Erlebnis Natur auf dem Stundenplan

von Redaktion

Grundschüler aus Feldkirchen-Westerham gehen mit Jägern auf Entdeckungstour

Feldkirchen-Westerham – Ein Morgen an der Grundschule, 7.50 Uhr. Die Schüler der Klasse 3B kommen mit kleinen Wanderrucksäcken auf dem Rücken und in sichtlich bester Laune in ihr Klassenzimmer. Auf dem Stundenplan steht ein „Außendienstjob“, sprich: eine Natur-, Wald- und Tier-Exkursion. Grundlage dafür ist der LehrplanPlus für Bayern. Dieser betont im Rahmen des Heimat- und Sachunterrichts für die 3. Klassen der Grundschulen die Kompetenzorientierung und legt dabei den Fokus auch auf die Natur und Umwelt, insbesondere auf Tiere und Pflanzen sowie deren Lebensräume.

Neugier auf den
Wald wird geweckt

Kurz nach 8 Uhr: Vorfreude und Neugier sind bei den Grundschülern spürbar. Diese steigern sich noch, als unvermittelt die beiden Jäger Raimund Haik und Willi Reitter mit der vierjährigen kleinen Münsterländer-Hündin Gaia im Klassenzimmer auftauchen.

Nach einem kurzen Spiel zum Thema „Wald, Wild und Natur“, bei dem auch kleine Tierpräparate eingebunden werden, ist das Eis zwischen Jägern, Hündin und Kids gebrochen. Mit dem Versprechen von Jäger Haik: „Wir wollen jetzt viele interessante Sachen gemeinsam erleben“, geht es raus an die frische Luft.

Ziel der knapp 20-minütigen Wanderung ist das südöstliche Waldgebiet von Oberreith. Schon nach den ersten Minuten und Wegmetern ist klar: Die beiden Waidmänner leben und lieben ihre Leidenschaft für die Natur und Tierwelt und wollen diese auch ihrer jungen Begleiter-Crew mit einer guten Portion Idealismus vermitteln. Bei der folgenden Walderkundung geben die Jäger kindgerecht ihr umfangreiches Wissen zu Baumarten, dem Verbiss von kleinen Nadelbäumen und dem sogenannten „Verfegen“ (Wetzen mit dem Geweih an Waldbäumen) weiter. Dabei liegt der Fokus auch auf dem Thema, wie man sich richtig im Wald verhält.

„Ein intakter und gesunder Wald vor unserer Haustür ist ein wichtiger Erholungsraum für uns, für das Klima und als Lebensraum für Flora und Fauna“, erklärt Waidmann Haik. Jäger-Kollege Reitter ergänzt: „Unser Wald produziert Sauerstoff, reinigt die Luft, verhindert Bodenerosion und bietet vielen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause.“

Nach der erfolgreichen „Eroberung“ eines geschlossenen Hochstandes steht schon die nächste Aufgabe an. Die Kinder begeben sich, in mehrere Gruppen aufgeteilt, auf die Suche nach verlassenen Fuchs- und Dachsbauten. An deren versteckten Zugängen warten lebensgroße Tierpräparate auf ihre Entdecker.

Nachdem alle Erdhöhlen mit einem großen „Hallo“ gefunden und sämtliche Informationen dazu gegeben worden sind, gibt es erst einmal eine gemeinsame Brotzeitpause. „Wir haben ja schon über die Lebensgewohnheiten von Eichelhähern, Mardern und kleinen Rehkitzen gesprochen. Wo und wie könnten die wohl hier leben?“, legt Jäger Reitter dann eine neue Fährte für die Schüler aus.

Kaum ausgesprochen, schlagen sich die Mädchen und Buben auch schon wagemutig ins Unterholz und in die Büsche. Kurze Zeit später folgen dann schon die ersten Erfolgsmeldungen: „Ich hab’s! Das Kitz liegt hier am Waldrand im Gras.“ Bei jedem Tierpräparate-Fund folgt noch ein kurzweiliges Frage-Antwort-Spiel mit vielen Informationen zu den Lebensgewohnheiten der Waldbewohner. Interessantes und Wissenswertes beim Erkennen von Fährten und Tierspuren setzten den Schlusspunkt des abwechslungsreichen und interessanten Vormittagprogramms.

Am Ende der knapp zweistündigen Waldtour gibt es für die Schüler neben einer bebilderten Wildtier-Bestimmungstabelle auch noch Tier-Ansteck-Buttons. Mit kleinen Streicheleinheiten für Hündin Gaia und einem lauten „Dankeschön“ verabschieden sich die Kids von ihren drei Waldführern.

„Mit unserer Waldexkursion können wir den Schülern wichtige Kenntnisse über den Wald und seine Bedeutung für uns und unsere Umwelt vermitteln und gleichzeitig ihre Naturerfahrungen erweitern“, bringen Haik und Reitter ihre Beweggründe und Motivation für die Aktion auf den Punkt. Erfreut zeigte sich auch die Leitung der Grundschule Feldkirchen-Westerham über das Engagement der beiden Jäger Haik und Reitter. „Es ist wichtig, dass Kinder die Natur nicht nur kennenlernen und Inhalte wissen, sondern den Wald und die Tiere hautnah erleben können. Sicher erinnern sich die Schülerinnen und Schüler auch noch in der Zukunft an diesen besonderen Schultag mit den vielen Eindrücken und Naturerfahrungen. Wir freuen uns schon darauf, wenn dieses Projekt auch im kommenden Schuljahr seine Fortsetzung findet. Vielen herzlichen Dank an die Jäger und Gaia“, so Diana Lörner-Steinfeld. tn

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