Leserforum

Hat sich die Behörde verkalkuliert?

von Redaktion

Zum Thema „Rückhaltebecken Feldolling“ (Lokalseite):

Die Erfolgsmeldungen bezüglich des Hochwasserrückhaltebeckens Feldolling hatten sich in der Lokalpresse für hellhörige Zeitgenossen in letzter Zeit verdächtig vermehrt. Die einen priesen den idealen Naherholungsaspekt des Bauwerks für Radfahrer und Hundebesitzer mit freiem Auslauf ihrer Lieblinge, die anderen die idyllischen, aber schattenlosen Seniorenruhebänke mit Bergblick in freier Natur. Grundton war immer, welcher Mehrfachgewinn für die Bevölkerung hier entstanden war.

Doch nun kam der Wende-Wumms: Die Wasserwirtschaftsbehörde musste im Gemeinderat beichten, dass kurz vor der Fertigstellung mit Verzögerungen zu rechnen sei. Trotz fachkundiger Planung bei einer zugesagten Entlastungsdrainage im Sinne trockener Keller für die Anwohner stellten jetzt neuere Wirtschaftlichkeitsüberlegungen und Naturschutzgrundsätze die Realisierung des Planfeststellungsbeschlusses infrage. Hat sich da jemand in einer Behörde unter dem Druck drohender Hochwassergefahr finanziell und technisch zweifelhaft verkalkuliert? Was sind schon zehn Zentimeter mehr oder weniger unkontrollierter Grundwasserzulauf im Keller eines Privathauses? Wenn man bedenkt, dass durch ein Gutachten die ursprünglich geplante, Feldolling entlastende Tegernsee-Vorabsenkung scheiterte, weil die Pflanzen im See durch zehn Zentimeter Wasserschwankung geschädigt worden wären, könnte das die Wut einiger Feldollinger Bürger noch steigern.

Bleibt nur zu hoffen, dass im Gemeinderat eine größere Mehrheit den Mut findet, den ursprünglich zugesagten Planungsgrundsatz „Keine Verschlechterung!“ einzufordern.

Dr. Otmar Rieß

Feldkirchen-Westerham

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