Waldheim – Mit einem heiter-harmonischen und von der „Interessengemeinschaft“ bestens organisierten „Dorffest“ feierte der Bruckmühler Ortsteil Waldheim am vergangenen Wochenende sein 100-jähriges Bestehen. Den Auftakt bildete am Samstag ein Familienfest auf dem Kinderspielplatz, das der IG-Vorsitzende Thomas Völkl eröffnete.
Während sich die Erwachsenen dem reichhaltigen Kuchenbüfett, der „Grill-Abteilung“ und der Getränkestation widmeten und sich prächtig unterhielten, freuten sich die jungen Gäste über das vielfältige Spiel- und Spaßangebot. Sie konnten in der Hüpfburg herumtollen, ins Einsatzfahrzeug der Heufelder Feuerwehr einsteigen oder sich an deren Spitzenhäusl betätigen, sich auf „Rasen-Skiern“ fortbewegen, beim Stockschießen vergnügen oder treffsicher Nägel einschlagen.
Kettenkarussell
mit Muskelkraft
Stark frequentiert war auch das ganz spezielle Kettenkarussell: Es wurde komplett „mit erneuerbarer Energie“ per Beinarbeit mittels Fahrradantrieb bewegt. Viel beklatscht wurde der Auftritt der Tanzgruppe „Mangfall-Funken“, geleitet von Barbara Jung.
Das nachmittägliche Familienfest ging nahtlos in einen gemütlichen Sommerabend über, den Norbert Piprek als „Einmann-Kapelle“ mit Akkordeon und Gesang mit Oldies, Schlagern und Stimmungsliedern kräftig anreicherte.
Der Sonntag begann mit einem Festgottesdienst auf dem Kinderspielplatz. „Heute feiern wir einen bedeutsamen Meilenstein für Waldheim“, betonte Pfarrer Augustin Butacu eingangs. In seiner Predigt sprach er von „100 Jahren voller Leben, Wandel, Arbeit und Gemeinschaft“ und fügte hinzu: „Wir blicken nicht aus Nostalgie zurück, sondern aus Dankbarkeit“. Er ging auf die Entstehung der Siedlung ein und stellte fest: „In einer oft bitteren Zeit nach dem Ersten Weltkrieg hatten die Menschen nichts außer Hoffnung und Zusammenhalt. Sie träumten davon, auf einem eigenen Stück Land ein Haus zu bauen.“
Die Geschichte von Waldheim sei nicht anonym, sondern trage den Namen Josef Völkl. Waldheim bedanke sich aber auch bei den Frauen und Männern, nach denen keine Straße benannt wurde, aber die ihr Leben mit den anderen geteilt haben. Abschließend wünschte er: „Waldheim soll weiter ein Ort der Nächstenliebe der Offenheit und des Zusammenhaltes bleiben.“
Musikalisch würdig umrahmt wurde der Gottesdienst vom Heufelder Kirchenchor (Leitung: Markus Wallner) und von der Heufelder Blasmusik (Leitung: Sepp Dumberger), die am Ende die Bayernhymne intonierte. Angeführt von der Blasmusik und akustisch markant begleitet von den Böllerschützen der „Schützengilde Waldheim“ zog die „Festgesellschaft“ zur weltlichen Feier in den Gasthof „Waldschlößl“. Dort überbrachte Bürgermeister Richard Richter – er wirkte auch als Basstrompeter in der Blasmusik mit – die Glückwünsche der Marktgemeinde. Er wies auf den Pioniergeist und die Hartnäckigkeit bei der Gründung der Siedlung hin, die nach wie vor den Charakter eines Dorfes habe. „Waldheim ist der einzige der 46 Bruckmühler Ortsteile, der nicht nach außen, sondern nur nach innen wachsen kann. Das hat den Zusammenhalt gestärkt und Generationen haben Existenzen aufgebaut und weitergetragen.“ Er schloss mit dem Wunsch, dass die Waldheimer Vereinsstrukturen aufrechterhalten werden und bedankte sich bei Thomas Völkl für das gute Miteinander.
Im Namen des Heufelder Ortskartells gratulierte der Vorsitzende Christian Kastl. Der Marktgemeinderat hob die gute Zusammenarbeit mit den Waldheimer Vereinen hervor. Der IG-Vorsitzende Thomas Völkl ließ in seiner Rede die Geschichte Waldheims Revue passieren (wir berichteten), das anfangs „Neubrasilien“ genannt wurde. Die Namensgebung „Waldheim“ erfolgte 1954 auf Vorschlag von Babette Jung. „Heute, 100 Jahre nach der Gründung, fällt auf, wie sehr sich der Lebensstandard aller Waldheimer verbessert hat“, befand der Vorsitzende und führte als Beispiele dazu etwa die Qualität der Häuser und Straßen an. Ferner erwähnte er die Gründung der Ortsvereine „Schützengilde“ (1959) und „ESC“ (1971).
„Ein schönes Fleckchen Erde“
„Alles in allem ist Waldheim ein sehr schönes Fleckchen Erde zum Aufwachsen, Leben und Altwerden“ stellte er am Ende fest. Musikalisch umrahmt wurde der Festnachmittag von der Heufelder Blasmusik und der Familienmusik Wallner – beide Formationen erhielten viel Beifall für ihre flotten Weisen.
Überaus positiv fiel auch das Fazit der IG aus: „Das Fest hat auf eindrucksvolle Weise gezeigt, dass gelebte Gemeinschaft mit den Ortsvereinen, der Feuerwehr Heufeld und der Pfarrei St. Korbinian in Verbindung mit vielen Helfern ein aktives und vertrauensvolles Miteinander hervorbringt. Es war ein Fest voller Lebensfreude, Begegnung und Zusammenhalt – eine wertvolle Erinnerung.“