Seit 100 Jahren Mahner für den Frieden

von Redaktion

Der Veteranenverein Berbling wurde 1925 in den Wirren zwischen den Weltkriegen gegründet. Nun feierte er sein Jubiläum. Dabei wurde deutlich: Der Daseinszweck des Vereins ist aktueller denn je.

Berbling – Zwischen den beiden schrecklichen Weltkriegen wurde am 14. Februar 1924 in Berbling der Veteranenverein gegründet. Im Jahr darauf, am 17. Mai 1925, erfolgte die Weihe der stolzen Fahne. Das denkwürdige Ereignis vor 100 Jahren feierte der Verein, der ein traditionsreicher Mitgestalter der dörflichen Wertegemeinschaft und Mahner für den Frieden in einer friedlosen Zeit ist, am vergangenen Wochenende mit einem würdevollen Veteranenfest.

Malerische Kulisse beim Gottesdienst

Bad Aiblings Bürgermeister Stephan Schlier, seine Vorgänger Felix Schwaller und Dr. Werner Keitz sowie Mitglieder aus dem Stadtrat erwiesen dem Verein aus dem malerischen Dorf vor den Toren der Kurstadt die Ehre. Ihre Verbundenheit mit dem Jubiläumsverein bekundeten stattliche Abordnungen der Veteranen-, Krieger- und Reservistenvereine aus Götting, Bad Aibling, Ellmosen-Harthausen, Irschenberg, Kematen-Dettendorf und Au sowie Berblings Feuerwehr und die Burschen.

Stolze Vereinsfahnen, die Stadtpfarrer Philipp Kielbassa als „Wegweiser zum Himmel“ bezeichnete, bereicherten die malerische Kulisse beim Gottesdienst vor dem Berblinger Feuerwehrhaus sowie beim Kirchen- und abschließenden Festzug durchs Dorf. Als klangvoller Begleiter und Stimmungsgarant in der Moarhalle fungierte die Trachtenkapelle Dettendorf.

Gott der Herr wolle die Menschen mit ganzem Herzen bei sich haben, sagte Bad Aiblings Stadtpfarrer Philipp Kielbassa in seiner Predigt und nahm damit Bezug auf einen Vers aus dem Lukas-Evangelium. Mit ganzem Herzen und mit Liebe sich dem Nächsten zuzuwenden – das hat sich auch der Veteranenverein, einst als „Selbsthilfeverein“ für vom Krieg gezeichnete Weggefährten gegründet, zum Ziel gesetzt. Dazu gehört auch die Pflege des Ehrendenkmals zum Gedenken gefallener, vermisster und verstorbener Weggefährten.

Höhepunkt des Gottesdienstes war die Segnung eines neuen Ordensbandes, das Fähnrich Peter Holzmaier, unterstützt von den Begleitern Michael Kink und Peter Pfatrisch, an der Vereinsfahne befestigte. Wie Andreas Kirschner, Vorsitzender des Veteranenvereins Berbling, erklärte, ersetzt das neue Ordensband das 100 Jahre alte und nicht mehr restaurierbare Totenband. Am neuen Ordensband sollen Abzeichen aus den vergangenen Jahrzehnten ihren Platz finden.

Ein sichtbares Zeichen
des Zusammenhalts

In seiner Laudatio würdigte Bürgermeister Stephan Schlier die wertvolle und wichtige Vereinsarbeit des Berblinger Vereins, der in den Wirren zwischen den Weltkriegen ins Leben gerufen wurde und mit Blick auf aktuelle Weltgeschehnisse bis heute eine Daseinsberechtigung hat.

Seit 80 Jahren herrsche auf deutschem Boden Frieden, der jedoch auf wackeligen Füßen stehe, so Bürgermeister Schlier. Veteranen-, Krieger- und Reservistenvereine setzten ein sichtbares Zeichen des Zusammenhalts und verpflichten zur Mahnung an die Opfer und Toten von Kriegen, Gewalt und Terror.

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