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Nachhaltigkeit für Genießer

von Redaktion

Kostenloses Obst aus der Region – das gibt es unter anderem in Bad Aibling im Rahmen der Aktion „Gelbes Band“. Wieso das Angebot zwar durchaus positiv bewertet wird, aber noch nicht so richtig in die Gänge kommt.

Bad Aibling – Obst vor dem Verrotten zu bewahren, ist das Ziel der Aktion „Gelbes Band“, an der sich die Stadt Bad Aibling bereits zum fünften Mal in Folge beteiligt. Initiiert wurde die Aktion vom Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft in Niedersachsen. Sie will bewirken, dass Menschen ohne eigenen Garten kostenlos von jenen Früchten profitieren können, die Eigentümer von Obstbäumen nicht abernten.

Um Bäume, deren Früchte kostenlos für den Eigenbedarf zur Verfügung stehen, kenntlich zu machen, sollen sie mit einem gelben Band umwickelt werden. Die Bänder gibt es kostenlos bei der Stadt. Sie ist bereits mit gutem Beispiel vorangegangen und hat die Bäume der Streuobstwiesen, die sich in ihrem Besitz befinden, entsprechend gekennzeichnet.

Unkompliziert frische Früchte frei Haus

„Dort wird das Angebot gut angenommen“, sagt Pressesprecherin Franziska Pasternack von der Stadt Bad Aibling. Über die Erntemengen in den vergangenen Jahren liegen ihr keine Angaben vor. Auch darüber, wie viele Privatpersonen sich an der Aktion beteiligen, führt die Stadt keine Statistik.

Stadtgärtnermeister Andreas Arnold geht davon aus, dass die Obstmenge in seinem Zuständigkeitsbereich witterungsbedingt heuer geringer ausfällt als in den Vorjahren. Er schätzt, dass ein Erntevolumen von acht bis zehn Kubikmetern zur Verfügung steht. „Das Obst an unseren Bäumen ist ohnehin da. Mit dem gelben Band laden wir alle ein, es zu nutzen. So entsteht ein unkomplizierter Zugang zu frischen Früchten aus der Region und damit auch zu guter Ernährung“, so Arnold.

Eine Sichtweise, die Klimaschutzbeauftragter Albert Bernstetter von der Stadt Bad Aibling teilt. Er bewertet die Aktion „sehr positiv“. Obst, welches für einen selber zu viel sei, werde im Sinne des Gemeinwohls bereitgestellt, sagt Bernstetter. Er bedauert allerdings, dass die Aktion in der Region noch nicht so bekannt ist wie in Niedersachsen. Deshalb werde sie auch noch nicht so gut angenommen, wie er es gerne hätte.

„Ein extrem
schlechtes Obstjahr“

Dass sich die Akzeptanz der Aktion steigert, darauf hofft Bürgermeister Stephan Schlier. Hinter ihr steckt ein guter Gedanke“, ist der Rathauschef überzeugt. „Da geht es auch um Nachhaltigkeit“, so Schlier.

Christa Dengler, die Vorsitzende des Bad Aiblinger Obst- und Gartenbauvereins, ist nicht unbedingt davon überzeugt, dass sich die Resonanz auf das Angebot künftig stark verbessert. „Das ist gut gedacht, aber die Realität sieht anders aus. Das Obst kann man in der Regel nicht ohne Leiter pflücken. Daran scheitert oft das Interesse“, weiß sie zu berichten. Private Grundstückseigentümer scheuten zudem häufig auch deshalb vor einer Beteiligung an der Aktion zurück, „weil kaum einer einen Unfall auf seinem Grundstück riskieren will“. Heuer komme erschwerend hinzu, dass die Ernte witterungsbedingt sehr gering ausfallen werde. „In der Blütezeit hatten wir einen Kälteeinbruch. Wir haben ein extrem schlechtes Obstjahr“, so Dengler.

Wie mager die Erntebilanz ausfällt, erfährt die Vereinsvorsitzende auch persönlich. Von den Äpfeln aus ihrem Garten habe sie im Vorjahr etwa 30 Liter Saft gewinnen können. „Heuer fahre ich erst gar nicht zum Pressen“, sagt sie. Die Zwetschgenernte kommt bei ihr einem Totalausfall gleich. „Ich habe keine einzige“, bedauert Dengler.

Standorte der Obstbäume

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