Götting – Im Rahmen des 300-jährigen Bestehens der Kirche St. Michael fand kürzlich der zweite Triduumsgottesdienst statt, zu dem mit Monsignore Walter Wenninger ein ganz besonderer Gast begrüßt werden konnte. Gemeinsam mit Pfarrer Augustin Butacu zelebrierte Wenninger den feierlichen Gottesdienst, der vom Kirchenchor festlich umrahmt wurde.
Bereits vor 25 Jahren hatte Monsignore Wenninger die Pfarrei Götting verlassen, nachdem er insgesamt 13 Jahre lang der Pfarrgemeinde Götting (18 Jahre Pfarrei Heufeld) vorgestanden hatte. In seiner anschließenden Station in München dachte er häufig an Götting zurück, in dem er auch viele langjährige Wegbegleiter und Freunde gewonnen hatte.
Erinnerungen und bekannte Gesichter
Umso mehr freute sich der Priester über die Rückkehr in seine „alte Heimat“. „Viele bekannte Gesichter zu sehen, weckt wunderschöne Erinnerungen“, bekannte Wenninger sichtlich bewegt. In seiner Predigt nahm Wenninger die aktuelle Entwicklung in der Kirche in den Blick und erinnerte sich an frühere Zeiten: Damals war noch jede Filialkirche mit einem eigenen, häufig emeritierten, Seelsorger betreut. Es sei ihm damals möglich gewesen, sich umfassend um die Gläubigen zu kümmern, persönliche Gespräche zu führen und Krankenbesuche abzustatten. „Ich hätte mir nie vorstellen können, dass heute zwei Pfarrverbände zusammengelegt werden“, äußerte Wenninger – nicht ohne das aktuelle Geschehen mit einem Augenzwinkern zu kommentieren: „Sogar die ständig wechselnde Wettervorhersage ist verlässlicher als die Veränderungen in der Kirche.“
Trotz aller Umbrüche rief der Monsignore auf, den Zusammenhalt in der Gemeinde zu bewahren und mutig nach vorne zu blicken: „Vertrauen wir darauf, dass uns die Geborgenheit in der Kirche auch durch Zeiten des Wandels nicht verloren geht“, appellierte er an die Gemeinde.
Er betonte die Bedeutung von Gemeinschaft und Wertschätzung für alle Christen, unabhängig davon, wie oft sie die Kirche besuchen: „Mit Achtung, Liebe und Rücksichtnahme wächst auch der Schatz der Erinnerungen in unserer Gemeinde.“ Pfarrer Augustin Butacu schloss sich den Worten seines Vorgängers an und dankte dem Gastprediger herzlich für seine bewegende Ansprache. Er hob hervor, wie sehr die ganze Kirche vom Engagement der vielen Ehrenamtlichen lebt. Jeder Wandel biete auch neue Chancen, Kirche lebendig und geborgen zu gestalten. Im Anschluss an den Gottesdienst wurde der neu gestaltete Kirchenführer vorgestellt, der ab sofort erhältlich ist.
Lebendige Gemeinschaft
Beim gemütlichen Beisammensein im Pfarrhof wurden alte Geschichten und so manche Anekdote ausgetauscht. Für die musikalische Begleitung sorgte die „Goldbach-Musi“.
Mit diesem gelungenen Festakt bleibt das Jubiläum der Göttinger Kirche als Zeichen für Zusammenhalt und lebendige Gemeinschaft in Erinnerung.