Feldkirchen-Westerham – Ihr 50-jähriges Bestehen konnten die Volkshochschule und die Musikschule Feldkirchen-Westerham gemeinsam feiern. Zwei Einrichtungen, die seither das kulturelle und das musikalische Leben in der Gemeinde geprägt haben und nicht mehr wegzudenken sind.
Nicht zufällig saß beim Jubiläumsabend im Festsaal der IHK-Akademie in Westerham ein älterer Herr in ersten Stuhlreihe. Schon sein weißer Schal und sein Hut ließen erahnen, dass er einen Bezug zur Kultur haben könnte. Es war tatsächlich Adi Tutsch, der Mann, der vor einem halben Jahrhundert diese beiden Einrichtungen gegründet hatte.
Erinnerungen an
viele Wegbereiter
Im Verlauf seiner Würdigung wurden von VHS-Leiterin Sonja Harig an Namen erinnert, die Tutsch damals zur Seite standen. Viele von ihnen sind schon gestorben. Harig nannte stellvertretend für alle den ehemaligen Bürgermeister Max Reitner und Hans Schwindt.
Den vielen Gästen wurde im Festsaal der IHK ein festlicher Abend geboten. Natürlich nahmen Gruß- und Dankesworte einen breiten Raum ein. Kein Wunder, denn ein halbes Jahrhundert kann nicht mit ein paar Sätzen abgetan sein. Zum Beispiel der des langjährigen VHS-Leiters Dr. Ernst-Georg Nied. In allen Grüßen wurde dem Ehrenamt der ihm gebührende Wert in den Mittelpunkt gestellt.
Als Träger dieser beiden Schulen durfte die Gemeinde ein hohes Lob entgegennehmen. Konkret von Dr. Martin Ecker vom bayerischen VHS-Verband. Interessant war, dass auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Bürgermeister Johannes Zistl in diesen Bildungseinrichtungen dazugelernt haben: Die geborene Feldkichenerin als Besucherin vieler Veranstaltungen – und der Vagener das Trompetenspielen.
In der Festschrift ist von Begebenheiten zu lesen, die heutzutage in vielen Passagen überraschen. Beispielsweise: „Der Sozialpädagoge und Visionär Adi Tutsch erkannte ‚das Potenzial ungenutzter Schulräume’ und setzte sich dafür ein, diese für die angedachte Erwachsenenbildung zu nutzen.“ Gesagt, getan.
Zu Beginn, also 1975, waren es gerade einmal 38 Veranstaltungen mit 1233 Kursbelegungen. Aktuell werden jährlich 400 Kurse und Veranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmenden entwickelt. Und der Aufwärtstrend soll weitergehen, wie Bürgermeister Johannes Zistl in seinem Grußwort deutlich herausstellte. „Die neue Dorfmitte wird alle Voraussetzungen dafür bieten“ ist der Rathauschef überzeugt.
Instrument lernen
ist weiter sehr beliebt
Auch die Musikschule wurde vor 50 Jahren gegründet. Erster Leiter war Hans Schwindt aus Feldolling. Im Lauf der Jahre folgten ihm mit Josef Hell, Christoph Kurzyk und Julie Berger erfahrene Musiklehrer. Seit 2009 ist Jürgen Schubert Leiter der Musikschule. Er ist auch Chef der Musikkapelle Vagen.
Die Bereitschaft, sich musikalisch ausbilden zu lassen, ist nach wie vor groß. Im laufenden Jahr werden knapp 300 junge Leute mit dem Bespielen eines Instrumentes vertraut gemacht. Das Angebot umfasst die Grundausbildung und geht weiter über Klavier, Holz- und Blechblasinstrumente, Orchester und Ensembles.me