„Ich lebe für Geschichten“

von Redaktion

Catherine van Bruce aus Bruckmühl hat sich selbst ein Geburtstagsgeschenk gemacht und ihren Debütroman „Pyrovandia – Sei deine Flamme“ veröffentlicht. Welche Talente die 35-Jährige noch besitzt – und wieso sie ihrem Mann dankbar ist, obwohl er das Buch gar nicht gelesen hat.

Bruckmühl – Eigentlich müsste ihr Tag doppelt so viele Stunden haben: Denn neben ihrem Vollzeit-Job als Marketing-Managerin für B2B-Software pflegt Catherine van Bruce (35) so viele anspruchsvolle Hobbys, dass für Essen und Schlafen eigentlich keine Zeit mehr bleiben dürfte. Doch die sympathische und energiegeladene Frau mit dem ansteckenden Lachen bekommt alles unter einen Hut – vom Kampfsport bis zum „Job“ als Frontfrau einer Band. Und jetzt ist sie auch noch unter die Schriftsteller gegangen und hat mit dem Fantasy-Roman „Pyrovandia – Sei deine Flamme“ ihr „absolutes Herzensprojekt“ realisiert.

Frontfrau von „Mullberry Sky“

Geboren in Rosenheim und aufgewachsen in Bruckmühl, ist die 35-Jährige ihrer Heimat ihr ganzes bisheriges Leben verbunden geblieben. Auch heute noch lebt van Bruce gemeinsam mit ihrem Mann Michael und Katze Luna in Heufeld bei Bruckmühl – und zwar nahezu in Sichtweite zu ihrem Elternhaus, in dem sie aufgewachsen ist. „Ich bin einfach eine waschechte Bruckmühlerin“, sagt Catherine van Bruce und lacht.

In der Region ist sie nicht nur bis heute als Karate-Sportlerin beim TV Feldkirchen aktiv, sondern besuchte einst auch das Gymnasium Bruckmühl, wo sie das erste Mal so richtig mit Musik in Berührung gekommen war. So durfte sie in der Big Band des Gymnasiums einige Male als Sängerin ans Mikro, was sie heute als ihren „Einstieg in die Musikwelt“ bezeichnet. Vor allem „die Rock-Schiene“ hat es ihr angetan – kein Wunder also, dass ihre Band „Mullberry Sky“, deren Gründungsmitglied und Frontfrau sie ist, sich mit blueslastigem Rock einen Namen in der ganzen Region und darüber hinaus gemacht hat. Jüngst hatte die vierköpfige Band beispielsweise bei „MaxlRockt!“ in Feldkirchen-Westerham für Stimmung gesorgt.

Die Zeit mit ihren drei Band-Kollegen will die 35-Jährige auch in Zukunft auf keinen Fall missen. Zumal diese Termine oftmals auch Zeit mit ihrem Ehemann Michael bringen. Der spielt zwar nicht in der Band mit, ist aber bei den Gigs immer als „Feelgood-Manager“ dabei, weiß van Bruce zu berichten. „Wenn wir dann zu viert zu den Konzerten fahren, ist das für mich ein bisschen, als wäre ich mit meinem Mann und seinen Brüdern unterwegs“, sagt die 35-Jährige.

Wobei sich bei der Bruckmühlerin mittlerweile eine andere Kunstrichtung in den Vordergrund gedrängt hat – das Schreiben. „Deutsch war schon in der Schule mein Lieblingsfach“, sagt van Bruce, die bereits früher Gedichte für die Schülerzeitung verfasst hat. Als sie dann 2017 kurzzeitig ihren Job verloren hatte, reifte die Idee, ein Buch zu schreiben.

So begann sie damals unter dem Arbeitstitel „Tagtraum“ mit der Geschichte, die sie nun seit acht Jahren begleitet. „Ich habe immer wieder mal ein bisschen was weitergeschrieben“, erinnert sich die 35-Jährige. Und dabei auch teilweise eigene Erlebnisse einfließen lassen. „Gleich zu Beginn kommt beispielsweise eine Kündigung vor“, erzählt die Autorin. „Das habe ich ja damals selbst erlebt, auch wenn es nur drei Wochen gedauert hatte, bis ich eine neue Stelle angetreten habe.“

2025 wollte van Bruce dann endlich Nägel mit Köpfen machen. „Ich habe mir jedes Jahr um meinen Geburtstag etwas vorgenommen“, erzählt die 35-Jährige, die sich heuer im Februar ein klares Ziel gesetzt hatte: „Zu meinem Geburtstag Mitte August will ich das Buch endlich fertig haben.“ Gesagt – getan. „Letztlich habe ich alle Hebel in Bewegung gesetzt, dass ich das schaffe“, sagt die Bruckmühlerin, die dabei vor allem von ihrem Mann Michael unterstützt worden ist. „Er hat sich wirklich um so viel gekümmert“, verrät van Bruce. Daher habe sie ihm auch „ein großes Dankeschön in der Danksagung“ gewidmet.

