Der Bürgermeister im Großraumbüro

von Redaktion

Großer Andrang beim „Tag der offenen Rathaus-Tür“ in Bruckmühl

Bruckmühl – Stimmengewirr am Samstagvormittag in der Gemeindeverwaltung im BWB-Gewerbepark? Nicht einmal mit dem „wiehernden Amtsschimmel“ erklärbar. Des Rätsels Lösung: Die Marktgemeinde stellte mit einem „Tag der offenen Tür“ das „neue“ Rathaus vor.

Neben Bürgermeister Richard Richter kamen auch sein Vertreter-Duo Klaus Christoph und Anna Wallner, mehrere Mitglieder des Marktgemeinderades, die Fachbereichs-Leitungen, die Vermieter Maximilian Werndl und Florian Eisner und viele weitere Besucher. Zu ihnen zählte auch eine Abordnung der Partnerstadt Bruck a. d. Leitha mit Bürgermeister Gerhard Weil.

Umzug mehrerer
Abteilungen

Seit dem Standortwechsel vom Rathausplatz in den BWB-Gewerbepark war die Gemeindeverwaltung dort auf zwei Gebäude verteilt: Jetzt wurde der Standort „Gebäude 25/29“ aufgegeben und in die Hausnummern 13, 15 und 17 verlegt. Betroffen davon waren das Bürgermeisterbüro nebst Vorzimmer, Bauamt, Hauptamt, Stadtmarketing, Betreutes Wohnen sowie Teile der Kämmerei (wir berichteten). Mit einem „Tag der offenen Tür“ wurden jetzt die Rathaus-Räumlichkeiten der Öffentlichkeit vorgestellt.

Bürgermeister Richard Richter dankte den Rathaus-Angestellten „dass sie an diesem Samstag für die Bürger da sind“. Sein besonderer Willkommensgruß galt Pfarrer Augustin Butacu und seinem evangelischen Amtskollegen Andreas Strauß.

„In diesen Räumen wird für das Wohl unserer Gemeinde gearbeitet mit Engagement, Freude und Verantwortung“ erklärte Pfarrer Butacu. Pfarrer Strauß zitierte König Salomo aus dem Psalm 127: „Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst die daran bauen“ und fügte schmunzelnd hinzu: „Salomo war sehr aktiv in der Bautätigkeit, im Gegensatz zu uns hatte er jedoch genügend finanzielle Mittel.“ Ohne den Segen Gottes gehe es nicht, es gebe kein wirkliches Gelingen. „An Gottes Segen ist alles gelegen.“

Anschließend erbaten die Geistlichen Gottes Segen „für alle, die hier arbeiten oder hierher als Bürger kommen“ und fügten hinzu: „Segne diese Räume, segne diese Türen, dass sie sich öffnen und segne diese Arbeitsplätze“.

Der Rathaus-Chef dankte den Kirchenvertretern: „Wichtig ist, dass bei allem, was wir tun, der Segen des Allmächtigen auf uns liegt.“ Danach wurde mit Weihwasser die Segnung der Räume vorgenommen. Im Trauraum bat der Bürgermeister, insbesondere die vier Stühle zu segnen, auf denen das Brautpaar und die Trauzeugen sitzen.

Im Anschluss daran führte Hauptamt-Mitarbeiter Christian Schellewald die Besucher durch die Rathausräume und gab dazu interessante Informationen. Dabei wies er auch auf ein „kommunales Alleinstellungsmerkmal“ hin: Im „neuen“ Rathaus gibt es kein eigenes Büro für den Bürgermeister. Sein Arbeitsplatz befindet sich in einem Großraumbüro.

Mittendrin
statt nur dabei

Im Gespräch mit dem Mangfall-Boten erklärte Richard Richter: „Es war der Wunsch des Marktgemeinderates, dass bei den neuen Verwaltungsräumen auch moderne Büroformen zum Tragen kommen. Um hier glaubhaft argumentieren zu können, will ich das selbst erleben. Damit kann ich dem Marktgemeinderat realistisch wiedergeben, ob sich Großraumbüros für die Kommunalverwaltung eignen. Außerdem soll man von niemanden etwas verlangen, dass man nicht selbst bereit ist zu tun. Als einer unter 200 Gemeindebeschäftigten ist es mir wichtig, mittendrin statt nur dabei zu sein.“

Silvia Mischi vom Stadtmarketing, federführend für die Veranstaltung, zog ein überaus positives Tages-Fazit: „Wir sind überwältigt von dem Ansturm, es waren rund 250 Personen. Die Leute haben den Besuch in ihre samstägliche Einkaufstour eingeplant und sie haben geduldig auf die nächste Führung gewartet. In allen Abteilungen waren Rathaus Angestellte für die Fragen der Besucher da: Es gab eine Verwaltung zum Anfassen.“ Der Bürgermeister unterstrich: „Die Räume weisen keinen Luxus auf, sondern sind zweckmäßig, modern und zukunftsorientiert.“

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