Ärger über nächtliche Hubschrauberflüge

von Redaktion

Immer wieder diskutieren Bürger aus dem Mangfalltal auf Social-Media-Plattformen über Polizeihubschrauber in der Nacht. Doch deren Einsatz ist oft unverzichtbar, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd nun erklärt.

Bad Aibling – Die Sirenen gehen los. Das Blaulicht ist an. Einsatzkräfte der Polizei, Feuerwehr oder das Notarztteam sind unterwegs. Oft ist das der Anlass für die Bürger, in Whatsapp- oder Facebook-Gruppen nach der Ursache zu suchen. Meistens wollen sie eigentlich nur wissen, ob es vielleicht einen Unfall gegeben hat und eine Straßensperrung vorliegt und sie einen Umweg einberechnen müssen.

Schlafraubende
Lärmbelastung

Doch es gibt hin und wieder auch Menschen, die über den Lärm schimpfen. Vor allem, wenn der Einsatz nachts und ein Polizeihubschrauber dabei ist. So wird gelegentlich auf Social Media kommentiert, dass der Schlaf geraubt und man aufgeweckt wurde, was eine „Frechheit“ oder „schlafstörend“ sei. Denn Fakt ist, ein Hubschrauber kann in der Nähe sehr laut sein.

Doch sind solche Beschwerden über den Polizeihubschrauber wirklich gerechtfertigt? Der Mangfall-Bote hat beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd nachgefragt. Laut Polizeihauptkommissar Stefan Sonntag gab es im Vergleich der Jahre 2023 und 2024 tatsächlich mehr Einsätze mit Polizeihubschraubern. Allerdings ist hier nur von einem minimalen Zuwachs die Rede. „Gemäß dem Jahresbericht der Polizeihubschrauberstaffel gab es im Vergleich der Jahre 2023 und 2024 eine leichte Zunahme von Einsätzen im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd von 389 auf 414 Einsätzen“, erklärt Sonntag. Nicht zu vergessen sei dabei aber, dass der Hubschrauber ein wichtiges Hilfsmittel ist. „Die Erfolgsquote des Hubschraubers, zum Beispiel bei Vermisstensuchen, ist nicht unerheblich“, betont der Polizeihauptkommissar. Im Allgemeinen wird das Fluggerät am häufigsten bei Vermisstensuchen und Fahndungen nach Eigentums- oder Gewaltdelikten zur Unterstützung dazugeholt. Und: „Wegen der geografischen Lage sind häufig hohe Überflüge vor und nach Bergeinsätzen oder Verkehrseinsätzen sehr wahrscheinlich“, sagt Sonntag.

Hier müsse man aber klar differenzieren. Denn nicht immer liegt ein „lärmintensiver Nachteinsatz“ vor, wie der Polizeihauptkommissar vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd erklärt. Wenn Vermisste gesucht werden oder ein Gewaltdelikt vorliegt, würden sich diese Einsätze über den Tag verteilen. Nicht immer müsse es hierbei zu einem nächtlichen Flugeinsatz kommen. „Bei Fahndungen nach Eigentumsdelikten liegt der Schwerpunkt schon in der Nacht“, betont Sonntag.

Doch wann entscheidet sich, ob die Polizeihubschrauberstaffel hinzugerufen wird? Für die Bewertung und Entscheidung ist der jeweilige Einsatzleiter in Zusammenarbeit mit dem Leiter der Einsatzzentrale zuständig. „Erfolgsaussicht, Verfügbarkeit, Kosten, aber auch Güterabwägung von Belastung der Bevölkerung zur Abwehr einer Gefahr durch den Täter oder für Leben und Gesundheit des Vermissten werden in die Bewertung miteinbezogen“, erklärt Sonntag.

Angst vor
Straftätern

Und wenn der Polizeihubschrauber zu einem Einsatz fliegt, seien Anrufe aus der Bevölkerung bei der Einsatzzentrale keine Seltenheit. Doch Beschwerden sind dabei eher die Ausnahme. „Anfragen kommen mitunter vor, beziehen sich aber meist auf eigene Angst vor frei laufenden Straftätern“, erklärt Polizeihauptkommissar Stefan Sonntag. „Auch Beschwerden gibt es, hier wird auf sorgfältige Güterabwägung hingewiesen und die Notwendigkeit des Einsatzmittels erklärt.“

Artikel 6 von 11