Einige Echelon-Besucher werden unruhig

von Redaktion

Zeigten sich die Echelon-Besucher kurz nach dem Unwetter-Abbruch des Festivals bei Bad Aibling noch verständnisvoll, werden mittlerweile Stimmen laut, die auf eine Erstattung der Tickets pochen. Auf OVB-Anfrage hat sich erneut der Veranstalter zu Wort gemeldet – und will „zeitnah Klarheit schaffen“.

Bad Aibling – Nach dem Abbruch des Echelon-Festivals in Mietraching bei Bad Aibling aufgrund eines heftigen Unwetters in der Nacht auf Samstag, 15. August, äußerten sich in den sozialen Medien viele Echelon-Ticketbesitzer in puncto Kartenrückgabe völlig entspannt. Einige wenige hatten sogar angekündigt, auf eine Rückerstattung verzichten zu wollen, und begründeten diesen geplanten Schritt damit, dass der Veranstalter ja keinen Einfluss aufs Wetter, aber hohe Kosten durch den Abbruch habe.

Abbruch führt
zu Ansprüchen

Doch zwei Wochen nach dem frühzeitigen Aus für das Electromusik-Festival gibt es vereinzelt auch Ticketbesitzer, die unruhig werden. In der Facebook-Gruppe „Bürgerforum Bad Aibling“ hatte jüngst ein anonymes Mitglied im Hinblick auf die Absage des zweiten Echelon-Tages gefragt: „Wo bekomme ich endlich mein Geld zurück?“ Eine Frage, die dem Ticketbesitzer eher negative Reaktionen einbrachte. So kommentierte ein Gruppenmitglied die Fragen mit den Worten: „Mecker, mecker, mecker! Was macht ihr, wenn ihr im Urlaub seid und es nur regnet? Wollt ihr dann auch euer Geld wieder zurück?“

Rechtlich scheint die Lage klar zu sein, wie jüngst bereits eine Mitarbeiterin der Verbraucherzentrale Bayern auf OVB-Anfrage deutlich machte. „Nach unserer Auffassung steht den Festival-Besuchern bei Abbruch ein teilweiser Erstattungsanspruch des Ticketpreises zu“, teilte Julia Zeller, Referentin Verbraucherrecht bei der Verbraucherzentrale, jüngst dazu mit. Was nach Einschätzung der Verbraucherschützerin „grundsätzlich auch bei Unwetter“ gelte.

Indes hat sich Veranstalter Patrick Gallenmüller, der 2009 gemeinsam mit seinem Vater Horst das Festival ins Leben gerufen hatte, gegenüber dem OVB erneut zu Wort gemeldet. „Wir befinden uns aktuell in enger Abstimmung mit unserem Ticketanbieter, um eine faire und technisch praktikable Lösung für unsere Gäste zu erarbeiten“, so Gallenmüller von der Permanent Entertainment GmbH mit Sitz in München. „Ziel ist es, zeitnah Klarheit zu schaffen.“ So rechne er „bereits in den nächsten Wochen mit einem endgültigen Ergebnis.“

Um wie viele Ticket-Inhaber und Tickets es genau geht, die von einer Erstattung betroffen sein könnten, dazu kann der Veranstalter derzeit noch keine genaue Aussage treffen. „Hier befinden wir uns in der Aufarbeitung“, so Gallenmüller weiter. „Natürlich geht es bei einem Festival wie dem Echelon um mehrere 1000 Tickets.“

Schadenssumme weiterhin offen

Bedeckt hält sich der Echelon-Gründer hingegen bei Fragen zur Schadenssumme und einer möglichen Absicherung des Veranstalters durch eine Versicherung. „Zu Details interner Absicherungen äußern wir uns grundsätzlich nicht“, sagt Patrick Gallenmüller. „Wichtig ist, dass wir alles daran setzen, mit unseren Partnern faire Lösungen umzusetzen.“ In puncto Schaden können derzeit zudem „keine belastbaren Summen“ genannt werden. Gallenmüller: „Klar ist, dass der Abbruch eines Festivals einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden bedeutet.“

Dennoch will der Echelon-Gründer Unkenrufen, die dem Electromusic-Festival ein bitteres Ende wie einst dem „Chiemsee Summer“-Festival prophezeien, klar entgegentreten. „Der Termin für 2026 ist fixiert und wir bekommen bereits jede Menge Anfragen bezüglich der Tickets“, verrät Gallenmüller über das Festival 2026, das am Freitag, 14., und Samstag, 15. August 2026, auf dem Gelände der ehemaligen US-Kaserne bei Mietraching steigen soll. In Kürze soll bereits der Vorverkauf beginnen. Gallenmüller: „Wir freuen uns, die Planungen für das kommende Jahr bereits aufgenommen zu haben und unseren Gästen auch künftig ein starkes Festival-Erlebnis bieten zu können.“

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