Eine neue Herausforderung in Riedering

von Redaktion

Verwaltungsleiter Michael Liegl verlässt Stadtkirche – Nachfolge für Aufgabe noch offen

Bad Aibling/Riedering – Michael Liegl, der seit 1. Juli 2017 an der Spitze der Verwaltung der Stadtkirche Bad Aibling steht, verlässt zum 1. September seine bisherige Wirkungsstätte und übernimmt auf Bitte des Ordinariats die Leitung des Pfarrverbandes Riedering. Die Betreuung des Pfarrverbandes Feldkirchen-Höhenrain-Laus, für den er neben seiner Tätigkeit in der Kurstadt ebenfalls zuständig war, obliegt ihm weiterhin.

Obwohl er recht kurzfristig anberaumt wurde, erfolgt der Wechsel nach Angaben des Ordinariats „in enger Abstimmung“ mit allen Beteiligten. Bei der Frage nach den Gründen hierfür und den vordringlichen Aufgaben, die Liegl in Riedering in Angriff nehmen soll, gibt sich das Ordinariat eher wortkarg. In einer schriftlichen Antwort auf eine Anfrage des Mangfall-Boten heißt es nur ganz allgemein, Liegl solle in Riedering „insbesondere den weiteren Aufbau strukturierter Verwaltungsprozesse unterstützen“. Die Stelle ist seit 1. Juni dieses Jahres unbesetzt.

Offenbar fiel die Wahl auf den 60-jährigen Sparkassenbetriebswirt, der vor seinem Eintritt in den kirchlichen Dienst über 25 Jahre lang Geschäftsstellen der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling geleitet hatte, auch aufgrund seiner „langjährigen Erfahrung in der Kirchenverwaltung“, die das Ordinariat hervorhebt. Als die Position des Verwaltungsleiters in Pfarrverbänden im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen in der Erzdiözese München- und Freising geschaffen wurde, war Liegl einer der Ersten, die ein solches Amt antraten.

„Ich habe in Bad Aibling sehr viel gelernt, unter anderem im Umgang mit Gremien und Ehrenamtlichen. Mein ganzes Vorwissen konnte ich für die Tätigkeit in der Stadtkirche gut gebrauchen“, sagt er rückblickend. In seine Amtszeit fielen unter anderem die Renovierung der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, die Teilsanierung der Sebastianikirche sowie die Neugestaltung des Vorplatzes der Georgskirche.

Eine große Herausforderung sei auch gewesen, die Stadtkirche auf den Umgang mit der Umsatzsteuerpflicht vorzubereiten. Nachdem die EU eine entsprechende Richtlinie verabschiedet hatte, wurde diese Steuer auch für Kirchenstiftungen relevant. Auf seine neue Aufgabe in Riedering, die er als „Herausforderung“ sieht, freut sich Liegl – auch wenn dem gebürtigen Aiblinger der Abschied nicht leichtfällt.

Ein besonderes Augenmerk will er auf den Gebäudeunterhalt und den Finanzsektor richten. „In Zeiten, in denen die Einnahmen nicht zuletzt durch Kirchenaustritte weniger werden, muss wirtschaftliches Handeln absolute Priorität haben“, kündigt er an.

Die Stadtkirche Bad Aibling verabschiedet ihren Verwaltungsleiter Mitte September im Beisein von Vertretern der Kirchenverwaltungen, des Stadtkirchenrates und der Pfarrgemeinderäte offiziell. Pfarrer Philipp Kielbassa sagte ihm aber bereits jetzt „ein herzliches Vergelt‘s Gott“ für seine Arbeit. Vorübergehend wird Kielbassa Liegls Aufgaben mitübernehmen.

Wann seine Stelle in Bad Aibling nachbesetzt wird, steht derzeit noch nicht genau fest. Nach Auskunft des Ordinariats sind die Vorbereitungen hierfür allerdings bereits angelaufen. „Für uns ist sein Weggang ein herber Verlust. In den wenigen Monaten unserer Zusammenarbeit habe ich Michael Liegl als kompetenten, engagierten und loyalen Verwaltungsleiter kennengelernt, auf den man sich verlassen konnte“, bedauert Norbert Kotter, der seit Anfang des Jahres als Verbundpfleger der Stadtkirche Bad Aibling fungiert. Selbstverständlich respektiere er aber die Personalentscheidung uneingeschränkt und wünsche ihm viel Erfolg für seine neue Tätigkeit.

Auch Renate Gartmeier, die Vorsitzende des Stadtkirchenrates, kann der Arbeit des scheidenden Verwaltungsleiters nur Positives abgewinnen. „Wir stehen dank Michael Liegl sehr gut da. Er hatte immer alles im Blick und war sehr gewissenhaft“, so Gartmeier. tt

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