Bruckmühl – „Sie können mit Freude und Stolz auf die gemeinsam erlebten Jahre zurückblicken. In ihnen hat es gewiss die eine oder andere Prüfung gegeben, sie waren aber auch reich an glücklichen Stunden“ – so heißt es im Glückwunschschreiben des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder an Alexander und Ljubow Hordt zur diamantenen Hochzeit.
Die Eltern von Alexander sind Wolgadeutsche und wurden nach Ende des Zweiten Weltkriegs zwangsweise nach Sibirien umgesiedelt. Er kam in Krutologowo nahe Nowosibirsk zur Welt und erlernte nach seiner Schulzeit das Schweißerhandwerk. Anschließend arbeitete er in einer großen Maschinenfabrik in Nowosibirsk. Dort ist auch seine Frau Ljubow (russisch für „Liebe“) geboren, die nach dem Schulbesuch in ihrer Heimatstadt eine kaufmännische Ausbildung absolvierte und als Buchhalterin tätig war. Kennengelernt haben sich die Beiden in einer Discothek. Beim Tanzen sprang der Funke über.
1990 stellte Alexander Hordt für seine Familie einen Ausreiseantrag in die Bundesrepublik, der 1993 genehmigt wurde. Seine Mutter und seine Geschwister (der Vater war 1985 verstorben) konnten ebenfalls nach Deutschland ausreisen. Nach kurzen Aufenthalten in Bad Aibling und Feilnbach kam das „Diamantpaar“ nach Bruckmühl, wo es zuerst beim „Brückenwirt“ wohnte und 1996 in seine heutige Wohnung Am Triftbach zog.
Alexander fand bereits 1993 eine Anstellung in der Bruckmühler Maschinenfabrik Heinzler – bis zum Renteneintritt. „Nach einem Deutschkurs nach der Ankunft in unserer neuen Heimat habe ich sofort Arbeit in meinem Beruf gefunden, mich gut eingelebt und ich war seither keinen einzigen Tag arbeitslos“, stellt er nicht ohne Stolz fest. Seine Frau war 15 Jahre lang im Diabetikerheim Hinrichssegen beschäftigt.
Der Ehejubilar spielte in seinen jungen Jahren Volleyball und boxte. Außerdem hatte er sich schon damals dem Angelsport gewidmet, den er auch noch heute leidenschaftlich betreibt – häufig begleitet von seinem Enkel Kevin. Seine Frau strickt und stickt mit Begeisterung, ihre Spezialität sind Glasperlenbilder. Die Beiden reisen außerdem gerne, ob innerhalb von Deutschland, nach Italien oder zu Kuren nach Ungarn oder Tschechien. Schon mehrmals haben die Beiden auch ihre sibirische Heimat besucht. Das größte gemeinsame Hobby ist freilich ihre Familie: Zwei Kinder, fünf Enkelkinder und der einjährige Urenkel Dmitri freuen sich mit dem Jubelpaar.
Bürgermeister Richard Richter überbrachte neben den Glückwünschen der Marktgemeinde zum Jubeltag einen Genusskorb, Orchideen und das Buch „Goldohrring und Bajuwarenschwert“. Mit Blumen und einem persönlichen Schreiben gratulierte auch Landrat Otto Lederer. bjn