Bad Aibling – Die Willinger Straße ist nach Auskunft von Bürgermeister Stephan Schlier keine Rennstrecke innerhalb von Bad Aibling. Das ergab eine mit einer Zählung des Fahrzeugaufkommens verbundene Geschwindigkeitsmessung, die die Stadt kürzlich durchführte. Wie berichtet, kam ein sogenanntes Seitenradarmessgerät zum Einsatz, das an einem Verkehrszeichen an der Abzweigung zur Schwarzenbergstraße angebracht war. Eine Woche lang zeichnete das „Kasterl“, wie es von einigen Anwohnern bezeichnet wurde, Messdaten auf. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum rund 32000 Fahrzeuge erfasst. 15213 waren mit einer Geschwindigkeit von 40 bis 49 Kilometern pro Stunde unterwegs und blieben damit unter den hier erlaubten 50 Kilometern pro Stunde. 13502 wurden mit Geschwindigkeiten zwischen 50 und 59 Kilometern pro Stunde registriert.
„In den weit überwiegenden Fällen lag die Geschwindigkeit bei unter 55 Kilometern pro Stunde. Wenn man dann noch die Messtoleranz von drei Kilometern abzieht, ist das ein recht ordentliches Ergebnis“, sagt Schlier. Mit Ausnahme einer Handvoll Ausreißer habe der Tacho in keinem einzigen Fall mehr als 60 Kilometer pro Stunde angezeigt. Was die verbleibenden Fahrzeuge betrifft, seien diese mit Geschwindigkeiten von weniger als 40 km/h unterwegs gewesen“, so Schlier.
Die Schlussfolgerungen, die die Stadt aus den Messungen ziehen kann, sind laut Schlier klar. „Es gibt keine Auffälligkeiten und keine besonderen Gefahrenpunkte. Wir sehen deshalb im Moment keinen Handlungsbedarf“, so der Rathauschef. Radarmessungen in der Willinger Straße durch den „Zweckverband Kommunale Dienste Oberland“, der im Auftrag der Stadt innerörtliche Geschwindigkeitskontrollen in Bad Aibling durchführt, wird es somit zumindest vorerst nicht geben.
Bereits vor ein paar Jahren hatten Anwohner den Eindruck gewonnen, insbesondere im Kurvenbereich an der Einmündung zur Madau werde auf der Willinger Straße zu schnell gefahren. Sie wünschten sich Tempo 30 zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Schon damals gab es allerdings keine Daten, die die Notwendigkeit einer solchen Maßnahme belegten.
Vermeintliche Schnellfahrer waren jedoch nicht der Anlass für die jüngste Messung. Diesmal war es eine Anwohnerbeschwerde mit einem anderen Hintergrund. Sie legte die Vermutung nahe, die Heubergstraße könnte von Autofahrern als Schleichweg zwischen Willinger- und Ganghoferstraße genutzt werden. „Daraufhin haben wir die Verkehrsströme an verschiedenen Messpunkten ermittelt. Einer davon war der in der Willinger Straße“, klärt Schlier auf. Allerdings hätten sich auch für diese Befürchtung keine Anhaltspunkte ergeben. tt