Bad Aibling – „Natürlich ist es für uns als Veranstalter sehr frustrierend, wenn nach einem Jahr Vorbereitung ein Festival durch unvorhersehbares Wetter beeinträchtigt oder abgebrochen werden muss“, sagt Veranstalter Patrick Gallenmüller, der 2009 gemeinsam mit seinem Vater Horst das Echelon ins Leben gerufen hatte. Das elektronische Musik-Event, das jährlich in Bad Aibling stattfindet, musste aufgrund eines Unwetters in der Nacht auf Samstag, 16. August, vorzeitig beendet werden, was in den vergangenen 17 Jahren zuvor nie passiert war.
Um transparente Umsetzung bemüht
Im Nachgang stellte sich deshalb auch die Frage, was nun mit den verfallenen Echelon-Tickets der Festival-Besucher geschieht. Nun, wenige Wochen später, herrscht Klarheit für alle Beteiligten.
Rein rechtlich hatte zuletzt eine Mitarbeiterin der Verbraucherzentrale Bayern auf OVB-Anfrage deutlich gemacht, dass den Besuchern bei Abbruch ein teilweiser Erstattungsanspruch des Ticketpreises zustehe. Dies gelte nach Einschätzungen der Experten „grundsätzlich auch bei Unwetter“. Veranstalter Patrick Gallenmüller hatte hierzu kürzlich betont, dass man sich um eine faire und technisch praktikable Lösung für die Gäste bemühe. Wie versprochen, wurden die Ticketinhaber nun über ihre Möglichkeiten informiert.
In einem kürzlich veröffentlichten Social-Media-Video erklärt Gallenmüller, dass man zusammen mit dem Ticketanbieter in den vergangenen Wochen alles in die Wege geleitet habe. Das bedeutet nun etwa für die Käufer eines Samstag-Tickets, dass man entweder den vollen Preis zurückerstattet bekommt oder seinen verfallenen Eintritt für ein neues Ticket für 2026 einlöst.
Freitag-Tickets können zu 25 Prozent des Preises rückerstattet werden, Inhaber eines „Full Weekend Tickets“ können sich zwischen der 70-prozentigen Preisrückerstattung oder einem neuen vollständigen „Full Weekend Ticket“ für 2026 (Termin ist am 14. und 15. August) entscheiden.
Bei Camping- oder Caravan-Tickets erhalten Besucher ebenfalls 100 Prozent des Preises zurück oder tauschen es für ein neues im kommenden Jahr. Im Rahmen des erlebten Szenarios bezeichnet der Veranstalter die Lösungen insgesamt als „superfair“. Er würde sich freuen, wenn möglichst viele Menschen die Umtausch-Angebote für das Jahr 2026 in Erwägung ziehen. Gegenüber den OVB-Heimatzeitungen gibt Gallenmüller nun zudem noch einmal Einblicke in die Überlegungen seit dem vorzeitigen und unfreiwilligen Echelon-Ende 2025.
„Die Situation war durch den Abbruch kurzfristig sehr komplex“, sagt er. Dem Team sei es dann wichtig gewesen, eine Lösung zu finden, „die für die Besucher transparent, fair und schnell umsetzbar ist“. Mit der jetzigen Kombination aus Rückerstattungsmöglichkeit und Umtausch auf 2026 sei man sehr zufrieden, weil sie beiden Seiten gerecht werde.
Auch weil das Festival seit vielen Jahren besteht, wollten die Veranstalter den Besuchern eine gute Abwicklung anbieten, da zufriedene Gäste höchste Priorität hätten. Schließlich waren in diesem Jahr alle Ticketinhaber betroffen, weil das Festival bereits am Freitag vorzeitig unterbrochen werden musste.
Klar ist aber auch, dass der wetterbedingte Abbruch auch an den Verantwortlichen nicht spurlos vorbeiging. „Am Ende arbeiten hier ja auch hunderte Menschen auf das Festival hin und tausende Gäste freuen sich auf den Tag“, betont Gallenmüller. Gleichzeitig wisse man, dass genau in solchen Momenten Professionalität gefragt sei. „Die Resonanz und Unterstützung der Community und auch aller Beteiligten geben uns viel Power, um schon jetzt wieder mit voller Energie an Echelon 2026 zu arbeiten.“ Laut Gallenmüller sei man demzufolge wie immer „top motiviert“.