Ostermünchen – Der Spätsommer legte sich noch einmal so richtig ins Zeug und lieferte am vergangenen Wochenende herrliches Wetter. Entsprechend hoch war der Besucherandrang beim Tag der offenen Tür im Ostermünchner Tierheim. Von weit her kamen die Tierfreunde teilweise.
Die Besucher konnten sich an verschiedenen Ständen informieren und die Tierhäuser besichtigen. Zahlreiche Mitarbeiter beantworteten die vielen Fragen zu den dort stationierten Schützlingen. Zudem wurden die im Hundehaus untergebrachten Fellnasen auf der Arbeitswiese vorgestellt, was immer besonderen Anklang bei den Besuchern findet.
Aus zwei Einzelgängern werden 100 Katzen
Eine oft gestellte Frage im Katzenhaus war, woher denn all die vielen Katzenwelpen kommen, die hier untergebracht sind. „Derzeit beheimatet das Tierheim Ostermünchen neben den vielen erwachsenen Katzen auch über 50 Katzenbabys und zusätzlich noch zahlreiche weitere auf Pflegeplätzen“, sagte Josefa Estner.
Dies könnte allerdings verhindert werden, würde die seit vielen Jahren von den Tierschützern geforderte Katzenschutzverordnung endlich auch im Landkreis Rosenheim umgesetzt werden. „Ein vermeidbares Szenario“, so die Tierschützer. Estner nannte auch gleich ein solches negatives Beispiel: Mitte des Jahres bekam das Tierheim einen Notruf einer Privatperson. Vor ihrem Grundstück waren vor rund zwei Jahren zwei Katzen zugelaufen. Sie hatte die Tiere zwar gefüttert, weil sie stark ausgehungert waren, aber weiter wurde nichts unternommen, weil sie auch nicht gekennzeichnet waren. Die Tiere haben sich nun, ihrer Natur entsprechend, vermehrt. Jetzt würden es daher zu viele werden – und die Finder baten deshalb dringend um Hilfe.
Es ist für Menschen, die sich mit dieser Problematik nicht beschäftigen, sicher erstaunlich, dass in kaum zwei Jahren aus zwei Einzelgängern zwischenzeitlich 100 Katzen wurden. Ein Großteil davon Katzenwelpen. Mit der Katzenschutzverordnung würden solche Probleme erst gar nicht entstehen. Viele Tiere, die entlaufen und nicht gekennzeichnet sind, können ihrem Besitzer dann leider nicht mehr zugeordnet werden.
Ausreißer nach 13 Wochen gefunden
Ein positives Beispiel nannte aber Klaus Estner: Vorbildlich verhalten haben sich Katzenbesitzer, die ihren Kater kastrieren, chippen und registrieren ließen. Ein solcher war aus seinem Heimatort Raubling verschwunden. Ganze 13 Wochen später wurde er von Tierfreunden in das Tierheim Ostermünchen gebracht. Er wurde in Bad Aibling/Willing gefunden.
„Da er registriert war, konnten die Besitzer sofort verständigt werden, die überglücklich waren“, so Klaus Estner. Das freut Tierschützer und Menschen und man wünscht sich mehr solcher verantwortungsbewusster Tierbesitzer.