Aiblinger spotten über „Schildawald“

von Redaktion

Ist es ein Gewinn für die Sicherheit oder ein Schildbürgerstreich? An der Lindenstraße in Bad Aibling hat sich jetzt die Beschilderung geändert. Wieso Bad Aiblinger schon vom „Schildawald“ spotten – und wie die Stadt die Maßnahmen begründet.

Bad Aibling – Neben anderen Hinweistafeln allein vier Verkehrsschilder in einem Abstand von nur gut 100 Metern, die auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit und unterschiedliche Vorfahrtsregelungen hinweisen: Das erwartet Verkehrsteilnehmer jetzt im Bereich des Bahnübergangs in der Bad Aiblinger Lindenstraße, die stadteinwärts unterwegs sind.

So mancher Bad Aiblinger spricht mit feinsinniger Ironie längst nicht mehr von einem Schilder-, sondern von einem „Schildawald“ – in Anspielung auf die Bedeutung von Schildbürgerstreichen. Bis vor Kurzem galt in Richtung Innenstadt sowohl an der Abzweigung für die vor der Bahnschranke gelegene Prof.-Kurt-Huber-Straße als auch an der Kreuzung mit der kurz hinter dem Bahnübergang einmündenden Dr.-Beck-Straße die Rechts-vor-Links-Regelung.

Verkehrsschau
sorgt für Änderung

Nunmehr wurde die Lindenstraße im Bereich der Prof.-Kurt-Huber-Straße als Vorfahrtsstraße ausgewiesen, während nur wenige Meter dahinter an der Kreuzung mit der Dr.-Beck-Straße weiter rechts vor links gilt. Ein Vorfahrtszeichen, das sich an dieser Stelle befindet und nicht zur geltenden Regelung passt, wurde kurzerhand mit schwarzen Längsstreifen versehen.

Die Stadt Bad Aibling weist darauf hin, dass die Änderung im Rahmen einer Verkehrsschau erörtert und von der Straßenverkehrsbehörde in Abstimmung mit der Polizei und dem Tiefbauamt umgesetzt worden sei. Ein Grund hierfür sei die Tatsache, dass die Beschilderung vor dem Bahnübergang bisher sehr unübersichtlich gewesen sei.

Zwischen der Einmündung der Sonnenstraße und dem Bahnübergang hätten sich auf wenigen Metern etliche Verkehrsschilder befunden. Neben dem Gefahrzeichen Bahnübergang listet die Stadt Hinweise auf die Zone 30, das Ende des Halteverbots, die Bushaltestelle und das Ende der Vorfahrtsstraße auf. Diese Schilder sind allerdings auch jetzt noch teilweise vorhanden.

Ein weiterer Grund für die Änderung im Bereich der Prof.-Kurt-Huber-Straße sei die Tatsache, dass die geltende Rechts-vor-Links-Regelung „häufig ignoriert“ worden sei, wie es Pressesprecherin Franziska Vogl von der Stadt Bad Aibling formuliert. „Viele Verkehrsteilnehmer hatten das Schild ‚Ende der Vorfahrtsstraße‘ nicht wahrgenommen und ließen Fahrzeuge aus der Prof.-Kurt-Huber-Straße nicht einfahren. Das hat wiederholt zu gefährlichen Situationen geführt“, sagt Vogl.

Deshalb habe man entschieden, die eingeschränkte Halteverbotszone und den Beginn der Tempo-30-Zone hinter den Bahnübergang zu verlegen. Freilich war dafür wiederum die Aufstellung eines zusätzlichen Verkehrsschildes vor dem Bahnübergang erforderlich.

Damit Linksabbieger aus der Sonnen- in die Lindenstraße nicht zu schnell unterwegs sind, musste vor dem Beginn der verlegten Tempo-30-Zone ein Hinweis angebracht werden, der eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h vorgibt. Auch auf der Fahrbahn befindet sich laut Stadt eine Tempo-30-Markierung.

Beschleunigen für
etwa 80 Meter

Etwas kurios mutet zudem die Situation für Verkehrsteilnehmer an, die auf der Lindenstraße in Richtung Therme fahren. Dort endet die Tempo-30-Zone kurz vor der Einmündung in die Sonnenstraße. Anschließend gilt für etwa 80 Meter die übliche innerörtliche Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Und dann findet sich wieder ein Schild mit dem Hinweis, dass nur Tempo 30 erlaubt ist.

„In diesem Bereich sorgen laut Stadt jedoch mehrere Elemente für eine „natürliche Verkehrsberuhigung“. Die Verkehrsbehörde führt in diesem Zusammenhang die Abbiegungen in die Prof.-Kurt-Huber-, die Maximilian- und die Sonnenstraße sowie den Bahnübergang selbst auf. „Diese verhindern ein überhöhtes Tempo. Es ist kaum möglich, über 30 km/h zu fahren“, sagt die Pressesprecherin.

Das sind die Schildbürger

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