Lebensfreude trotz Schicksalsschläge

von Redaktion

Barbara Kastner feiert in Bruckmühl ihren 90. Geburtstag

Bruckmühl – „Die größten Geschenke sind Freude an den schönen Dingen des Lebens, liebevolle Menschen in der Nähe und vor allem eine stabile Gesundheit“ – diese „Alters-Komponenten“ sind im Glückwunschschreiben des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder genannt. Sie treffen alle auf Barbara Kastner zu, die diesen Brief zu ihrem 90. Wiegenfest bekam.

Das Licht der Welt erblickte die lebensfrohe und humorvolle Jubilarin jedoch weit entfernt von ihrem jetzigen Wohnsitz in Bruckmühl: Sie ist als Nachkomme der vor rund 300 Jahren in den Balkan ausgewanderten sogenannten „Donauschwaben“ in St. Martin in der rumänischen Region Banat geboren. Sie wuchs dort auf, ging in Lipowa zur Schule und saß danach in einem großen Weberei- und Spinnerei-Betrieb in ihrem Heimatort am Webstuhl.

1956 schloss sie mit ihrem Mann Jakob die Ehe, aus der zwei Töchter, drei Enkel und ein Urenkel hervorgingen. Anfang der 1970er-Jahre übersiedelte sie mit ihrer Familie nach Deutschland, zunächst nach Unna/Nordrhein-Westfalen. Dort absolvierte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete danach im örtlichen Krankenhaus.

Später zogen sie nach Bruckmühl um, wo sie im damaligen Krankenhaus gleich eine Anstellung fand. Nach dessen Schließung im Jahr 1979 war sie bis zum Renteneintritt im benachbarten, seinerzeit gemeindlichen Altenheim tätig, das sie auch einige Zeit kommissarisch leitete.

Die Jubilarin erlitt im Jahr 1995 zwei schwere Schicksalsschläge: Zuerst verstarb ihr Ehemann und einige Monate später kam eine Tochter durch einen tragischen Unfall ums Leben. „Wenn man ein Kind verliert, ist das besonders schwer“, bekennt Barbara Kastner im Gespräch mit dem Mangfall-Boten. Sie hat sich dennoch ihren Lebensmut bewahrt. Sie strickt leidenschaftlich gern, aktuell ist ein Schal für ihre Urenkelin „in Arbeit“. Mit ihrem Lebensgefährten Franz hat sie viele Reisen nach Ost- und Südeuropa unternommen und die Beiden machen oft Spaziergänge.

Sie liebt auch die Musik. „Mein Vater war Musiker und ich habe schon als Kind gern gesungen – bis heute“, verrät sie und fügt hinzu: „Im Fernsehen schaue ich oft Musiksendungen an – und ‚Dahoam is dahoam.‘“ Nach ihrem „Altersrezept“ befragt, antwortet sie: „Reiselust, Musik, Lebensfreude und positiv denken.“

Im Namen der Marktgemeinde gratulierte Zweiter Bürgermeister Klaus Christoph mit einem „flauschigen Präsent“ zum Jubeltag, wünschte dem Geburtstagskind „alles erdenklich Gute und Gesundheit“ und konstatierte: „90 Jahre sind ein stolzes Alter.“

Schriftliche Glückwünsche und Blumen sandte Landrat Otto Lederer und schrieb: „Sie haben ein Lebensalter erreicht, dass nicht vielen Menschen vergönnt ist. Wir alle wissen, dass das Alter so manche Beschwerden beschert. Aber es bringt auch ein Mehr an Wissen, Gelassenheit und Lebenserfahrung mit sich. Ich wünsche ihnen noch viele Freude bringende Jahre bei guter Gesundheit.“ bjn

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