Nachruf

von Redaktion

Au – Eine innige Liebe zu Familie, Gemeinschaften, Tieren, Natur und Bergen – das wurde mit Anna Schlemer verbunden. Die in Au als „Schlemer Nannä“ bekannte Frau, die Zeit ihres Lebens fest an Gott glaubte, ist nach einem langen und erfüllten Leben im Alter von 97 Jahren verstorben.

Um die herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Oma und Uroma trauern ihre Kinder Sepp, Annelies, Hubert, Gisela und Christoph mit ihren Familien, sowie zehn Enkel und 15 Urenkel.

Mit dem Tod von Anna Schlemer verliert die Pfarrei und die Auer Gemeinschaft ein bedeutendes Mitglied, wie Pfarrvikar Pater John in seiner Predigt betonte.

In Anlehnung an das Johannes-Evangelium sei sie eines jener stillen und zuverlässigen Weizenkörner gewesen, die durch ihr Wirken für Familie, Gemeinschaft, Kranke und Hilfsbedürftige reiche Früchte im Sinne der Nächstenliebe trug. Dies zeigte sich unter anderem in ihrer über 50-jährigen aktiven Mitgliedschaft im Kirchenchor, dem sie seit ihrem zwölften Lebensjahr angehörte.

Der Chor brachte ihr mit einem Requiem ein letztes Dankeschön dar. Die Auer Musi bereicherte die Beerdigung musikalisch. Anna Schlemer vertiefte ihren Glauben mit dem regelmäßigen Besuch von Gottesdiensten, Wallfahrten nach Altötting und Birkenstein sowie ihrem Engagement in der Pfarrei.

Urenkelin Regina erinnerte im Namen der Angehörigen an bewegende Momente und schöne Erlebnisse mit ihrer Uroma und Oma.

Anna Schlemer, geboren als Anna Maier am 8. Dezember 1927 in Gottschalling, wuchs als fünftes Kind auf. Nach dem frühen Tod ihres Vaters besuchte sie die Volksschule in Au und absolvierte eine Ausbildung in Landwirtschaft und Haushalt an der Berufsschule in Rosenheim.

Danach arbeitete sie in landwirtschaftlichen Betrieben in Kronwitt und auf dem Koglerhof. Im Jahr 1952 heiratete sie den Müller Josef Schlemer und zog mit ihm in das Anwesen im Achtal, wo sie die Landwirtschaft versorgte und ihn in seinem Elektrogeschäft unterstützte.

Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes im Dezember 1979 stärkten Kinder, Nachbarn und Verwandte Anna Schlemer den Rücken. Ihren Hobbys und Leidenschaften, wie Singen, Musizieren und Radtouren, ging sie weiterhin nach. Im Ski-Club Au, dem sie über Jahrzehnte angehörte, war sie Mitglied der „Freizeit-Aktiv-Gruppe“ und galt als guter Geist an den Verpflegungsstationen der Wendelsteinrundfahrt.

Sie übernahm Ehrenämter als Fahnenmutter beim Veteranen- und Reservistenverein Au (1962) und bei den Auer Hubertusschützen (1979). Anna Schlemer gehörte zu den ersten Frauen, die 1953 in den Trachtenverein GTEV „Immergrün“ Au aufgenommen wurden und leistete bis zu ihrem Tod einen Beitrag zur Pflege von Brauchtum, Kultur und Heimat.

Die Fahnenvereine würdigten ihre Verdienste mit einem letzten Geleit und dem Senken der Fahnen am offenen Grab. Auch der Obst- und Gartenbauverein Au-Dettendorf, dem sie über 40 Jahre angehörte, nahm Abschied von seinem ältesten Mitglied und würdigte ihre Gastfreundschaft und ihr Engagement. pes

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