Bad Aibling – Der erste Schultag war am gestrigen Dienstag ein besonders bewegender Moment für Maxi Schmidt (7) aus Bad Aibling, der bereits mehr als die Hälfte seines noch jungen Lebens gegen eine schwere Krebserkrankung ankämpft (wir berichteten). In einer kurzen Lederhose und mit einer sehr individuell gestalteten Schultüte im Arm – so stand er kurz vor 9 Uhr auf der Treppe der Luitpoldschule, in der das Kind künftig unterrichtet wird.
„Er ist wirklich sehr gut aufgenommen worden. Es war alles sehr schön. Maxi hat vor Freude über das ganze Gesicht gestrahlt“, berichtet seine Mutter Maria, die ihren ältesten Sohn zusammen mit ihrem Mann Florian und seinen beiden Geschwistern Moritz und Ludwig zur Schule begleitete.
Dort wurden die Abc-Schützen zunächst in der Turnhalle empfangen und mit einem Lied begrüßt, das die Dritt- und Viertklässler für sie sangen. Dann ging es ins Klassenzimmer, welches Maxi mit Maske betreten musste. „Sein Immunsystem ist noch schwach. Die Maske minimiert das Risiko, dass Maxi eine Krankheit aufschnappt“, berichtet Maria Schmidt.
Die Lehrerin habe seine Klassenkameraden sehr einfühlsam über dessen Krebserkrankung informiert und auf die Tatsache vorbereitet, dass sie den Siebenjährigen jetzt viele Monate nicht sehen werden, da er krankheitsbedingt mithilfe eines Avatars am Unterricht teilnimmt.
Die erste Hausaufgabe hat der Bub schon aufbekommen. Die frischgebackenen Abc-Schützen erhielten eine Schultüte aus Papier, die sie so bemalen sollen, dass sie ihrer eigenen möglichst ähnlich sieht.
Auf Maxis Schultüte prangt unter anderem „Esi“, eine Nachbildung seines Lieblings-Stofftieres, das ihn schon bei vielen Klinikaufenthalten begleitet und gute Dienste als Seelentröster geleistet hat.
Was den Inhalt der Schultüte betrifft, durfte sich der Bub unter anderem über Süßigkeiten und Malstifte freuen. Und über ein Dixie-Klo, das er sich eigens für die Ergänzung seiner Playmobil-Baustelle gewünscht hat, die er zu Hause aufgebaut hat. Norbert Kotter