Tuntenhausen – Der Veteranen- und Kriegerverein Tuntenhausen feiert dieser Tage sein 180-jähriges Gründungsjubiläum. Dazu findet morgen, Samstag, ein großes Festprogramm statt.
Die Tuntenhausener Veteranen können auf eine lange Historie zurückblicken. 1845 bereits gegründet, sind sie der älteste Dorfverein in Tuntenhausen und zählen derzeit 164 Mitglieder. Der Verein fühlt sich allen ehemaligen Soldaten und Zivilisten verbunden, insbesondere denen, die Leid, Opfer und die schrecklichen Ereignisse der Weltkriege und der Kriegsgefangenschaft erfahren mussten. Zum mahnenden und ehrenden Gedenken hält der Verein jährlich Gedenktage ab, legt Kränze vor dem Kriegerdenkmal nieder und gedenkt so an diese finsteren Stunden.
Blick in die Dorfchronik
Ein Blick in die Tuntenhausener Gemeindechronik bringt etwas Licht in die Zeit vor 180 Jahren. So ist dort festgehalten: „Die aufgeführten Krieger haben nach ausgestandenen Kriegsgefahren und Leiden verbunden, auf das Fest der heiligen Jungfrau und heldenmütigen Blutzeugin Katharina einen Jahrgang zu stiften.“ Mit diesen Worten beginnt die Stiftungsurkunde des Vereins aus dem Jahre 1845. Da sich keine neuen Mitglieder mehr eintragen ließen, löste sich der Verein gegen Ende der 1860 er-Jahre allmählich auf. Erst 1919 trat der Verein wieder an die Öffentlichkeit.
Wie Konrad Krichbaumer, der Vorsitzende des Veteranenvereins berichtet, wurde am 2. Februar 1919 eine große Krieger-Heimkehrfeier abgehalten, bei der man sich entschloss, den gefallenen Kameraden des Ersten Weltkrieges ein Denkmal zu widmen. Zur Erinnerung und zum Dank für ihre glückliche Heimkehr gaben sie eine große Votivtafel in Auftrag. Im Mai 1921 wurde sie in die Kirche gebracht und einige Tage später fand die Feier zur Enthüllung des Kriegerdenkmales statt. Mit einer Feldmesse, Festzug und einem Konzert wurde dieses Denkmal-Mittelteil eingeweiht.
Dieser große Festtag wurde mit über 46 Gastvereinen und über 5000 Teilnehmer begangen. Für die damalige Zeit eine enorme Zahl. Als später eine neue Vereinsfahne angeschafft wurde und eine Fahnenweihe geplant war, entschloss man sich, zwei Gedenktafeln zu errichten. Mit den Namen der gefallenen Kameraden des Ersten und des Zweiten Weltkrieges wurden diese zwei Gedenktafeln am Friedhofsmauereingang errichtet.
Im Jahre 1957 wurde mit einer Fahnenweihe und der Einweihung dieser beiden Gedenktafeln das festliche Jahr begangen. Zwei Jahrzehnte später, im Jahre 1977, entschloss man sich, das Denkmal zu renovieren, und es mit den beiden Gedenktafeln am Friedhofsmauereingang zu erweitern. Ein Jahr später, 1978, wurde das Denkmal schließlich vereint und der Mittelteil und die beiden Gedenktafeln wurden neu eingeweiht.
Ein Denkmal
mitten im Ort
Seit 1978 steht es nun so wie es die Tuntenhausener heute kennen. Als ein besonderer Teil der Dorfmitte begeht man hier Volkstrauertage, Totengedenken und auch Fronleichnam miteinander.
Im Jahr 2014 wurde die alte Salutkanone wieder technisch wie optisch auf Vordermann gebracht und 2017 das Kriegerdenkmal erneut noch einmal renoviert.