Bad Aibling – Die Therme Bad Aibling stellte 2024 mit 350000 Gästen einen neuen Besucherrekord auf. Das war jedoch für ihren Betreiber, den Stadtwerken Bad Aibling, kein Grund, 2025 die Hände in den Schoß zu legen. Die diesjährigen Aktivitäten der Therme zielen aber nicht nur auf die Besucherattraktivität, sondern auch auf den Energiesektor.
Wärmepumpenanlage
für 1,6 Millionen Euro
Im Fokus der Aktivitäten des laufenden Jahres 2025 steht sowohl das „Therme-Kerngeschäft“ als auch die zum „Gesamtpaket“ zählende Eishalle. Aktuell liegt dort der Schwerpunkt auf der Erneuerung der Kältetechnik. Sie hat nach Aussage von Stadtwerke-Leiter Stefan Barber absolute Priorität. „Die Kältetechnik stammt noch aus dem Jahr 1982 und wurde inzwischen in Teilen erneuert. Für die Verdichter gibt es aber keine Ersatzteile mehr“, schildert Stefan Barber.
Zunächst wurde der Maschinenraum der Kältetechnik komplett entkernt, Rohrleitungen, Elektrotechnik und Gebäudetechnik wie Lüftung, Warnanlagen und vieles mehr entfernt. Anschließend erfolgte die Montage der neuen Rohrleitungen. Danach wurden die neuen Verdichter und der neue Pufferspeicher montiert.
„Der Pufferspeicher im Außenbereich wird mit über 50 Kubikmeter Wasserinhalt die thermische Zeitkonstante der Anlage verlängern und so für bessere Laufzeiten der Wärmepumpe sorgen“, erläutert Stefan Barber gegenüber dem OVB und führt weiter aus: „Die beiden neuen Verdichter werden jeweils mittels eines Elektromotors mit circa 130 Kilowatt elektrischer Leistung frequenzgeregelt angetrieben.“
Der Einbau der rund 1,6 Millionen Euro teuren Wärmepumpenanlage ist eine weitere wesentliche Energiemaßnahme. Die Wärme wird bisher durch mehrere Blockheizkraftwerke erzeugt. „Die Wärmepumpe wird nahezu den gesamten Wärmebedarf der Beckenwassererwärmung decken. Dies entspricht etwa der Hälfte des gesamten Wärmebedarfs der Gesamtanlage“, schildert der Stadtwerke-Chef.
Auf dem Dach der Eishalle wurden zudem 700 PV-Module mit einer Gesamtleistung von rund 310 kWp montiert. Weitere Module wurden auf anderen Dachbereichen von Therme und Sauna installiert, die Gesamtleistung wird dann rund 430 kWp betragen. „Im Zusammenhang mit den neuen PV-Anlagen auf dem Dach der Eishalle, Hausbootsauna und drei Nebengebäuden wird damit die Therme mit Sauna, das Freibad und die Eishalle zu einem guten Teil selbst nachhaltig versorgt. Die berechnete CO2-Einsparung liegt bei etwa 980 Tonnen pro Jahr und trägt zur Dekarbonisierung der Energieversorgung der Anlage bei. Die Gesamtkosten für Kälteanlage der Eishalle und Wärmepumpe mit deren Einbindung betragen etwa zwei Millionen Euro netto“, beschreibt Stefan Barber.
Im Rahmen der weiteren Baumaßnahmen werden weiterhin keinerlei Einschränkungen hinsichtlich des Thermenbetriebes zu erwarten sein. Die gesamten Bauarbeiten, die bereits im Februar 2025 begonnen haben, geschehen, ohne dass der Gast etwas bemerke beziehungsweise das Angebot eingeschränkt werde. Die Wärmeversorgung ist während der Bauphase über die beiden bestehenden Blockheizkraftwerke gesichert.
Neben umfangreichen Handwerkerleistungen wie Maler-, Fliesenleger- und Bodenlegerarbeiten wurden in der Therme außerdem alle Becken und Betriebsflächen grundgereinigt und auf Schäden untersucht, Rohrleitungen und Lüftungsschächte gereinigt, Wartungsarbeiten an technischen Anlagen durchgeführt sowie Einrichtungen ersetzt. Erneuert wurde inzwischen bereits das Gradierwerk, die Arbeiten am neuen Ruhedeck im Saunagarten laufen im September an.
Die Dampfsauna im Thermenbereich bekam im Rahmen der Revision eine neue Innenkuppel mit einem Sternenhimmel, der Saunagarten drei neue Bäume. „Die Therme und Sauna werden damit weiterhin auf einem Top-Niveau gehalten. Es wird im Rahmen der Revision stets versucht, die Qualität und den Anspruch immer noch ein Stück nach oben zu setzen“, so Barber weiter.
Neuer Sternenhimmel
in der Dampfsauna
„Mit diesen Maßnahmen wollen wir insgesamt nachhaltiger werden und in Summe weniger Energie für den Thermebetrieb verbrauchen“, stellt Stefan Barber abschließend fest. Die weiteren Arbeiten wie die Inbetriebnahme der Wärmepumpenanlage sowie deren Einbindung sollen etwa bis Ende des Jahres 2025 abgeschlossen sein. Restarbeiten werden sich noch bis in das Jahr 2026 erstrecken.
Neues gibt es auch aus dem Gastronomiebereich der Eingangshalle: Dort glänzen zur „optischen Aufwertung“ jetzt drei goldene Säulen. Und glänzend sieht auch die Entwicklung der Therme-Besucherzahlen für 2025 aus: „Sie verläuft ebenso erfreulich wie im vergangenen Jahr“, verrät Stefan Barber gegenüber dem OVB.