Tuntenhausen – Sein Gründungsfest zum 180-jährigen Bestehen feierte der Veteranen- und Kriegerverein Tuntenhausen. In der Rückschau spiegelte sich die Sorge in den Gesichtern der Beteiligten angesichts der vielen aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen auf unserer Welt.
Elf Vereine und acht Fahnenabordnungen säumten das Kriegerdenkmal zur Gedenkfeier und boten einen würdigen Rahmen für das Gründungsfest. Das wunderbare, sonnige Wetter tat sein Übriges dazu. Feierlich zogen dann Diakon Josef Hilger, die Ministranten, die Mesnerin und die Kranzträger zum Kriegerdenkmal, wo die Feier von der Dreder Musi umrahmt wurde.
Hoffnung auf friedvolle Zukunft
Diakon Josef Hilger betonte, dass die Veteranenvereine heute eine lebendige Erinnerungskultur und eine Mahngemeinschaft für den Frieden seien. Sie seien auch heute noch von Bedeutung. Der Geistliche sieht in ihnen eine wichtige Stütze des gesellschaftlichen Miteinanders – gerade in einer Zeit, in der viele Konflikte zeigen, wie schwer es den Menschen fällt, friedlich zusammenzuleben.
In seiner Ansprache betonte Hilger, dass die Treue Gottes für ihn keine leere Worthülse sei. Er erinnerte an das Leid der Soldaten in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs, an die eingekesselten Städte im Zweiten Weltkrieg sowie an die ausweglose Situation der Kriegsgefangenen. Besonders bewegend war sein Verweis auf die „Madonna von Stalingrad“, jenes bekannte Bild, das der deutsche Arzt und Pfarrer Kurt Reuber 1942 während der Kesselschlacht von Stalingrad zeichnete. Heute hängt das Werk als Mahnmal für Frieden und Versöhnung in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin.
Hilger: „Was hinter uns liegt, was uns heute begegnet und was vor uns liegt – legen wir all das in Gottes Hand.“ Vorsitzender Konrad Krichbaumer erinnerte bei den Fürbitten, dass alle verstorbenen Mitglieder einen festen Platz in unserer Mitte hätten. Man betete für die Armen, Einsamen und Kranken. Aber auch für die Jugend.
Vor der Kranzniederlegung richtete Krichbaumer noch bewegende Worte an die zahlreichen Gäste der Gedenkfeier. „Heute blicken wir in Demut und Trauer, zugleich aber auch mit Stolz und aufrichtiger Dankbarkeit auf 180 Jahre zurück.“ Er erinnerte an die selbstlose Hingabe und die unverbrüchliche Hilfsbereitschaft, mit der sich der Verein – getragen vom festen Glauben – stets in den Dienst der Mitmenschen gestellt habe. In treuer Pflichterfüllung, mit aufopferungsvoller Gesinnung und im Vertrauen auf Gottes Beistand habe der Verein auch die schwersten Zeiten überwunden.
Krichbaumer erinnerte an die große Heimkehrerfeier 1919, wo wieder neuer Mut geschöpft und der Bau eines Kriegerdenkmals beschlossen wurde. Das sich jetzt am Kirchplatz befindliche Kriegerdenkmal sah er als einen besonderen Teil der Dorfmitte Tuntenhausens an, einen Ort an dem Volkstrauertage, Totengedenken und Fronleichnam gefeiert werden.
Bewahrung von Heimat und Glauben
„Nur wer Frieden dem Nächsten gibt, kann auch selber in Frieden leben“, stellte der Vorsitzende klar. Für die Zukunft wünsche er dem Verein und der Jugend eine friedvolle Zeit miteinander, einen kameradschaftlichen Zusammenhalt und die Bewahrung der Heimat und des Glaubens.
In der Folge legten die Veteranen einen Kranz am Mahnmal nieder. Beim Erklingen des Liedes vom „guten Kameraden“ neigten sich die Fahnen – in Gedenken an die Verstorbenen.