Die neue alte Traditionsstätte

von Redaktion

Lange hatten in Bad Aibling viele Menschen darauf gewartet: Nun ist seit einem Monat wieder Leben in das altehrwürdige Parkcafé Hotel Bihler am Kurpark eingekehrt. Die neuen Besitzer sprechen jetzt über die ersten Wochen, nostalgische Erinnerungen sowie den „bayerischen“ Fokus und Hotelpläne.

Bad Aibling – Es herrscht reger Betrieb in der Aiblinger Katharinenstraße, als wäre es nie anders gewesen. An diesem Vormittag strahlt die Sonne auf die geräumige Terrasse am Rande des Kurparks. Es duftet nach frisch zubereitetem Cappuccino, an manch einem Tisch wird bereits bayerische Hausmannskost serviert. In das altehrwürdige Parkcafé Hotel Bihler ist nach 18 Jahren Stillstand seit Kurzem wieder Leben eingekehrt. Doch kann die alte, beliebte Traditionsgaststätte nach so langer Zeit einfach wieder wachgeküsst werden?

„Schreckensmoment“
am ersten Tag

Wie berichtet, sind die neuen Besitzer des malerischen Anwesens mit der gelb-grünen Fassade keine Unbekannten in Bad Aibling. Die Schwestern Lisa Goldbach und Janina Tomschiczek betreiben seit vielen Jahren die florierende CaféLotte Bar in der Kirchzeile, wo sie von der Tochter der verstorbenen Vorbesitzerin Helene Bihler auf die mögliche Nachfolge angesprochen wurden. Zusammen mit Bruder Jakob Tomschiczek entschlossen sich daraufhin Lisa und Janina, das besondere Abenteuer am idyllischen Rande des Kurparks zu starten.

Seit rund einem Monat, hat das alte und zugleich neue Hotel Café Bihler wieder geöffnet. Nach aufreibenden Monaten sitzen die drei Geschwister auf der Terrasse und sprechen über den Start, der mit einem ersten Schreckmoment begonnen hatte. „Wir haben es gerade so geschafft, am 1. August aufzumachen, aber es war erst mal niemand da“, erinnert sich Lisa Goldbach schmunzelnd an die ersten Momente nach der Eröffnung. Doch das ungute Gefühl währte nicht lange. Umgehend habe man einige Gäste aus der voll besetzten CaféLotte Bar in die Katharinenstraße geschickt „und am ersten Abend war das Lokal hier dann schon voll“, so Goldbach.

Alles in allem sei man sehr zufrieden mit der Neueröffnung des Hotel Café Bihler. „Es hat sich in den vergangenen Wochen direkt wieder etabliert bei den Menschen“, sagt die 33-Jährige. Das gesamte Ambiente des traditionellen Gebäudes, die geschützte, grüne Atmosphäre mit dem Rauschen des Baches. All jene Aspekte hätten dazu beigetragen, dass sich die Menschen hier wieder sofort wohlfühlten. Hautnah erlebt das auch Jakob Tomschiczek mit, der in den vergangenen zehn Monaten täglich auf der Baustelle war und nun jedes Kabel, jedes Rohr und jede Wasserleitung kennt. „Die Menschen sind hier ja täglich vorbeigekommen und haben den Umbauprozess miterlebt“, sagt er.

Nostalgische
Erinnerungen

Dieses Interesse der Aiblinger spiegele sich nun auch seit der Eröffnung wider. „Die Leute kommen rein, bestellen etwas, schauen sich den Gang an und erkennen sofort Details wie ein Regal von früher“, sagt der 26-Jährige. Apropos früher: Auffällig sei überhaupt, dass unter den Besuchern viele etwas ältere Menschen seien, die das Lokal von damals kennen. „Eine der ersten Frühstücksreservierungen haben wir hier von einem Ehepaar erhalten, das damals hier Hochzeit gefeiert hatte und nun zur goldenen Hochzeit wieder herkam“, erzählt Lisa Goldbach.

Denn wie Schwester Janina Tomschiczek betont, lebe das Anwesen von einem „ganz besonderen Charme“, den man in vielen Bereichen auch bewahrt habe. Laut der 32-Jährigen wolle man auch deshalb versuchen, gerade die Außenterrasse so lange wie möglich offenzuhalten, was durch die Überdachung sicher noch eine Weile möglich sein wird.

Doch worauf wollen die drei Geschwister neben dem Erhalt des besonderen Ambientes eigentlich einen gastronomischen Fokus legen? „Grundsätzlich wollen wir hier, wie auch in der Lotte, einen Ort für jedermann, für Jung und Alt schaffen“, sagt Lisa Goldbach. Neben einer kleinen Frühstückskarte liege ein Schwerpunkt im Hotel Café Bihler auf der bayerischen Küche. „Wir finden einfach, dass so etwas derzeit fehlt“, sagt Goldbach und spricht von „echter Hausmannskost“, von knusprigem Schnitzel, von Zwiebelrostbraten oder einer Forelle.

Und dieses Angebot scheint bei den zahlreichen Besuchern an einem der idyllischsten Aiblinger Plätzchen gut anzukommen. Das neue Lokal zusammen mit der CaféLotte Bar gleichzeitig zu stemmen, sei laut den Schwestern Lisa und Janina nur durch den Einstieg von Bruder Jakob, den allgemeinen familiären Zusammenhalt und durch ein ganz besonderes Team möglich. Doch am Ende ihrer Entwicklung sind die neuen Eigentümer in der Katharinenstraße noch lange nicht.

Auch Hotelbetrieb
ist in der Planung

Während in diesen Tagen ein Grillplatz im Garten errichtet wird, rückt nun auch der bisher noch nicht gestartete Hotel-Betrieb in den Fokus der drei Geschwister. Die Belegung der rund 20 Zimmer soll bis Ende des Jahres starten können. Zudem können sich die Gastronomen gut vorstellen, ihr Lokal in Zukunft auch für größere Feiern wie Hochzeiten zu vermieten. Nachdem also 18 Jahre lang Stillstand herrschte, ist der Bereich am Rande des Kurparks nun so richtig zum Leben erweckt worden.

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