Hoffen auf baldige Besserung bei Bahn

von Redaktion

Die vergangenen zwei Wochen haben Zugreisende in der Region vor besondere Herausforderungen gestellt. Nun kamen kürzlich auch noch falsche Fahrplanauskünfte hinzu. Was das Bahnreisen zwischen dem Mangfalltal und München derzeit erschwert und wie es jetzt weitergeht.

Bad Aibling/Mangfalltal – „Da stimmt doch irgendwas nicht“, hat sich der ein oder andere Fahrgast zu Beginn dieser Woche beim Blick auf die Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn gedacht. Strecken, die derzeit eigentlich gesperrt sind, wurden etwa in der DB-App als normale Verbindungen angezeigt. Wohl dem, der sich darauf nicht verlassen hatte. Eine technische Störung, die sich in diesen Tagen gut einreiht in die Problematik Schienenverkehr. Seit nunmehr fast zwei Wochen hakt es in Teilen der Region ganz gewaltig, nachdem die BRB-Strecke zwischen München und Holzkirchen komplett lahmgelegt wurde, was insbesondere Auswirkungen auf Reisende aus dem Mangfalltal hat.

Schienenersatzverkehr
für Pendler

Beispielsweise Pendler, die zwischen Bad Aibling und München rotieren, müssen auf halber Strecke entweder auf Schienenersatzverkehr umsteigen oder die direkte Strecke komplett meiden. Vor allem aber brauchen sie mehr Zeit und Nerven. Grund für die Maßnahme, so teilte es die Deutsche Bahn mit, sind Schäden an mehreren Weichen im Bereich Deisenhofen, der an der Strecke zwischen Holzkirchen und Münchner Hauptbahnhof liegt. Laut Schätzungen der BRB sind auf dieser Strecke durchschnittlich insgesamt rund 10000 Menschen täglich unterwegs und derzeit von den Einschränkungen betroffen. Doch wann ist ein Ende der Beeinträchtigungen in Sicht?

Kurz nach Bekanntwerden der Streckensperrung offenbarte eine stichprobenartig ausgewählte Fahrt von Bad Aibling nach München das Ausmaß der chaotischen Zustände. Zahlreichen Schülern und Pendlern war hierbei der Frust ins Gesicht geschrieben, nachdem sie massive Verspätungen, überfüllte Abteile, verpasste Anschlusszüge und kurzfristige Ausfälle hinnehmen mussten. Gut eine Woche später zeigte sich bei einer vergleichbaren Verbindung eine etwas entspanntere Ausgangslage. Der BRB-Zug fuhr pünktlich am Bahnhof in Bad Aibling ein, verließ diesen im Zeitplan wieder und auch die Anschlussbahn war beim Umstieg noch nicht abgefahren. Kein Vergleich also mit der chaotischen Fahrt einige Tage zuvor, wenngleich die Erlebnisse beider Verbindungen nicht repräsentativ sind.

Und so richtig rund kann es unter aktuellen Bedingungen freilich auch nicht laufen. „Die Bewältigung dieser Streckensperrung ist für uns eine sehr große Herausforderung“, erklärt eine BRB-Sprecherin auf OVB-Nachfrage. Erschwerend kämen hier die besagten technischen Probleme mit der Fahrgastinformation hinzu. Die BRB hatte kürzlich über technische Probleme in eigenen und extern betriebenen Auskunftsmedien informiert. Dies führte zu jenen fehlerhaften Fahrplanauskünften, weshalb das Unternehmen die Nutzung der BRB-Website (www.brb.de) oder der MoBY-App empfahl. Die Probleme hingen vor allem „mit der komplizierten Struktur der Fahrplanauskunft deutschland- und europaweit zusammen“, hieß es. Darauf habe die BRB „so gut wie keinen Einfluss“. Doch wie die Sprecherin der Bayerischen Regiobahn gegenüber dem OVB nun erklärt, seien die Störungen inzwischen zum Großteil wieder abgestellt worden.

Doch es bleiben derzeit genügend Herausforderungen: „Neben der Organisation des Schienenersatzverkehrs mit Bussen war auch die Planung des Einsatzes unserer Fahrzeuge kompliziert“, sagt die Sprecherin. Weil für die Baumaßnahmen die Oberleitungen des Bahnhofes Deisenhofen abgeschaltet wurden und noch immer abgeschaltet sind, könne man dort nicht mit den eigenen Elektrotriebwagen aus dem Netz Chiemgau-Inntal fahren, sondern müsse diese durch Dieseltriebwagen aus dem Netz Oberland ersetzen. „Der logistische Aufwand ist riesig und auch der Bedarf an Triebfahrzeugführenden hat sich von einem Tag auf den anderen geändert, denn nicht alle können sowohl unsere Diesel- als auch unsere E-Fahrzeuge fahren.“

Die Belegschaft habe viele Sonderschichten eingelegt, um den Betrieb am Laufen zu halten. Klar ist aber auch, dass sich die Fahrgastbeschwerden über Verspätungen und Ausfälle zuletzt natürlich häuften, „aber das kann man den Reisenden auch nicht verdenken“, betont die BRB-Sprecherin. Doch nun gibt es Hoffnung auf baldige Besserung – zumindest nach und nach.

Ab 17. Juli wieder
Normalbetrieb?

So wurde der Abschnitt zwischen Giesing und Holzkirchen seit vergangenen Donnerstag schrittweise wieder für den Zugverkehr freigegeben. Die Deutsche Bahn arbeite mit Hochdruck an der Reparatur der Weichenschäden. Ab dem 17. Juli sollen alle Züge zwischen Holzkirchen und Giesing wieder regulär verkehren, hieß es in einer Mitteilung. Damit wäre auch die Bayerische Regiobahn (BRB) in und aus Richtung Oberland und Mangfalltal wieder durchgängig bis München unterwegs.

Artikel 1 von 11