Und wie findet ihr Ehemann nun ihren ersten Roman? „Er hat ihn nicht gelesen“, sagt die 35-Jährige und lacht. „Er ist überhaupt kein Leser und wartet, bis das Hörbuch fertig ist.“ Denn auch das ist gerade im Entstehen. „Das Buch ist ja aus zwei Sichtweisen verfasst, einer weiblichen, einer männlichen“, so van Bruce. „Der männliche Part wird daher von einem männlichen Sprecher eingesprochen, den weiblichen übernehme ich selbst.“

Die Rückmeldungen, die sie bislang von anderen Lesern bekommen habe, seien aber durchweg positiv. „Ich habe tolle Resonanzen bekommen“, berichtet die 35-Jährige – und zwar nicht nur aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. Auch ihre Mama, für die es laut van Bruce „total krass ist, dass ihre Tochter ein Buch geschrieben hat“, ist bereits in den Fantasyroman eingetaucht. „Das ist ja eigentlich überhaupt nicht ihr Bereich“, weiß auch van Bruce. „Sie hat mir aber gesagt, dass sie es sehr spannend findet.“

In den kommenden Wochen wird Catherine van Bruce unter anderem auch auf Buchmessen unterwegs sein, um die Werbetrommel für ihren Fantasy-Roman zu rühren. Wobei es keinesfalls ihr Ziel ist, als Autorin reich zu werden, aber zumindest die Ausgaben wieder hereinzuholen. Die nicht gering waren, nachdem van Bruce sich Unterstützung durch professionelle Lektoren und Korrektoren geholt hat. Auch das Cover hat eine professionelle Designerin nach den Wünschen der 35-Jährigen gestaltet, für Skizzen im Buch hat sie zudem mit einer Comic-Buch-Illustratorin zusammengearbeitet.

Doch der Aufwand hat sich gelohnt, wie van Bruce findet und sich an den Tag zurückerinnert, an dem sie das erste Exemplar in den Händen gehalten hatte. „Es war ein heißer Tag und ich war völlig durch von der Arbeit“, so die 35-Jährige. Als sie dann das Paket gesehen habe, sei aber alles drumherum vergessen gewesen. „Ich habe so gehofft, dass wirklich alles passt“, ist ihr der Moment, als sie den Karton geöffnet hatte, noch genau im Gedächtnis. „Das war dann schon eine große Erleichterung, als ich gesehen habe, dass alles passt.“

Bände 2 und 3
bereits in Arbeit

Doch die Beine hochzulegen und sich auf den Lorbeeren auszuruhen – das ist für die Bruckmühlerin nicht drin. Denn wer das Buch in der Hand hält, dem dürfte schnell auffallen, dass auf dem Buchrücken sowie auf dem Cover die Ziffer „1“ zu finden ist. „Es sind mindestens drei Bände geplant“, verrät Catherine van Bruce, die aber nicht glaubt, „dass die Geschichte dann schon zu Ende erzählt ist“.

Derzeit schreibe sie bereits parallel an Band 2 und 3. „Ich weiß ja schon, wie es weitergeht“, so die 35-Jährige, die sich für die Fertigstellung von Teil 2 ein durchaus sportliches Ziel gesetzt hat: „Mein Mann wird jetzt wahrscheinlich schimpfen, wenn er das liest“, sagt die 35-Jährige und lacht. „Aber ich habe jetzt mal Februar oder März 2026 angepeilt.“

So kommen für Catherine van Bruce nun erneut viele Tage, die eigentlich deutlich länger als 24 Stunden sein müssten, um das Pensum zu bewältigen. Und dennoch wird die 35-Jährige auch diese Aufgaben wieder meistern und ihre verschiedenen Talente und Projekte unter einen Hut bringen. Was einfach auch damit zu tun hat, dass sie mit dem ganzen Herzen dabei ist. Denn, so Catherine van Bruce: „Ich lebe für Geschichten – und ich liebe Geschichten.“

„Pyrovandia – Sei deine Flamme“: Reise an Ort voller Magie

Spitzname stammt aus der Jugendzeit

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