Ostermünchen – 30 Jahre ist die Abteilung Judo beim SV Ostermünchen (SVO) nun schon alt. Ohne die Familie Focsaneanu gäbe es wahrscheinlich gar kein Judo in Ostermünchen. Deshalb wurde „Macher“ Radu-Mihai Focsaneanu vom Vereinsausschuss des SVO nun zum Ehrenmitglied vorgeschlagen.
Drei Jahrzehnte Judo – das ist in der heutigen Zeit eine beachtliche Leistung und ein Anlass, um gemeinsam zu feiern. Aus diesem Grund organisierte die Judoabteilung rund um Marc Binder am Sportplatz in Berg eine kleine, aber feine Jubiläumsfeier. Als besonderer Höhepunkt wurde den Gästen eine Schaujudo-Vorführung geboten, bei der die Sportler ihr Können eindrucksvoll unter Beweis stellten.
Gründung
im Jahr 1995
Bei der Feierstunde, der auch Ehrenvorsitzender Hans Thiel beiwohnte, gab Marie Binder einen sehr amüsanten, aber genauso interessanten Abriss über die Geschichte der Sparte. Was als Idee für die eigenen Kinder begann, wurde zu einer Erfolgsgeschichte für den ganzen Ort.
Man schrieb das Jahr 1995, die sechste Abteilung beim SVO war gegründet. Und bis heute ist die Judo-Abteilung ein lebendiger und wichtiger Teil des SVO. Schnell kamen aber Höhen und Tiefen – wie die oft komplizierte Suche nach Trainern. Sie ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.
„Radu wäre nicht Radu, wenn er hierfür nicht immer eine clevere Lösung parat gehabt hätte“, betonte Binder. Ein Beispiel: Trainer Teo Pop – kein Geringerer als Director Education der Europäischen Judo Union (EJU) – wurde für den SVO als Trainer gewonnen. Die Bedingung: Radu Focsaneanu übernahm im Gegenzug die Kassenführung im Bezirk. Typisch Radu eben.
Generationen auf
der Matte ausgebildet
Und auch innerhalb der Familie setzte sich das Engagement fort. Aus den einst trainierenden Kindern wurden mit der Zeit selbst Trainer: Marie, Kathrin und Michaela übernahmen Verantwortung auf der Matte. Heute sind sogar schon zwei Enkelkinder Teil der Trainingsgruppe – die nächste Generation steht bereit.
Marie Binder erinnerte sich aber auch an die netten Stunden fernab der Judomatte: Legoland, Märchenpark und das alljährliche Zeltlager. „Du hast so viel Herzblut ins Judo gesteckt“, sagte sie an ihren Vater gerichtet. „Du hast Generationen ausgebildet – und bei vielen die Leidenschaft für diesen Sport entfacht.“ Emotional gerührt blickte sie am Ende ihrer Rede zu ihrem Vater: „Du hast uns nicht nur Judo gezeigt, sondern auch, was es bedeutet, eine Gemeinschaft zu sein.“
In seiner Abschiedsrede bedankte sich Radu, wie ihn alle im Ort nennen, zuerst bei seiner Familie und dann bei den vielen Helfern und Unterstützern. Auch Landrat Otto Lederer unterstrich in seinem Grußwort die große Bedeutung des Sports für Kinder und Jugendliche. „Es gibt auch noch etwas anderes als die digitale Welt“, sagte er mit Nachdruck, „nämlich Freunde aus Fleisch und Blut.“ Gerade im Verein entstünden soziale Bindungen, Werte wie Fairness, Respekt und Zusammenhalt – all das, was junge Menschen für ihren weiteren Lebensweg bräuchten. Für ihn ist die Sparte Judo unabdingbar mit der Familie Focsaneanu verbunden. „Du bist das Gesicht von Judo“ offenbarte der Ostermünchner.
Anschließend traten die Bezirksvorsitzenden Ludwig Tradler und Denis Weiser ans Mikrofon. Weiser würdigte die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit des SVO mit Bad Aibling. „Wir sehen hier ein echtes Familienprojekt, das über die Jahre viele Freundschaften geschaffen hat“, betonte er. Besonders freue es ihn, dass der Judosport mittlerweile bereits in der dritten Generation von der Familie Focsaneanu getragen wird – und die vierte Generation schon in den Startlöchern steht. „30 Jahre sind keine Selbstverständlichkeit, dazu ist viel Engagement nötig“, würdigte Tradler. Er stellte die Wertschätzung heraus, ohne Entgelt eine Unmenge an Freizeit für den Judosport zu opfern.
Als nicht alltäglich bezeichnete Denis Weiser die Ehrung des Judoverbandes an Radu Mihai Focsaneanu, der die Ehrennadel in Gold mit Kranz vom Bayerischen Judoverband erhielt. SVO-Vorsitzender Christian Mayer hob den unermüdlichen Einsatz von Focsaneanu hervor: Ohne ihn würde es beim SVO kein Judo geben. „Deine gesamte Familie bringt sich ehrenamtlich ein und bei dir fühlen sich alle abgeholt“, so Mayer, der Radus großes Herz und sein Engagement herausstellte. „Nachdem du bereits alle Ehrungen des SVO erhalten hast, hat der Vereinsausschuss beschlossen, dich auf der nächsten Jahresversammlung zum neuen Ehrenmitglied vorzuschlagen.“
Dank geht an
die ganze Familie
Der langanhaltende Applaus aller Anwesenden zeigte, dass dieser Vorschlag breite Zustimmung fand – für einen Menschen, der den Judosport in Ostermünchen geprägt hat wie kein anderer. Zweite Bürgermeisterin Maria Breuer hob nicht nur Radus unermüdliches Engagement hervor, sondern richtete auch einen besonderen Dank an seine Frau. „Ohne die Geduld und Unterstützung seiner Gattin wäre ein derart intensiver Einsatz über so viele Jahre gar nicht möglich gewesen“, betonte Breuer und appellierte, einfach so weiterzumachen.