Tuntenhausen – Auch heute noch kann man viel vom ältesten Verein der Gemeinde, dem Veteranen- und Kriegerverein Tuntenhausen, lernen: Dass die Schaffung und Bewahrung des Friedens bereits im kleinsten Kreis beginnt – in der Familie und im Miteinander mit unseren Mitmenschen. Und dass das mahnende und ehrende Gedenken an die verheerenden Weltkriege wachgehalten werden muss.
Nach einem beeindruckenden Festzug durch den Ort trafen die acht Fahnenabordnungen und elf Vereine am Feuerwehrhaus ein, wo sie, von vielen Gästen beklatscht, empfangen wurden. Unter den Gästen waren unter anderem Ehrenbürger Hans Thiel und Landtagsabgeordneter Sepp Lausch sowie die Geistlichkeit.
Frieden beginnt
immer im Kleinen
„Mit 180 Jahren ist der Veteranen- und Kriegerverein Tuntenhausen der älteste Verein in der Gemeinde“, berichtete Bürgermeister Georg Weigl in seinem Grußwort. Er wurde im selben Jahr gegründet, als der unvergessene König Ludwig II geboren wurde. „Da sieht man, wie alt der Verein schon ist“, ergänzte Weigl lächelnd und hob gleichzeitig die hohe Bedeutung von Soldaten und Veteranenvereinen heraus: Sie erinnern an vergangene Zeiten und an die Geschichte. Ihre Aufgabe ist es, das Andenken an die Opfer der Kriege wachzuhalten, damit das unermessliche Leid nicht in Vergessenheit gerät.
„Kriege anzetteln ist nicht schwer, aber Frieden schaffen umso mehr“, mahnte Weigl und verwies auf den aktuellen Ukraine-Krieg. In seinen Augen haben Kriege ohnehin nie Gewinner, sondern nur Opfer.
Vor seiner Festrede bedankte sich Veteranenvorsitzender Konrad Krichbaumer bei Diakon Josef Hilger für die vorausgegangene würdevolle Gedenkfeier am Kriegerdenkmal. Für die schwierigen 180 Jahre bis heute sprach er allen ehemaligen Mitgliedern und Kameraden großen Dank aus. „Aus genau diesem Grund halten wir jährliche Gedenktage ab, legen Kränze nieder zum mahnenden und ehrenden Gedenken“, so der Vorsitzende. Folgend blickte er noch einmal weit in die Geschichte zurück, in die Anfänge des Vereins, die 1845 begannen. Noch heute – und darauf ist Krichbaumer stolz – zählt der Verein über 160 Mitglieder. Ein Meilenstein in den Annalen ist 1921 die Errichtung des mittigen Hauptdenkmals, das aus der Idee von 1919 stammt. Damals wurde eine große Krieger-Heimkehrfeier abgehalten. Ein Festtag mit heutzutage fast unglaublichen Zahlen: 46 Gastvereine kamen nach Tuntenhausen, über 5000 Teilnehmer feierten mit.
Von der Vergangenheit spannte Krichbaumer den Bogen in die Gegenwart und die Zukunft. Ein wichtiges Vereinsanliegen ist die Förderung des Weltfriedens und die Schaffung und Erhaltung des Friedens schon im kleinsten Kreis. Nur wer Frieden dem Nächsten gibt, kann auch selber in Frieden leben, betonte der Redner. Am Ende war es ihm noch ein Anliegen, all den Menschen zu danken, die dieses Fest mit ihrer Mitarbeit erst ermöglicht haben: Diakon und Messnerin, Soldaten und die Dreder Musi, Feuerwehr und Bedienungen, der Familie Birmoser und Leonhard Schmelzer für die Werbung und die wunderbaren Tischtaferln, dem Gartenbauverein für den Tischschmuck und Marille Ehberger und Maria Franke für ihre Mühen ums Kriegerdenkmal.
Anschließend bekam der Verein noch einige Geschenke von den Patenvereinen aus Tattenhausen und Schönau. Auch der Ostermünchner Veteranenverein ließ es sich nicht nehmen, einen Geschenkgutschein zu überreichen. Am Ende durfte Krichbaumer zusammen mit Pius Graf, Obmann der Interessengemeinschaft der Krieger, Veteranenvereine und Soldatenkameradschaften im Landkreis, noch vier besondere Ehrungen vornehmen: die Überreichung des goldenen Abzeichen und des Goldenen Abzeichens am Bande.
Zwei besondere
Auszeichnungen
Anton Holzmeier ist schon seit 2006 Fahnenbegleiter und über 25 Jahre im Ehrenamt. Er erhielt das goldene Abzeichen. Gar das Goldene am Bande erhielten Wolfgang Strunz (seit 1988 Fahnenbegleiter, 37 Jahre im Ehrenamt), Josef Holzmeier (seit 1988 Fahnenbegleiter, seit 2006 Erster Fähnrich und 37 Jahre im Ehrenamt) und Josef Niedermeier (seit 1982 Schriftführer, über 43 Jahre im Ehrenamt). „Diese langjährige Treue zum Verein und zum Ehrenamt ist in unserer schnelllebigen Zeit nicht mehr alltäglich“ lobte Krichbaumer das Engagement der vier Männer. Mit der Bayern Hymne endete der offizielle Teil des Festabends.