Bad Aibling – Er war ein echtes Bad Aiblinger Urgestein, nicht nur wegen seines bekannten Milchladens an der Ecke Sedan-/Karolinenstraße. Ende August ist Ludwig „Wiggerl“ Donbeck im Alter von 80 Jahren gestorben. „Er ist friedlich eingeschlafen“, berichtet sein Sohn Christian Donbeck gegenüber dem OVB. Altersbedingt habe sich sein Vater in den vergangenen Monaten in einem schwachen Zustand befunden, sagt der 53-Jährige. Er hinterlässt neben Christian noch seine Tochter Marianne und fünf Enkelkinder.
Beliebter
Kaufmann
Als „unglaublich hilfsbereit und selbstlos“ beschreibt Christian Donbeck seinen Vater, der die Gesellschaft von Familie und Freunden immer sehr genossen habe. Seine Hilfsbereitschaft habe Donbeck stets als selbstverständlich angesehen. „Darüber wurde auch nie gesprochen“, erinnert sich Sohn Christian bewundernd.
Ende der 1960er-Jahre lernte der gebürtige Aiblinger Ludwig „Wiggerl“ Donbeck, geboren am 1. August 1945, seine spätere Ehefrau Gertraud kennen. Mit ihr bildete er 1970 das Prinzenpaar „von Milchhausen“ bei der Faschingsgilde Bad Aibling.
Grundsätzlich, so berichtet Sohn Christian, war Donbeck ein echter Vereinsmensch. So war er etwa in der Jugend ein „sehr guter Fußballer“ beim TuS Bad Aibling, spielte dort später in der ersten Mannschaft und war anschließend auch als Trainer aktiv. Ebenso war der Aiblinger ein begeisterter Skifahrer.
Den meisten Menschen bleibt Donbeck jedoch über die Stadtgrenzen hinaus als Inhaber des bekannten und beliebten Aiblinger Milchladens in Erinnerung. Diesen hatte er in dritter Generation von seinem Vater übernommen und ihn rund 45 Jahre geführt. Egal ob Milch, Molke, Käse oder Sahne – der Laden war ein echter Treffpunkt in der Kurstadt, in dem unter anderem auch die frischen Produkte direkt verkostet wurden. „Meine Eltern haben in der Zeit alle Aiblinger Feste mit Bewirtung begleitet“, erzählt Christian Donbeck und spricht etwa vom Aiblinger Volks-, Bürger- oder Parkfest.
So war der Einzelhandelskaufmann für Milch- und Molkereiprodukte stets beliebt in Bad Aibling. Wenn ältere Kunden etwa nicht mehr gut zu Fuß waren, belieferte Donbeck diese per Fahrrad mit Lebensmitteln. „Ich hab immer gefragt: ‚Wo fährst du jetzt schon wieder hin?‘, weil er das nie an die große Glocke gehängt hat“, erinnert sich sein Sohn. Und nachdem er sechs Tage in der Woche im Laden stand, „war es ihm danach trotzdem total wichtig, mich beispielsweise zum Fußball zu fahren“.
Spenden für die
Tafel statt Blumen
Neben der Zeit, die er Laden und Vereinen widmete, war Donbeck vor allem auch ein liebender Familienmensch. „Seine Enkelkinder hat er verwöhnt, er hat sie über alles geliebt“, sagt Christian Donbeck über seinen Vater. Ihm bleiben viele lustige Abende im Kreise der Verwandtschaft und der Freunde in Erinnerung.
Donbecks Frau Gertraud starb bereits im März 2022. Nun ist auch er gegangen und die Kurstadt verliert ein echtes Aiblinger Urgestein.
Am heutigen Mittwoch findet um 11.30 Uhr eine Trauerfeier am Städtischen Friedhof in Bad Aibling statt. Alternativ zu Blumen oder Kränzen bittet die Familie um Spenden an die Tafel Bad Aibling.