Mit einem gefüllten Werkzeugkoffer durchs Leben

von Redaktion

Abschlussfeier der Wilhelm-Leibl-Realschule in Bad Aibling – 107 Absolventen beglückwunscht

Bad Aibling – Ein Werkzeugkoffer stand im Mittelpunkt der Abschlussfeier der Wilhelm-Leibl-Realschule in Bad Aibling. Aber ein ganz besonderer – und mit ihm gehen die 107 Absolventen nun auf die große Reise in die Berufswelt. Gefüllt mit Teamfähigkeit, Empathie und Verantwortung.

Mit dem musikalischen Willkommensgruß „Inrada“ begann die Feier in der übervollen Aula. Zum zweiten Mal konnte der stellvertretende Schulleiter Stephan Kausler auch die Bürgermeister beziehungsweise Vertreter der angrenzenden Gemeinden begrüßen: Maria Breuer (Tuntenhausen), Bernd Fessler (Großkarolinenfeld) und Thomas Zink (Bad Feilnbach).

„Es ist euer Tag“ stellte Kausler eingangs seiner bewegenden Begrüßungsworte heraus. Ein Moment zum Feiern, zum Innehalten und zum Zurückblicken. Doch was bedeutet es, einen Abschluss in der heutigen Zeit zu machen – in Zeiten von Krisen, Unsicherheiten und ständigen technologischen Wandel? Es bedeutet mehr als nur Prüfungen zu bestehen, betonte Kausler. „Es bedeutet, Haltung zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst, für andere und für unsere Gesellschaft.“ Aber, Haltung ist nach seinen Worten nicht einfach nur eine Meinung, Haltung sei das, was bleibt, wenn es unbequem wird. Und die Realschüler haben das in den vergangenen Jahren schon oft genug bewiesen – allein während der großen Pandemie. Deshalb sein Ratschlag für die Absolventen: „Wenn ihr euch einmischt, wenn ihr anpackt – lebt das vor, was unsere Demokratie braucht: Menschen mit Haltung und Verantwortung.“

Die stellvertretende Landrätin Alexandra Burgmaier dankte zuerst den Lehrkräften. „Ihr rödelt den ganzen Tag, jahraus, jahrein“, würdigte sie deren Arbeit. Und sie lobte die Realschule, die in ihren Augen der beste Weg zwischen Schule und Beruf ist. „Die Möglichkeiten nach der Realschule sind mannigfaltig“, so die Landrätin. Und eine Bitte schob sie noch nach: „Bleibt in unserer Region, denn die Wirtschaft im Landkreis Rosenheim boomt und braucht euch!“

Aiblings Bürgermeister Stephan Schlier appellierte ebenfalls an die Jugendlichen, die großartigen Chancen, die sich ihnen bieten, auch zu nutzen. Trotz Kriegen, Klimawandel und wirtschaftlicher Unsicherheiten sollten sie ihren Mut nicht verlieren, sondern aktiv mitgestalten. „Veränderungen beginnen mit Neugier und der Übernahme von Verantwortung“, betonte Schlier.

Nach dem Grußwort des Elternbeirates Barbara Behnke und der Schülermitverwaltung Tina Djukanovic hielt Realschuldirektor Matthias Wabner seine Abschlussworte, die mit einem Lied „Der Ärzte“ begann, das zwar schon 20 Jahre alt, aber nach wie vor aktuell ist: „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist – es wäre nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.“ Mit diesem „Weckruf“ erinnerte Wabner an all das, was man gemeinsam gemeistert hat: mit Abstand, Maske, Onlineunterricht und einer großen Portion Durchhaltevermögen.

„Zusammen mit dem Abschlusszeugnis nehmt ihr aber noch etwas viel Wertvolleres mit“, offenbarte Wabner: einen Werkzeugkoffer – gefüllt mit dem, was wirklich im Leben zählt: Teamfähigkeit, Verantwortung, kritisches Denken, Empathie, Kreativität und auch Humor, wenn’s mal nicht rund läuft.

Deshalb animierte er die Absolventen, Mut zu haben, Dinge auszuprobieren und Vertrauen in sich selbst zu entwickeln. „Glaubt keinem, der dir sagt, dass du nichts verändern kannst“, bekundete der Schulleiter. „Ihr könnt etwas bewirken, denn ihr habt alles, was ihr dazu braucht – in eurem Kopf, in eurem Herzen und in eurem Werkzeugkoffer.“

Dann wünschte er ihnen noch viel Erfolg, alles Gute, Gesundheit und Zufriedenheit. Nach einem musikalischen Intermezzo ging es nahtlos zur Zeugnisverteilung über, die für die 107 Absolventen teilweise beachtliche Leistungen aufzeigte. Sechs Absolventen erreichten 2025 gar einen Schnitt von 1,5 oder besser: Emma Liebl und Laura Holzapfel (je 1,42), Elisabeth Fischbacher (1,33) sowie Thomas Mayr und Lena Brunecka (1,27).

Barbara Zellner-Ngom, stellvertretende Schulleiterin, oblag es dann, sich bei allen Helfern zu bedanken und zum Sektempfang in den Musiksaal zu bitten. ws

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