaufest des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes.
Entsprechend viel Zustrom wird es geben: Für den ersten Festsonntag, den 13. Juli, der auch der Höhepunkt des Gaufestes ist, haben sich bereits über 5000 Trachtler angemeldet. Doch keine Sorge. Platz gibt es auch für alle anderen: Jene, die beim Kirchenumzug am Vormittag mit dabei waren oder beim großen Festzug am Nachmittag zugeschaut haben und dann auch für eine erfrischende Mass ins Zelt wollen: Das hat nämlich Platz für weit über 6000 Leute, den großen Biergarten noch gar nicht eingerechnet. So ein Mordsfest braucht natürlich Vorbereitung, und die über hundert Männer und Frauen, die man beim Zeltaufbau sehen konnte, sind nur die berühmte Spitze des Eisbergs: Im Hintergrund denken, planen und werkeln wesentlich mehr, gefühlt war der gesamte Ortsteil Brannenburg mit all seinen Vereinen in Sachen Fest unterwegs. Da kümmerte sich etwa – und das nur als ein Beispiel unter vielen – der Gartenbauverein um den gesamten Festschmuck, unterstützt durch eine 1000-Euro-Spende des Gewerbeverbandes. Und auch alle umliegenden Wirte und Metzgereien waren mit im Boot: Sie sorgten für die Verpflegung all jener, die beim Auf- und Ausbau des Zeltes zugange waren.
Das wiederum steht jetzt so groß und stolz da, als sei es für die Ewigkeit gebaut, und wartet auf seine Gäste. Und für die gibt es eigentlich jeden Tag einen Höhepunkt. Am Mittwoch, 9. Juli, eben den Bieranstich, am Donnerstag einen Blasmusikabend, am Freitag den Gauheimatabend, an dem bereits die ersten Trachtlergäste aus dem ganzen Gau erwartet werden. Und am Sonntag dann Kirchenzug und Festzug als die großen Höhepunkte des – nein, nicht des Festes, sondern nur der ersten Woche.
Denn nächsten Montag ist mit dem traditionellen Kesselfleischessen noch lange nicht Schluss. Es ist nicht wie sonst üblich der Ausklang eines Festes, sondern vielmehr ein Auftakt: der zum Feuerwehrjubiläum nämlich, das am Donnerstag, 17. Juli, mit einem Spanferkelessen beginnt, am Freitag, 18. Juli, mit einem Bier- und Weinfest weitergeht und am 20. Juli seinerseits mit einem großen Festsonntag endet. Und anders als in der ersten Woche ist der Samstag in der zweiten Woche – also der 19. Juli – kein Tag zum Ausruhen. Da sind nämlich das Gaupreisplatteln und ein Trachtenmarkt angesetzt.
Kurz: Wer sich in den kommenden zwei Wochen nicht unter die Feiergäste mischt, versäumt ein echtes Großereignis.Johannes Thomae