Tuntenhausen – Es war ein weiter Weg von den ersten Gedanken in einigen Bürger-Workshops bis zur Realisierung: In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der neue Bebauungsplan Nr. 65 „Niedergarten Feld“ nun als Satzung verabschiedet.
Nach nur vier Auslegungen war es so weit. Ausgehend von der Bürgerinitiative einigte man sich vor knapp zwei Jahren auf die Neuaufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Nr. 65 „Niedergarten-Feld. Ziel war ein Leuchtturmprojekt für Ostermünchen: Über 60 Wohnungen, Apotheke, Arztpraxen, Pflegestützpunkt, Tagespflege und Dorfladen sollen dort entstehen.
Sorge vor zu großer Dimensionierung
Kürzlich wurden letztmals die öffentlichen Belange abgewogen. 36 Träger öffentlicher Belange, Verbände und Vereine hatten diesmal gar keine Einwendungen mehr, lediglich drei meldeten noch Einwendungen an: die Bauleitplanung des Landratsamtes, das staatliche Bauamt und die Telekom.
Dabei ging es um viele Details, die die Gemeinde zusammen mit Rechtsanwälten und dem Planungsverband erörterte und darlegte. Abstandsflächen, Walmdach oder Höhenlagefestsetzung sowie die notwendige Geländeanpassung an den Niedergartenweg zwecks Umsetzung des städtebaulichen und gestalterischen Konzeptes – das waren die zentralen Punkte. Auch beim Staatlichen Bauamt wurden Details der Erschließung, der Sichtfelder beziehungsweise Sichtdreiecke nochmals angesprochen.
Interessant war allerdings eine Stellungnahme aus der Öffentlichkeit, die das Projekt als überdimensioniert bezeichnete und in drei Vollgeschossen für die angrenzende Bebauung eine Zumutung sah. Sie prangerte auch den zu erwartenden Zuzug mit einer exponentiellen Mehrnutzung aller umliegenden Straßen vor allem in Richtung Moosachstraße an. Durch die Neubebauung würde eine Überfremdung durch Zuzüge erfolgen, welche den ländlichen Ortscharakter in Ostermünchen sprengt.
Die Verwaltung trat dem entgegen, indem sie auf den langen Planungsprozess verwies, in dem alle diese Aspekte bereits erörtert und besprochen wurden. Zudem sei Wohnraum in Ostermünchen dringend nötig, was ebenfalls in den vorgeschalteten Planungsschritten ausreichend abgewogen wurde.
Einstimmig nahm der Gemeinderat dann die Stellungnahme der Verwaltung zur Kenntnis und sah sich zu keinerlei Planänderungen veranlasst. So war der Weg frei, dem Bebauungsplan endgültig grünes Licht zu geben. Der Gemeinderat beschloss daraufhin, diesen Plan Nr. 65 „Niedergarten Feld“ als Satzung zu beschließen.
Die Verwaltung wird diesen nun in Kraft setzen. Diesen Beschluss bezeichnete Bürgermeister Georg Weigl als einen der wichtigsten Beschlüsse der vergangenen Jahre, ist er doch ein Meilenstein für den Ort Ostermünchen.
Dass so ein großes Projekt („Leuchtturmprojekt“) zudem einstimmig beschlossen wurde, freue ihn umso mehr: „Das zeigt, dass alle Gemeinderäte hinter diesem Projekt stehen.“
Es war ein langer und durchaus steiniger Weg, der aber noch nicht zu Ende sei. „Wir wollen jetzt zügig weitermachen“, betonte Bürgermeister Georg Weigl. Denn in den kommenden Monaten gehe es zusammen mit der Max von Bredow Baukultur an die verfeinerte Planung und den Bauantrag.