Vagen trotzt launischem Wetter

von Redaktion

Dorffestjubiläum findet bei Sonne, Wind und Regen statt

Vagen – Mangelnde Einsatzbereitschaft kann man der Vagener Dorfgemeinschaft nun beim besten Willen nicht nachsagen. Der seit Tagen angesagten 70 Prozent Regenwahrscheinlichkeit stellte sie sich mit eisernem Willen entgegen. Schließlich handelte es sich ja nicht um irgendein Dorffest. Nein, das Jubiläum zum 40. Dorffest galt es gebührend zu feiern.

Ganz unrealistisch gingen die Vagener aber nicht ins Rennen, waren sie Petrus gegenüber schließlich zu Kompromissen bereit. Das geplante Minibaggertreffen am Vormittag wurde bereits zwei Tage im Voraus schweren Herzens abgesagt, um größere Flurschäden zu vermeiden.

Zweckoptimismus
und Beharrlichkeit

Bei den tagelangen Aufbauarbeiten herrschte noch Uneinigkeit. Nicht alle Beteiligten waren davon überzeugt, dass die Veranstaltung bei trockenem Wetter stattfinden konnte. Vereinzelt wurde laut über eine Absage nachgedacht. Doch letztendlich siegten Zweckoptimismus und Beharrlichkeit der Verantwortlichen.

War ein Großteil der Sitzplätze durch fertig gezimmerte Dachkonstruktionen vor Wind und Regen geschützt, wurde für die restlichen Flächen der in vielen Jahren ausgeklügelte Bestuhlungsplan kurzerhand abgeändert. Für Tischgarnituren, die bisher unter freiem Himmel platziert wurden, suchte und fand man regengeschützte Plätze.

Viele Eventualitäten wurden diskutiert und Tischanordnungen ausprobiert. Bürgermeister Hans Zistl – seit jeher in den Vagener Ortsvereinen aktiv und langjähriger Dorffest-Kassier – griff schließlich zum Telefon und ließ seine schier unzähligen Kontakte spielen. So konnte er in Windeseile vom SV Vagen und der Feuerwehr Feldkirchen zwei zusätzliche Zelte ergattern. Diese waren aufgrund ihrer Faltbauweise zwar schnell aufgebaut – aber um sie in das bereits aufgeteilte Areal einzupassen, bedarf es eines gewissen Organisationstalents.

Und aller Unkenrufe zum Trotz war es dann endlich so weit: Das Dorffest wurde mit der „Vonga Vierer Blosn“ offiziell eingeläutet. Die jungen Musikanten aus dem Gemeindebereich stimmten ihre Zuhörer mit geselligen Stücken auf ein fröhliches Wochenende ein. Am Abend ließen sich die Besucher von den mitreißenden Klängen des „Oberland Express“ schnell in Feststimmung bringen. Mit Musik im Oberkrainerstil bis hin zu Schlagern, Austro-Pop und Rocknummern lud das fröhliche Quintett die begeisterten Zuhörer zum Mitklatschen und Mitsingen ein.

Die ersten Tanzpaare ließen auch nicht lange auf sich warten und wirbelten flott über die Tanzfläche. Kurze Regenschauer konnten die Festgäste nicht sonderlich beeindrucken, so suchten diese nur flüchtig Schutz unter der vorbereiteten Dachkonstruktion und feierten dann weiter bis spät in die Nacht hinein.

Der Dorffest-Sonntag begann nach durchregneter Nacht mit strahlendem Sonnenschein, und so konnte die Musikkapelle Vagen die Besucher mit einem traditionellen Frühschoppen in unbeschwerte Stimmung versetzen. Nach wenigen Runden der Vagener Musi machten sich dann in bewährter Manier die zahlreich angereisten Böllerschützen auf den Weg zur Schäfflerwiese und versammelten sich dort, um koordiniert durch Schützenmeister Hans Kellerer unüberhörbar ihre Salven abzufeuern.

Die Vagener Ortsvereine kredenzten wie immer ein umfangreiches Angebot an Speisen und Getränken. Die Mitglieder von Faschingsgilde, Sportverein, Feuerwehr, Hufeisenclub, Burschen- und Trachtenverein sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Am Nachmittag spielte die Jugendkapelle Vagen unter der Leitung ihrer Dirigentin Magdalena Eham zur Unterhaltung.

Die zahlreichen Kinder hatten viel Spaß beim Fahren mit dem Feuerwehrauto oder beim Spielen auf der Hüpfburg. Bei Riesen-Jenga, Kinderschminken und Fische-Angeln waren die kleinen Gäste voll in ihrem Element, während die älteren Besucher sich mit Masskrugschieben und Luftgewehrschießen unterhielten.

Viel Applaus gab es für die Darbietungen der Kinder- und Jugendgruppe des Trachtenvereins, die mit „Hiatamadl“, „Siebenschritt“, „Muiradl“ und vielen anderen Tänzen das Publikum begeisterten.

Wie schnell fällt
die Baumscheibe?

Der Höhepunkt war jedoch auch in diesem Jahr das „Wiagsogschneiden“, bei dem 13 Zweierteams gegeneinander antraten, um möglichst schnell eine Scheibe aus einem etwa halben Meter dicken Stamm zu schneiden.

Erstmals beteiligte sich ein Duo aus zwei Dorffestbedienungen, die den männlichen Saglerkollegen zeigen wollten, wo der Bartl nicht das Festbier, sondern den Most holt. Siegreich waren allerdings Martin und Lorenz Dobler mit der sagenhaften Zeit von nur 32 Sekunden.

Mit humorvoller Moderation sorgte Georg Zistl für Spannung, viele Lacher und begeisterten Applaus. Am Abend ließ die Formation „Mangfallblech“ ein Wochenende voller Wetterkapriolen musikalisch-gemütlich ausklingen. Trotz des wechselhaften Wetters konnte die Veranstaltung als großer Erfolg verbucht werden und lässt optimistisch auf ein gemütliches Fest im kommenden Jahr blicken.

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