Wunschbaum soll Spardiktat abfedern

von Redaktion

Stadtbücherei Bad Aibling hofft nach Mittelkürzung durch die Stadt auf mehr privates Sponsoring

Bad Aibling – Aufgrund der angespannten Haushaltslage der Stadt muss auch die Stadtbücherei kräftig sparen. Um 30 Prozent hat der Stadtrat das Jahresbudget der Einrichtung gekürzt, das sich dadurch von bisher 50000 auf 35000 Euro verringert. Mit einem sogenannten Wunschbaum wollen Büchereileiterin Gabriele Huber und ihr Team jetzt versuchen, die drastischen Folgen des Konsolidierungskurses ein wenig abzufedern.

„Das trifft uns hart. Dennoch muss ich auch künftig ständig ein attraktives Angebot bereithalten“, sagt Huber. Damit dies gelingt, hofft sie verstärkt auf privates Sponsoring. Das soll durch den Wunschbaum angeregt werden, der seit kurzem in den Räumen der Bücherei steht. An ihm hängen viele Zettel. Jeder steht für ein Buch, welches benötigt wird, aufgrund der fehlenden Mittel im Moment aber nicht beschafft werden kann.

Wer will, kann beim Besuch der Bücherei einen oder mehrere solcher Zettel mitnehmen, die erbetene Lektüre im Fachhandel besorgen und der Bücherei spenden. Wie viel Geld die Erfüllung des jeweiligen Wunsches kostet, ist auf dem Zettel ebenfalls vermerkt.

„Die Idee vom Wunschbaum ist in unserer Jahreshauptversammlung entstanden. Wie sie umgesetzt wurde, davon bin ich begeistert“, sagt Heidi Benda, die Vorsitzende des Fördervereins der Bücherei. Auch sie hat schon einen Zettel abgenommen und einen Wunsch erfüllt. Einige Besucher der Bücherei haben sich ebenfalls bereits an der Aktion beteiligt.

„Ich bin ganz zufrieden, wie das angelaufen ist“, sagt die Büchereileiterin. Mit Heidi Benda verbindet sie die Hoffnung, dass die Zahl der Unterstützer noch größer wird und sich auch dauerhaft Förderer finden. „Die brauchen wir dringend“, betont Benda, die als Stadträtin und Vizebürgermeisterin viele Jahre die Kommunalpolitik in Bad Aibling mitgestaltet hat.

Umso mehr ärgert sie deshalb, wenn sie aus den Reihen des Stadtrates Stimmen hört, die Erstaunen über die Höhe des Bücherei-Etats zum Ausdruck bringen. „Die haben keine Ahnung, wie eine Bücherei läuft“, sagt Benda.

Damit die Leserinnen und Leser bei gesponserten Büchern auch wissen, wer sie zur Verfügung gestellt hat, vergibt die Stadtbücherei auf Wunsch Buchpatenschaften. „Wer will, wird in dem von ihm gekauften Buch als Sponsor mit seinem Namen vermerkt“, erläutert Gabriele Huber das Prinzip.

Mithilfe des Wunschbaumes hofft die Büchereileiterin darauf, auch den bei den Besuchern sehr beliebten „Tipp des Monats“ beibehalten zu können. Hierbei handelt es sich um einen Tisch, auf dem verschiedene Bücher ausgestellt sind. Das Angebot wechselt monatlich. Der jeweilige Lektüre-Mix besteht in der Regel aus Neuerscheinungen und wird von Mitarbeitern der Bücherei zusammengestellt und von ihnen als lesenswert empfohlen.

„Über diese Auswahl freuen sich unsere Kunden immer wieder neu. Damit diese Aktion weiterlaufen kann, brauchen wir natürlich ebenfalls immer wieder Nachschub“, sagt Huber. Nicht zuletzt deshalb ist es ihr ein großes Anliegen, dass der Wunschbaum eine Erfolgsgeschichte wird.tt

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