Kampfjets über Tuntenhausen

von Redaktion

Bundeswehr bestätigt Übungsflüge – Nicht nur Pferde aufgeschreckt

Tuntenhausen/Ostermünchen – Ein lautes Dröhnen am Himmel, aufgeschreckte Pferde und verunsicherte Bürger: Am vergangenen Mittwochvormittag meldeten sich zahlreiche Leser bei unserer Zeitung, die von auffälligen Flugbewegungen über der Region Tuntenhausen und Ostermünchen berichteten. Mehrere Kampfflugzeuge seien in niedriger Höhe über die Dächer geflogen, teilweise im Minutentakt.

Ein Leser schilderte die Situation: „Hallo, ich bin Tiefflieger in unserer Gegend gewohnt. Aber gerade vor etwa 15 Minuten ist bestimmt über ein dutzend Mal tief geflogen worden. Unsere Pferde galoppierten davon – sie hatten richtig Angst. Ist das noch ein Manöver oder schon Krieg?“

Bis zu 150 Meter über dem Boden erlaubt

Ein der Redaktion zugesandtes Video zeigt ein Militärflugzeug, das deutlich sichtbar über Tuntenhausen hinwegdonnert.

Auf Anfrage von den OVB-Heimatzeitungen beim Luftfahrtamt der Bundeswehr kam nun die offizielle Antwort. Demnach handelte es sich um planmäßige Übungsflüge, die über dem Landkreis Rosenheim durchgeführt wurden. Insgesamt vier Luftfahrzeuge waren laut Radaraufzeichnungen im Raum Tuntenhausen/Ostermünchen unterwegs. Um 9.42 Uhr und 10.25 Uhr überflog eine CH53-Transportmaschine aus Laupheim die Region – darunter auch Bad Aibling und Rosenheim – in einer Flughöhe von etwa 1388 Fuß (rund 423 Meter). Zweck der Mission war demnach ein Personentransport im sogenannten Hubschrauberflugkoordinierungsgebiet Alpen (HFCA).

Ein Sprecher des Luftfahrtamts erklärte gegenüber unserer Zeitung, dass solche Manöver in speziellen Koordinierungsgebieten mit Hubschraubern „auch unterhalb von 100 Fuß, also etwa 30 Meter über Grund“ stattfinden dürfen – je nach Ausbildungsauftrag.

Zudem seien mehrere Eurofighter im Einsatz gewesen. Ein Jet aus Ingolstadt/ Manching habe gegen 10.35 Uhr auf 1776 Fuß (540 Meter) Höhe und 377 Knoten Geschwindigkeit über Ostermünchen hinweg Anflüge auf den Militärflugplatz Lechfeld geübt. Zwei weitere Eurofighter aus Neuburg an der Donau seien zwischen 10.20 und 10.48 Uhr mehrfach über das Gebiet geflogen – in Höhen von 2061 bis 5354 Fuß, also etwa 628 bis 1632 Meter, bei Geschwindigkeiten bis zu 490 Knoten (rund 900 km/h).

Der Bundeswehr-Sprecher betonte, dass militärischer Flugbetrieb grundsätzlich überall in Deutschland zulässig sei. Ziel sei es, Flugbewegungen „möglichst gleichmäßig über den gesamten Luftraum der Bundesrepublik zu verteilen“. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestflughöhe für Kampfflugzeuge liegt bei 500 Fuß (rund 150 Meter) – außer über Städten mit mehr als 100000 Einwohnern, dort gilt eine Grenze von 2000 Fuß (rund 610 Meter).

„Natürlich versuchen die Piloten, bewohnte Gebiete möglichst zu meiden“, heißt es weiter. Allerdings setze die dichte Besiedelung Deutschlands diesem Anspruch in der Praxis enge Grenzen.

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