Ausstellung vereint Skulpturen und Malerei

von Redaktion

In der neuen Schau in der „Galerie Markt Bruckmühl“ treten sich zwei Sphären gegenüber und gehen ein inspirierendes Wechselspiel ein. Gezeigt werden Werke von Bernhard Betz und Klaus-Martin Treder.

Bruckmühl – „PUR“ lautet das Motto der neuen Ausstellung in der „Galerie Markt Bruckmühl“, die Skulpturen von Bernhard Betz und Malerei von Klaus-Martin Treder zeigt. „Eine klare Gegenüberstellung in der Begegnung eines Bildhauers und eines Malers, die insofern zwei Sphären in den Blick nimmt, die sich hier gegenübertreten und in dieser Zusammenkunft trotz aller Unterschiede einen Lebensraum schaffen, der inspiriert und unsere Sicht auf die Dinge in Bewegung setzt“, sagte Dr. Sonja Klee in ihrer Einführungsrede zur neuen Ausstellung bei der Vernissage.

Metamorphose von
Alltagsgegenständen

Mit Blick auf die Werke von Bernhard Betz betonte sie: „Offensichtlich durchlaufen alle diese Möbel und Gebrauchsgegenstände, die sein Ausgangsmaterial darstellen, unter seiner Hand eine tief greifende Metamorphose, wobei gewissermaßen jeder seine spezifischen Eigenschaften und Eigenarten kreativ einbringt. Denn die Skulpturen entstehen ganz aus sich heraus, ihnen wird nichts von außen zugeführt.“ Was die Gegenstände allerdings mitbrächten, sei ihre jeweilige Vorgeschichte – oder zumindest eine Ahnung davon. „Ein bis dahin gelebtes Leben, das sie mit dem oder den Menschen verbindet, die sie benutzt haben. Deren Anwesenheit ist gleichsam in ihrer Abwesenheit zu spüren.“

Die Kunsthistorikerin führte weiter aus: „Des Weiteren fällt auf, dass wir es mit Objekten zu tun haben, die alle in einem handwerklichen Prozess fabriziert wurden. Es tritt gewissermaßen eine Steigerung vor unser Auge: vom Rohmaterial zum Handwerk zum Kunstobjekt. Die gesellschaftliche Arbeit, die somit eingeschrieben ist, ist kein uninteressanter Aspekt des Werkprozesses, den der Künstler auch als Rekonstruktion beschreibt.“

Zur Malerei von Klaus-Martin Treder stellte die Vorsitzende des Kunstvereins Schwäbisch-Hall fest: „Auf den ersten Blick begibt er sich in die Tradition der Abstraktion, die hier oder dort in den Bildern als abstrakter Expressionismus oder konkrete Kunst anklingt.“ Doch sei man auf dem Holzweg, wenn man seine Arbeiten hier verorten würde.

Eine Inszenierung
der Malerei

„Es geht losgelöst von solchen vordergründigen Analogien um ein ganz anders gelagertes Projekt, dem hier auf dem Feld der Malerei nachgegangen wird. Gegenstand seiner Malerei ist die Farbe und damit ein Gegenstand, der gleichsam die Essenz der Malerei bedeutet“, erklärte die Kunsthistorikerin. Daran komme man bei der Betrachtung der Bilder nicht vorbei.

„Sehen wir von Weitem abstrakte Bilder der einen oder anderen Expression, so entdecken wir bei näherer Betrachtung überraschend auch Dinge aus dem alltäglichen Lebensumfeld, wie Plastikdeckel, Kaffeebohnen oder Hülsen von Augentropfen, die sich meist auf einer größeren geschütteten Farbfläche verteilen.“ Was allerdings so spontan scheine, sei dies nur bedingt. Denn nicht wenige der Farbtropfen und Dinge wurden laut Dr. Sonja Klee erst nachträglich appliziert und pointiert zur Malerei im Bezug gesetzt. „Das heißt, nach dem Stadium der ersten Schüttung und dem Dripping erfolgt eine bewusste Konstruktion, eine Inszenierung der Malerei, die beide Zustände – den expressiven und den konzeptionellen – in Übereinstimmung bringt.“

Eröffnet hatte die gut besuchte Vernissage Bürgermeister Richard Richter, der die Besucher animierte: „Sie können bei dieser Ausstellung mit vielen schönen künstlerischen Impressionen und guten Gesprächen die Woche beschließen.“ Galerie-Leiterin Cornelia Ahrens wünschte den Gästen, darunter Altbürgermeister Franz Heinritzi, die Bad Aiblinger Stadträtin und Kulturreferentin Elisabeth Geßner, die Fördervereins-Vorsitzende der Stadtbücherei Bad Aibling, Heidi Benda und Künstler aus der Region, „ganz viel Freude bei der Ausstellung“.

Im Rahmen der Vernissage wurde mit viel Applaus außerdem Karin Walz in den Ruhestand verabschiedet. Sie gehörte zu den Mitarbeiterinnen der ersten Stunde der 1994 gegründeten Galerie.

Die insgesamt 52 Exponate von Bernhard Betz und Klaus-Martin Treder sind in der „Galerie Markt Bruckmühl“ noch bis zum 12. Oktober zu sehen. Geöffnet ist die Galerie mittwochs von 14 bis 18 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr.

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