Ärger um blockierte Rettungswege

von Redaktion

Eine neue Parkregelung sollte die Situation an der Georgskirche in Bad Aibling entspannen. Doch die Kooperation zwischen Pfarrei und Stadt sorgt für unerwartete Probleme – unter anderem in puncto Sicherheit. Dagegen gibt es nun neue Pläne.

Bad Aibling – Mit der im April dieses Jahres abgeschlossenen Neugestaltung des Vorplatzes der Bad Aiblinger Georgskirche ging eine Parkregelung einher, von der die Pfarrgemeinde und die Stadt Bad Aibling gleichermaßen profitieren sollen. Jetzt tauchen Probleme bei der Nutzung der Stellflächen auf, gegen die Kirchenpfleger Hermann-Ulrich Viskorf und Bürgermeister Stephan Schlier gemeinsam vorgehen wollen.

Getrennt durch Hecken und Gehölz wurden im Rahmen der Baumaßnahme an der Westseite des Vorplatzes zwölf Parkplätze angelegt, die die Kirchenbesucher nutzen können. Der Zugang zum Gotteshaus kann damit nach Auskunft von Viskorf über einen breiten und barrierefreien Gehweg von der Sonnenstraße aus ebenerdig erfolgen.

Parkordner bei
Gottesdiensten

Eine Abmachung zwischen Stadt und Kirchengemeinde beinhaltet, dass Gottesdienstbesucher den benachbarten Parkplatz der Georgsschule außerhalb des Schulbetriebs kostenfrei mitbenutzen dürfen. Im Gegenzug sagte die Kirchenverwaltung der Stadt die unentgeltliche Nutzung ihrer Parkplätze zu, wenn diese nicht von Besuchern der Gottesdienste oder sonstiger kirchlicher Feiern benötigt werden.

Kaum war das Areal vor dem Gotteshaus offiziell eingeweiht, gingen bei Verwaltungsleiter Michael Liegl von der Stadtkirche Bad Aibling erste Meldungen über einen Dauerparker oder unbekannte Autofahrer ein, die durch rücksichtsloses Verhalten Schäden an den ebenfalls neu angelegten Grünflächen in diesem Bereich verursachten. „Mit dem Dauerparker haben wir gesprochen, zumindest dieses Problem hat sich wohl erledigt“, zeigt sich Kirchenpfleger Hermann-Ulrich Viskorf optimistisch.

Als problematisch erweisen sich jedoch nach wie vor die Parkgewohnheiten mancher Autofahrer auf dem benachbarten Schulgrundstück. Unter anderem werden auf dem Areal immer wieder Gehwege oder Feuerwehrzufahrten durch abgestellte Fahrzeuge blockiert – obwohl ein großes Schild auf das Verbot von derlei Handeln hinweist.

Um das Problem zumindest bei Gottesdiensten mit einer erwartbar hohen Besucherfrequenz in den Griff zu bekommen, plant die Kirchenverwaltung bei solchen Anlässen künftig den Einsatz von Parkordnern. So soll sichergestellt werden, dass für Kirchenbesucher die Mitbenutzung der Parkplätze auf dem Nachbargrundstück auch weiterhin möglich bleibt. „Wir sind der Stadt Bad Aibling hierfür außerordentlich dankbar“, versichert Viskorf.

Bürgermeister Stephan Schlier kennt die Problematik und setzt jetzt erst einmal auf Dialog statt auf Gegenmaßnahmen der Stadt. Die gegenseitige Nutzungsvereinbarung von Stellflächen mit der Stadtkirche erachtet er als „völlig unproblematischen Gewinn“ für beide Seiten. „Die steht überhaupt nicht zur Diskussion“, versichert Schlier.

In Gesprächen mit den Organisatoren der Wochenend-Veranstaltungen, der Schulleitung und Vertretern des Sportvereins habe man bereits Verbesserungen erreicht. „Bei Parkverstößen appellieren die jeweiligen Veranstalter an die Autofahrer, ihre Fahrzeuge woanders hinzustellen. Das fruchtet, ist aber keine optimale Lösung“, räumt das Stadtoberhaupt ein.

Aufstellung
von Pollern droht

Das Fahrzeugaufkommen an jenen Werktagen zu entzerren, an denen das Ende der Mittagsbetreuung mit dem Beginn des Sports in der Turnhalle zusammenfalle, habe aus organisatorischen Gründen leider nicht funktioniert, bedauert Schlier. Das hätte die Planung des Sportvereins völlig durcheinandergebracht. Außerdem hätte der Sport für die Kinder zu spät begonnen.

Nur wenn die Gesamtsituation dauerhaft problematisch bleibe, müsse die Stadt mit Maßnahmen reagieren, sagt der Rathauschef. „Dann müssten wir wohl Poller aufstellen. Das wollen wir aber eigentlich nicht“, so der Bürgermeister. Diese zu entfernen, würde in einem Notfall eine zeitliche Verzögerung bei der Anfahrt der Rettungsfahrzeuge mit sich bringen. Außerdem wären sie auch ein Hindernis für die Fahrzeuge der Müllabfuhr und den Lieferdienst, der täglich die Mensa versorge, gibt der Bürgermeister zu bedenken. „Die müssen alle bis zur Schule hinterfahren. Eine Poller-Lösung würde deren Anfahrt ebenfalls deutlich erschweren“, sagt Schlier.

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