Bad Aibling – „Für Dich soll’s rote Rosen regnen“ – mit diesem Lied von Hildegard Knef begann auf dem Aiblinger Friedhof die Trauerfeier für Erika Blindhammer, die im Alter von 90 Jahren plötzlich und völlig unerwartet verstarb.
Stadtpfarrer Philipp Kielbassa zitierte bei der Aussegnung aus dem Johannes-Evangelium: „Es ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am jüngsten Tag.“ Anschließend blickte er auf das Leben der Verstorbenen zurück, die am 23. Juli 1934 in Rosenheim zur Welt gekommen war.
Sie ging dort zur Schule und absolvierte ihre Ausbildung zur Damen- und Herrenschneiderin. Anschließend war sie viele Jahre in der Rosenheimer Kleiderfabrik Bauer beschäftigt und machte sich später mit einem eigenen Schneideratelier selbstständig. Fleiß, Zuverlässigkeit und der empathische Umgang mit ihrer Kundschaft zeichneten sie dabei aus.
Aus ihrer Ehe mit Adalbert Ganter gingen die Kinder Winfried und Natascha hervor. 1994 heiratete sie in zweiter Ehe ihren Mann Matthias, der 2020 verstarb. Mit ihm unternahm sie mit dem Wohnmobil viele Reisen in Deutschland und in benachbarte Länder.
Im März 2024 zog sie in ihre Wohnung im Senioren- und Pflegeheim Wittelsbach um, wo sie die Hausgemeinschaft schätzte.
Seit 1984 war sie Mitglied beim „Theater Aibling“ und stand 25 Jahre lang auf der Bühne. Außerdem unterstützte sie die Theater-Nachwuchsgruppe und auch die „Faschingsgilde“ mit dem Schneidern, Ändern oder Ausbessern von Kostümen.
Sie gehörte ferner dem „Katholischen Frauenbund“ sowie – zusammen mit ihrem Mann – dem „Kirnsteyner Ritterbund“ an. „Kurz vor der Aufnahme in den Pflegebereich hat sie sich auf leisen Sohlen verabschiedet“, schilderte der Geistliche abschließend.
Für den „Kirnsteyner Ritterbund“ nahm Cornelia Walz Abschied von der Verstorbenen, die nicht nur Mitglied, sondern auch Freundin war. „Sie hat viele Kapitel mit Heiterkeit gewürzt und ihre Lebensfreude und ihr Humor bleiben uns erhalten“, betonte sie. Die Ritterbund-Abordnung trug am Ende gemeinsam ihren Wahlspruch vor: „Becherklang und Minnesang gilt auf Burg Kirnsteyn ein Leben lang.“ bjn