Feldkirchen/Unterlaus – Noch immer ist die Ursache für einen Riss im Deckengewölbe unklar, der zu einer mehrmonatigen Sperre der Kirche St. Vitus in Unterlaus führte. Sondenbohrungen sollen jetzt Gewissheit über das Ausmaß des Schadens und die Kosten bringen, die für dessen Behebung auf die Kirchengemeinde zukommen.
Kirchenpfleger Johann Stahuber liegen mittlerweile Angebote von Fachfirmen und eine Konzeption für die Ausführung der Bohrungen vor, die Auftragsvergabe erfolgt demnächst. „Die Bohrungen sollen noch im Herbst über die Bühne gehen“, sagt Stahuber.
Unmittelbare
Gefahr ist gebannt
Das Gotteshaus musste Mitte November vergangenen Jahres geschlossen werden, nachdem ein Statiker die schadhaften Putz- und Stuckstrukturen im Bereich des Risses untersucht und diese Maßnahme aus Sicherheitsgründen angeordnet hatte. Im Pfarrverband Feldkirchen-Höhenrain-Laus stellte man sich rasch auf die neue Situation ein, die Gottesdienste fanden vorübergehend im Pfarrheim statt.
Kurz vor Ostern wurde dann nach den Vorgaben des Statikers ein massives Holzgerüst im Kirchenschiff errichtet. „Es dient als Notbehelf zur Abstützung des schadhaften Mauerwerks“, erläutert der Kirchenpfleger. Damit war die unmittelbare Gefahr für die Kirchenbesucher zunächst gebannt, deshalb können seit Gründonnerstag wieder regelmäßig Messen in der Vitus-Kirche gefeiert werden.
Schon damals erbrachten Mitglieder der Pfarrgemeinde rund 100 ehrenamtliche Stunden an Eigenleistung, um diese Notlösung möglich zu machen. „Wir werden auch bei den anstehenden Arbeiten wieder im Rahmen unserer Möglichkeiten mithelfen“, versichert der Kirchenpfleger.
Für die nun anstehenden Baugrund-Untersuchungen wurden nach seinen Angaben rund um die Kirche sieben Punkte im Bereich der Außenmauer festgelegt, an der „steile Schrägbohrungen“ erfolgen. Der Bohrer dringt dabei bis zu fünf Metern Tiefe ins Erdreich vor. Im Abstand von rund zwei Metern zur Kirchenmauer werden darüber hinaus mit vier Rammsonden ebenfalls aus etwa fünf Metern Tiefe weitere Bodenproben genommen.
Dank der Bohrungen gewinne man nicht nur Erkenntnisse über die Beschaffenheit des Tuffuntergrundes, auf dem die Kirche errichtet worden sei, sagt Stahuber. „Wir wissen dann auch, ob eventuelle Fugen zwischen Fundament und Baugrund entstanden sind“, so der Kirchenpfleger. Damit mögliche weitere Setzungen der Außenmauern künftig festgestellt werden können, werden an zwölf Fixpunkten im Umfeld der Kirche außerdem Stahlstifte gesetzt, die auf einen Zehntelmillimeter genau eingemessen werden und auch kleine Veränderungen anzeigen.
„Da der Riss quer verläuft, ist natürlich eine zentrale Frage, ob Absenkungen zu befürchten sind“, sagt Michael Liegl, der Verwaltungsleiter des Pfarrverbandes Feldkirchen-Höhenrain-Laus. Er geht davon aus, dass zur Deckung der anfallenden Sanierungskosten auf jeden Fall ein Zuschussantrag an das Ordinariat gestellt wird. „Das können wir aber erst tun, wenn wir konkrete Zahlen haben“, so Liegl.
Weil eine Eigenbeteiligung der Kirchengemeinde für die Gewährung von Finanzspritzen aus dem Ordinariat zwingend erforderlich ist, ist der Kirchenpfleger auch im Bereich der Mittelbeschaffung bereits aktiv geworden. Rund 1500 Euro hat nach seinen Angaben beispielsweise eine Altmaterialsammlung zugunsten des Projekts erbracht, die in der Kuratie durchgeführt wurde. Johann Stahuber will außerdem an die Bayerische Landesstiftung, den Bezirk Oberbayern und das Landesamt für Denkmalpflege mit der Bitte um Unterstützung herantreten.
Hoffnung auf
finanzielle Zuschüsse
Optimistisch, dass er von dort Hilfe bekommt, stimmt ihn die Erinnerung an die 2010 abgeschlossene Renovierung der Filialkirche in Elendskirchen. Rund 300000 Euro verschlangen die Arbeiten damals, etwa 45000 Euro an Zuschüssen kamen von diesen drei Institutionen. „In Zeiten knapper Finanzen dürften Subventionen eher knapper ausfallen. Es würde uns aber sehr weiterhelfen, wenn wir uns über Geld aus den Töpfen dieser Einrichtungen freuen dürfen“, so der Kirchenpfleger.