Bad Aibling – Der offene Austausch unterschiedlicher Meinungen stand im Mittelpunkt des ersten Treffens des Rede-Projekts #unsichtbare_welt, das jüngst im Lichtspielhaus in Bad Aibling stattfand. Ziel der Initiative ist es, den Dialog in der Stadt zu fördern und damit einen Beitrag zur demokratischen Kultur zu leisten, wie die Veranstalter mitteilen.
Über 40 Teilnehmer folgten der Einladung der Initiatoren Markus Merz von der evangelischen Kirche und Anneliese Wittkowski vom Historischen Verein Bad Aibling. Die Resonanz auf das neue Format übertraf die Erwartungen der Organisatoren. Insgesamt neun Redebeiträge wurden von den Anwesenden aufmerksam verfolgt.
Die Themen der Beiträge reichten von persönlichen Erfahrungen mit gesellschaftlicher Ablehnung, etwa im Zusammenhang mit russischen Freundschaften, bis hin zu aktuellen politischen Fragen wie dem Umgang mit der ukrainischen Regierung und den Auswirkungen der Unterstützung für die Ukraine auf die lokale Gemeinschaft. Mehrere Redner betonten die Bedeutung von Kommunikation, auch über gesellschaftliche und politische Grenzen hinweg, und warnten vor den Gefahren von Polarisierung und Medienhetze für die Demokratie. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Engagement im Ehrenamt, insbesondere in der Betreuung pflegebedürftiger Menschen, und auf dem respektvollen Miteinander in der Gesellschaft. Die Notwendigkeit, ehrenamtliche Arbeit stärker wertzuschätzen, wurde ebenso thematisiert wie der Umgang mit Drohungen und respektlosem Verhalten, das auch lokal engagierte Bürger betrifft. Mit dem Vorschlag, in Bad Aibling ein „Zuhör-Bankerl“ als Ort für offene Gespräche einzurichten, wurde ein konkreter Impuls für mehr Dialog gesetzt. Auch die Rolle von Musik bei der Integration von Flüchtlingen und der Abbau von Vorurteilen durch persönliche Gespräche wurde angesprochen.
Die Initiatoren dankten Maximilian Werndl, der die Räumlichkeiten im Lichtspielhaus zur Verfügung stellte, sowie der Stadt Bad Aibling und Bürgermeister Stefan Schlier für die Unterstützung. Thomas Jahn begrüßte die Anwesenden im Namen der Aib-Kur.
Das Rede-Projekt soll künftig regelmäßig stattfinden und den Austausch in der Stadt weiter fördern.