Maxlrain – Auf 40 Jahre bewegte Vereinsgeschichte können die Lanzfreunde Bayern zurückblicken. Nachdem sich auf Initiative und Organisation von Adolf Soller bereits im August 1982 in Mietraching 39 Lanz-Bulldogfahrer getroffen haben und von einigen Tausend Zuschauern begleitet wurden, organisierte Soller ein Jahr später wieder in Mietraching das zweite Treffen, das wieder sehr viele Besucher anlockte. 63 Lanz-Bulldogs waren damals zu bestaunen. Zum Treffen an Christi-Himmelfahrt 1984 in Derndorf bei Bad Feilnbach kamen neben den Lanz-Fahrern auch schon viele andere Bulldog-Marken, weit über 100 Fahrzeuge waren dabei und die Begeisterung an den historischen Gefährten steigerte sich von Veranstaltung zu Veranstaltung. Waren es doch die ersten Treffen solcher Art im ganzen südost-oberbayerischen Raum.
Bittere Kälte
bei der Gründung
Am 23. Februar 1985 fand in der Schlosswirtschaft in Maxlrain die Gründungsversammlung für den Oldtimerverein statt. Den Vereinsnamen „Lanzfreunde Bayern“ haben die Gründungsmitglieder auf Vorschlag von Alfred Rosai, einem befreundeten Maschinenbauer und Oldtimerfreund aus Teising bei Neumarkt-St. Veit gewählt. Die Gründungsmitglieder erinnern sich noch lebhaft an ihre Gründungsversammlung: Saukalt war es, in der mit weit über 100 Interessenten überfüllten Gaststube, da die Heizung des Gasthauses ausgefallen war.
Zum Ersten Vorsitzenden wurde Adolf Soller gewählt, Walter Landkammer wurde sein Stellvertreter, Margit Körnig haben die 69 Gründungsmitglieder zum Kassier und Gerhard Fiederer zum Schriftführer gewählt. Der neue Verein sprach sich schnell in der Gegend herum und wurde wenige Monate nach der Gründung zum Teilemarkt Anfang Juni in der Inntalhalle in Rosenheim eingeladen. Der Stand des Maxlrainer Oldtimerfreunde weckte bei den Ausstellungsbesuchern sehr großes Interesse und brachte den Verein weitere Mitglieder.
Bis Ende des Jahres 1985 zählten die Lanzfreunde Bayern schon weit über 100 Vereinsmitglieder. Die Vereinsmitglieder, mit Vorreiter Adi Soller, organisierten für den 4. August 1985 ein „großes Bulldog-Oldtimer-Treffen“ in Maxlrain. Stolz präsentierte Soller Wochen vorher seinen Vereinsmitgliedern die ersten Plakate, mit denen für die Veranstaltung geworben wurde. In verschiedenen Zeitungen wurde die Veranstaltung angekündigt.
Auf der Schlosswiese in Maxlrain wurde ein Festzelt aufgebaut, für das leibliche Wohl war bestens gesorgt, die „Bavarians“ spielten zum Frühschoppen auf und nachmittags unterhielt die Willinger Blasmusik tausende Besucher. „Mit einem solchen Andrang hatten, bei allem Optimismus, auch Brauereidirektor Röhm und Adi Soller nicht gerechnet“, stand tags drauf im Mangfall-Boten. In den folgenden drei Jahren luden die Lanzfreunde Bayern jährlich zu ihrem großen Treffen in Maxlrain ein, die sich dann schon über ein ganzes Wochenende erstreckten. Viele Besucher lockten auch die Tanzabende am Freitag mit Live-Bands und das am Montag abschließende Kesselfleisch-Essen an.
Die Schirmherrschaft der Veranstaltungen übernahm immer Prinz Lobkowicz und neben der gräflichen Familie waren auch, beim ersten Mal, der damalige Landtagsabgeordnete Josef Heiler sowie die Bürgermeister von Bad Aibling und Tuntenhausen zu Gast und aus ganz Deutschland und dem benachbarten Österreich kamen die Oldtimerfahrer mit ihren Veteranen.
Das große Bulldog-Treffen in Maxlrain erfreute sich zunehmender Beliebtheit. Später haben die Lanzfreunde Bayern im Wechsel mit dem Bulldog-Club Langenpfunzen ihre Treffen veranstaltet.
Zum 40-jährigen Bestehen des Vereins, der inzwischen von Alexander Lehmann, dem Enkel von Adolf Soller, angeführt wird, haben die Organisatoren ein umfangreiches Programm zusammengestellt. Am Samstag, 19. Juli, startet ab 10 Uhr der Zeltbetrieb und auf der Wiese wird ein riesiger Teilemarkt aufgebaut. Ab 19 Uhr spielen die Stürzlhamer beim bunten Abend im Festzelt auf. Am Sonntag geht’s um 9 Uhr mit dem Frühschoppen los und ab 9.30 Uhr sorgen die Musikanten vom „Miadakina Sinftett“ für die musikalische Unterhaltung und Stimmung im Zelt.
Zum Bestaunen gibt es neben den vielen Bulldog-Veteranen, die sich schon zum Treffen aus ganz Deutschland und Österreich angemeldet haben, auch einen Dampftraktor aus dem Jahr 1912. Mit einer Lanz-Bulldog-Ausstellung, einer Porsche-Diesel-Sammlung, einer Fendt-Holzgas-Vorführung und Verdampfer-Ausstellung, wie auch mit dem Eicher-Wotan-Prototyp ist bestimmt für jeden etwas dabei.