Großer Ärger über verspätete Post

von Redaktion

Anfang Juli hatten zahlreiche Aiblinger Probleme mit Briefen und Paketen. Diese kamen deutlich zu spät oder teils gar nicht. Was die Kunden erlebten und wie sich die DHL erklärt.

Bad Aibling – Auch wenn oftmals nur unliebsame Rechnungen im Briefkasten liegen – eine fristgerechte Postzustellung sollte in der Regel funktionieren. Doch in Teilen Bad Aiblings war das zuletzt nicht immer der Fall. Gesprächsstoff boten jüngst viel zu spät gelieferte Briefe und Pakete, falsch eingeworfene Sendungen oder ganz ausbleibende Post. Ihrem Ärger Luft machten zahlreiche Aiblinger auf Facebook.

„Kommt bei euch auch in letzter Zeit nur noch unregelmäßig die Post an?“, schrieb dort eine Nutzerin Anfang Juli. „Wir vermissen mittlerweile bis zu fünf Briefe/Sendungen, die uns per DHL-App/Briefankündigung eigentlich schon angekündigt waren.“

Dabei sei es etwa im Bereich der Pfarrer-Braun-Straße und der Schönberger Straße zu den Zustellungsproblemen gekommen. Viele Aiblinger bestätigten die Problematik und berichteten von ähnlichen Erfahrungen in der Stadtmitte, der Röntgenstraße oder der Rosenheimer Straße. Hier war unter anderem von Sendungen die Rede, die zwei Wochen nach Poststempel ankamen. Doch woran liegt das und was sagt die Post selbst zu den Zuständen?

„Unsere Brief- und Paketzusteller liefern bundesweit regulär jeden Werktag rund 42 Millionen Briefe und rund 6,7 Millionen Pakete aus“, erklärt DHL-Sprecherin Sonja Radojicic gegenüber dem OVB. Natürlich könne man als flächendeckender Postdienstleister Unregelmäßigkeiten nicht gänzlich ausschließen. So gibt es immer wieder Fälle, in denen es aus unterschiedlichen Gründen zu betrieblichen Problemen kommen kann, etwa durch kurzfristige Erkrankungen oder Witterungseinbrüche, beschreibt Radojicic.

DHL bestätigt
Verzögerungen

Sie bestätigt auf Nachfrage eine vorübergehende Verzögerung in der Zustellung im besagten Aiblinger Bereich. „Die Probleme sind inzwischen behoben und die Rückstände abgearbeitet“, sagt Radojicic. Zudem werde man in diesem Bereich „engere Qualitätskontrollen“ durchführen. „In Einzelfällen kann es am Ende von Zustelltouren zu Abbrüchen aufgrund von Dienstzeitende kommen, sodass nicht alle Haushalte bedient werden können“, erklärt die DHL-Sprecherin. Davon betroffene Haushalte würden am nächsten Tag priorisiert zugestellt. „Wir beachten selbstverständlich die gesetzlichen Arbeitszeitregelungen. Unsere Beschäftigten werden auf der Grundlage von Stundenlöhnen bezahlt und nicht nach Anzahl der ausgelieferten Sendungen.“

In diesem Zusammenhang betont Radojicic, dass die Rahmenbedingungen derzeit sehr schwierig seien – die Briefmengen sinken, Transport- und Lohnkosten steigen, der Spielraum für Portoerhöhungen sei nicht ausreichend. Dennoch bekenne man sich zum Standort Deutschland und investiere weiter in die Modernisierung des Netzes, um eine noch effizientere Produktivität zu ermöglichen.

Klar ist, dass zum 1. Januar 2025 ein neues Postgesetz in Kraft getreten ist. Darin ist unter anderem geregelt, dass 95 Prozent der innerhalb Deutschlands verschickten Briefe spätestens am dritten und 99 Prozent am vierten auf den Einlieferungstag folgenden Werktag zugestellt werden müssen. „Wir bieten unterschiedliche Briefprodukte an, auch mit unterschiedlichen Laufzeiten“, sagt Radojicic. So gebe es vollbezahlte Briefe (zum Beispiel Standardbrief, 95 Cent), die in der Regel zwei bis drei Tage nach der Einlieferung (bei Beachtung der Einlieferungsschlusszeiten) zugestellt werden. Dies sei jedoch ein „Qualitätsziel, keine Laufzeitgarantie“.

Laut DHL habe man aufgrund der sinkenden Briefmengen seit Längerem damit begonnen, die Bearbeitung von Briefsendungen anzupassen. So sei die Sortierung von Sendungen mit einer Laufzeit von bis zu vier Tagen nach Einlieferung wie Werbesendungen auf einen A-Teil und einen B-Teil der Zustelltour schon seit einer Weile etabliert. „Damit nutzen wir die Möglichkeit, die Sendungsmengen durch die Sortierung in den Briefzentren möglichst effizient für die Zustellung zu steuern“, was auch dazu führe, dass Sendungen für einen Haushalt stärker gebündelt und dann zeitgleich ausgeliefert werden. Radojicic versteht deshalb, wenn der Eindruck entsteht, dass die Hauspost „schwallartig“ ankommt. Verluste seien hingegen die große Ausnahme.

Anruf bei der
Kunden-Hotline

Laut DHL helfe zur erfolgreichen Zusendung etwa ein Namensschild an Briefkasten oder Klingel, Hausbriefkästen außen oder innen sollten zugriffsicher sein, eine leserliche Anschrift helfe den Mitarbeitern der Post ebenso. Bei Beschwerden können sich Kunden über unterschiedliche Kanäle melden, etwa per Telefonanruf auf der zentralen Kunden-Hotline 0228/4333112.

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