Ein Herz für Wildtiere hat Eva Reiter aus Frabertsham. Momentan hat sie wieder alle Hände voll zu tun. In einem umfunktionierten Baby-Reisebettchen haben bei ihr vier verwaiste Rehkitze Unterschlupf gefunden. Die junge Frau aus einer Gastwirtsfamilie ist seit Jahren eine wichtige Anlaufstelle für Wildtiere in Not. Ob untergewichtige Igel, verletzte Hasen, behinderte Siebenschläfer, angeschlagene Vögel oder hungrige Eichhörnchen – bei ihr finden sie Schutz, Pflege und eine zweite Chance. Viele ihrer Schützlinge sind in kritischem Zustand, wenn sie zu ihr kommen. So auch die vier Rehkitze. Der kleine Flo wurde nach einem Autounfall von einem Jäger gebracht – noch voller Fruchtwasser und völlig dehydriert. Die zarte Elli hatte eine Vergiftung durch Spritzmittel erlitten, Hexerl und Spezi wurden beim Mähen entdeckt. „Rasselbande“ nennt sie die Truppe liebevoll. Für Eva Reiter bedeutet die Pflege eine Menge Arbeit. Rund um die Uhr ist die 32-Jährige im Einsatz: Die Fütterung der Bambis alle zwei Stunden – auch nachts – gehört genauso zu ihrem Alltag wie die Behandlung von Bauchweh, Durchfall oder Laktose-Unverträglichkeiten. Für Eva Reiter kein Problem. Mit viel Geduld, Fachwissen und Herzblut päppelt sie den Tiernachwuchs auf, bis er stark genug für die Auswilderung ist. Sie ist auch im Verein „Wildtierwaisen Schutz“ mit Sitz in München aktiv, denn Pflege, Unterkunft und medizinische Versorgung sind nicht nur zeit-, sondern auch kostenintensiv. Doch für Eva Reiter zählt nur eines: den Tieren bis zu ihrer Auswilderung Geborgenheit zu schenken und sie auf eine Zukunft in Freiheit vorzubereiten. Foto / TextAuer