Bad Aibling – Es sind aufregende Tage für Dennis Mai. Vor einigen Wochen hat der 45-jährige Bad Aiblinger seinen ersten Song veröffentlicht – und damit eine emotionale Achterbahn durchlebt. Denn mit dem Titel „Schau, Mama“ richtet er tiefgreifende Worte an seine Mutter, die er nach ihrem Tod geschrieben hatte. „Ihr verdanke ich das alles“, erklärte er hierzu kürzlich in einem OVB-Interview.
Zweiter Song
kommt am 11. August
Seitdem hat er viele positive Rückmeldungen erhalten, wie er nun berichtet. „Das ist echt total schön, mich erreichen viele Nachrichten auf diversen Kanälen, aber auch in Bad Aibling beim Bäcker werde ich darauf angesprochen.“
Dabei habe es viel Anteilnahme gegeben, etwa von Menschen, die ebenfalls einen geliebten Menschen verloren haben. „Die Menschen finden es schön, dass ich das Thema in die Musik verpacke, da es in der Gesellschaft leider immer noch schwierig ist, offen darüber zu sprechen“, sagt Dennis Mai, der 2004 an der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ teilgenommen und vor Dieter Bohlen gesungen hat.
Mai sei es bei seinem ersten Song überhaupt nicht um Vermarktung und Streaming-Zahlen gegangen. „Das habe ich nur für meine Mutter geschrieben.“ Dennoch habe das Thema seine Liebe zur Musik wieder „neu geweckt, das war wie ein Zeichen von oben“, sagt der gebürtige Regensburger. Denn: „Seitdem sprudeln die Ideen.“ Folgerichtig erscheint am 11. August sein zweiter Song mit dem Titel „Sommer is, Winter is“.
Die Liedidee entstand beim Spaziergang an der Mangfall mit seiner Labrador-Hündin Mali. „Es war einer dieser Tage, wie wir sie jetzt Ende Juli hier auch häufig erleben.“ Ein Tag, an dem er eine Jacke trägt, obwohl es eigentlich Sommer ist. „Die Hauptaussage: Du kannst selbst entscheiden, ob in deinem Herzen Sommer oder Winter ist“, verrät Mai, von dessen neuem Song man derzeit schon einen kleinen Ausschnitt auf Youtube hören kann.
Neben seinem Dialekt steckt auch hier ganz viel oberbayerische Heimat drin. Nicht zuletzt kommt die Mangfall im Refrain vor, erzählt Mai, der seit zehn Jahren „total verwurzelt und glücklich“ in Bad Aibling lebt. Begeistert ist er auch deshalb von der Kurstadt, weil hier sehr viele gute Musiker leben. „Ich selbst spiele Gitarre und Klavier, aber beispielsweise habe ich für das Akkordeon jetzt mit dem tollen und bekannten Musiklehrer Marinus Weidinger zusammengearbeitet“, freut sich Mai.
Und diese Kontakte zu anderen Musikern helfen dem 45-Jährigen, nun auch weiter in die musikalische Zukunft zu blicken. „Heute geht es ins Studio zur Aufnahme meines dritten Songs“, sagt er. Zu viel verraten könne er hierzu noch nicht, es wird aber um die aktuelle Weltanschauung gehen „und darum, dass man sich manchmal etwas mehr Stille wünscht in der Welt da draußen, die sehr laut geworden ist“.
Langfristiges Ziel für das Jahr 2026 sei die Aufnahme eines kompletten Albums, das dann wie die aktuellen Einzelsingles über alle bekannten Streamingplattformen wie Spotify verfügbar sein soll. Auch wenn Mai weiß, dass die Musik ohne eigene Plattenfirma auch herausfordernd werden kann. Und wie bringt der 45-Jährige das Musizieren eigentlich mit seinem Hauptjob unter einen Hut?
Was 2026
geplant ist
„Das stresst mich überhaupt nicht, sondern ist vielmehr ein Ausgleich“, sagt der Key-Account-Manager bei einer Versicherungsgesellschaft. Musik sei sein Anker, sie fange ihn auf und befreie ihn aus den Zwängen des Alltags. „Wenn ich etwa über den Marienplatz gehe, sorgt die Musik auch dafür, dass ich mit viel offeneren Augen und Ohren durch die Welt laufe und schaue, was vielleicht in einen Song passt.“ Derzeit hat er rund zehn Songs auf seinem Schreibtisch liegen, von denen er mindestens drei für „veröffentlichungswürdig“ hält. Klar ist jedenfalls, dass er weiterhin viel Energie in seine Musik stecken will. Und vielleicht sieht man Dennis Mai dann ja auch bald auf einer Bühne in Bad Aibling.