Bad Aibling – Gut 30 Blühwiesen, die eine Gesamtfläche von etwa 65000 Quadratmetern aufweisen, gibt es nach Angaben von Stadtgärtnermeister Andreas Arnold derzeit in Bad Aibling. Eine weitere solche Fläche, die dem Schutz der Artenvielfalt dienen soll, wurde kürzlich im Beisein von Bürgermeister Stephan Schlier offiziell „eingeweiht“.
Es ist das rund 200 Quadratmeter große Rasenstück vor dem Paulusheim, auf dem der städtische Bauhof drei für diesen Zweck geeignete Grünstreifen anlegte. Auf denen wurde nach Auskunft von Christian Hilz, der beim Bauhof als Experte für Blühwiesen gilt, „mehrjähriges Saatgut“ eingebracht. „Wir haben etwa 70 bis 80 verschiedene Kräuter, Pflanzen und Gräser gesät – darunter Mohn, Wegwarte und Margeriten“, berichtete Hilz bei dem Ortstermin. Vor dem Ansäen habe man die Fläche zweimal gefräst und beim dritten Fräsen Kies und Saatgut gemeinsam eingebracht.
Nur Saatgut aus der
Region verwendet
Der Anstoß zu der Maßnahme kam von der örtlichen Kolpingsfamilie, die Kirchenverwaltung unterstützte das Ansinnen von Anfang an. „Wenn es auch nur eine eher kleine Maßnahme ist: Wir wollten mit dieser Aktion ein Zeichen setzen, dass uns der Erhalt der Schöpfung einfach ein wichtiges Anliegen ist“, begründet Vorsitzender Franz Besel, warum sich die Kolpingsfamilie zu diesem Schritt entschlossen hat und auch die Kosten für die künftig anfallenden Pflegemaßnahmen trägt.
Stadtgärtnermeister Andreas Arnold legte vor allem Wert darauf, dass auf dem Areal nur Saatgut aus der Region verwendet wird. Er riet dazu, im Regelfall nur einmal pro Jahr zu mähen. „Ende Juni bis Mitte Juli ist die beste Zeit dafür. Natürlich hängt das auch ein bisschen vom Wetter ab“, sagte Arnold.
Kirchenpfleger Norbert Kotter, der auch stellvertretender Vorsitzender der Bad Aiblinger Kolpingsfamilie ist, misst der Blühwiese ebenfalls einen wichtigen Symbolcharakter bei. „Wir zeigen damit, dass uns der hohe Stellenwert einer intakten Natur bewusst und auch ein wichtiges Anliegen ist, das wir unterstützen wollen“, so Kotter. Der Kirchenpfleger bedankte sich bei der Stadt und dem Bauhof ausdrücklich für die „wertvolle fachliche Hilfe“ bei der Umsetzung des Projekts.
Bürgermeister Stephan Schlier dankte wiederum der Kolpingsfamilie für ihr Engagement und sieht die neue Blühwiese als eine gute Ergänzung der bestehenden Flächen im Stadtgebiet. Er begrüßt vor allem auch, dass sich das Bewusstsein in der Bevölkerung für den Wert solcher Areale in den vergangenen Jahren zum Positiven verändert hat. „Früher galten sie als ungepflegt, heute wissen die Leute zu schätzen, wie wichtig solch naturbelassene Flächen nicht nur für die Insektenwelt sind“, betonte der Rathauschef beim Ortstermin. tt