Litzldorf – Zu einer echten Zeitreise in die 1950er-Jahre wurde die Premiere von „Hulahupp & Himbeerguatl“ des Theaters Litzldorf. Mit dem heiteren Dreiakter aus der Feder von Ralph Wallner zauberten die Schauspieler mit großer Spielfreude, liebevoll gestalteten Kostümen und authentischen Frisuren eine viel beklatschte Inszenierung auf die Bühne.
Die Geschichte spielt im Sommer 1959, irgendwo auf dem Land: Conny (Johanna Seiderer) und ihr – rein platonischer – Freund Hansi (Simon Wallner), der lieber „Tarzan“ genannt werden möchte, genießen unbeschwert ihre Jugend. Ihre kleinen Sorgen drehen sich um ein kaputtes Fahrrad, den angesagtesten Schlager oder das beliebteste Tanzlokal – und um Connys Suche nach einer Kindheitserinnerung in Form einer Süßigkeit.
Theater lebt
vom Zusammenhalt
Doch die heile Welt gerät ins Wanken, als in einem herrenlosen Koffer eine Kinderfotografie von Conny auftaucht. Connys Vater Kurt Knopf (Sebastian Seebacher), ein erfolgloser Kurzwarenhändler, bringt nämlich seit Kurzem unbeaufsichtigte Koffer von seinen Geschäftsreisen mit nach Hause, um deren Inhalt heimlich zu verkaufen.
Seine fürsorgliche Frau Liselotte (Martina Wottka) ahnt von diesen dubiosen Geschäften anfangs nichts. Die Lage spitzt sich zu, als der ordnungs- und synonymliebende Buchhalter Peter Kneifer (Markus Wallner) auftaucht, um seinen verschwundenen Koffer zurückzubekommen.
Mit dabei im liebevoll gezeichneten Dorfensemble sind außerdem der betont coole „Sheriff“ Schorsch (Michael Zinsmeister), die trinkfreudige und tratschsichere Nachbarin Tilda (Marianne Winkler) sowie die liebenswürdige Fanni (Lisa Schlemer), die Walzer dem Cha-Cha-Cha und bodenständige Volksmusik dem neuesten Hit vorzieht.
Ein Spiel voller Irrungen und Wirrungen, gelungener Wortwitze und launiger Kalauer – unter der Spielleitung von Ursula Vogt sorgten die Litzldorfer Theaterer für einen rundum gelungenen Theaterabend, der vom Premierenpublikum mit viel Zwischenbeifall, herzhaften Lachern und langem Schlussapplaus gewürdigt wurde.
Wie sehr das Theater in Derndorf vom Zusammenhalt und dem ehrenamtlichen Engagement lebt, zeigte sich am Ende der Aufführung: Organisator Michael Zinsmeister dankte in einer beeindruckend langen Liste allen Mitwirkenden – von den verständnisvollen Nachbarn über die zahlreichen Helfer im Hintergrund bis hin zu den „Vorhang-Kindern“. In unzähligen Stunden entstand aus einer Maschinenhalle der „Derndorfer Theaterstadl“ samt Bühne und Zuschauertribüne. Fleißige Helfer sorgten zudem für das leibliche Wohl der Gäste – eine bemerkenswerte Leistung einer Dorfgemeinschaft, die die Leidenschaft fürs Theater eint.
Wer dieses heitere Spektakel noch miterleben möchte, hat dazu Gelegenheit am morgigen Freitag und am Samstag, 26. Juli, sowie bei einer Zusatzvorstellung am Sonntag, 27. Juli.
(Rest-)Karten gibt es jeweils an der Abendkasse oder bei der Sparkasse in Bad Feilnbach.