Mangfalltal – Naturwaldreservate sind Wälder, die sich in einem weitgehend naturnahen Zustand befinden. Dort, wo die Mangfall nach ihrem Weg nach Norden wieder zurück in den Süden abdreht, liegt unterhalt einer alten Keltenschanze beim Örtchen Grub das sogenannte Mangfallknie. Dem rund 13 Hektar großen Waldgebiet wurde jetzt der Schutzstatus Naturwaldreservat verliehen. Damit steht der Wald ab sofort unter strengem Schutz. Die alten Buchenwälder mit ihren einzigartigen Kalkstuffquellen entwickeln sich künftig ganz ohne menschliche Eingriffe. Und so ist dieses Waldgebiet ein echtes Juwel der Biodiversität, das sich nun zum Urwald von morgen entwickeln wird.
Impuls kommt aus
Münchner Stadtrat
Die Bedeutung der Erhebung zum Naturwaldreservat zeigte sich auch an den Gästen: Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus Michaela Kaniber und Münchens Bürgermeisterin Verena Dietl weilten der Zeremonie bei.
In Anwesenheit von Landtagspräsidentin Ilse Aigner und dem Miesbacher Landrat Olaf von Löwis und dem Weyarner Bürgermeister Leonhard Wöhr betonte Bürgermeisterin Dietl: „Mit diesem Schritt übernimmt unsere Stadt Verantwortung, die weit über das Stadtgebiet hinausreicht, und zeigt, dass eine moderne Großstadt nicht nur für Verkehr, Wohnen und Wirtschaft, sondern ebenso für Natur, Artenvielfalt und künftige Generationen Verantwortung trägt. Das Naturwaldreservat Mangfallknie ist mit seinen 13,4 Hektar viel mehr als nur Fläche Wald. Es ist Lebensraum und Rückzugsgebiet für seltene und geschützte Arten. Es ist ein Ort, der künftig ganz der natürlichen Entwicklung überlassen bleibt – ohne Holzwirtschaft, ohne menschliche Eingriffe. Die Natur übernimmt die Regie.“
Staatsministerin Michaela Kaniber betonte: „Das Mangfallknie beherbergt einen wahren Schatz an Biotopen.“ Von flachgründigen Orchideen-Buchenwälder und Kalktuffquellen bis hin zu Weißrückenspechte und Feuersalamander. Zudem sei das Gebiet auch kostbar für die Wasserversorgung, denn 80 Prozent des Trinkwassers der Landeshauptstadt München stamme aus dem Mangfalltal.
Der Impuls, ein Naturwaldreservat hier auszuweisen, kam aus dem Stadtrat von München betonte Kaniber und dankte dabei allen Beteiligten, von München bis zu den örtlichen Gemeinden. „Mit der Ausweisung als Naturwaldreservat stellen wir jetzt diesen Wald am Mangfallknie unter die höchste Schutzkategorie des bayerischen Waldgesetzes“, erklärte die Ministerin. „Wir packen die Perle Mangfallknie in eine besonders sichere Schmuckschatulle.“
Am Ende ihrer Worte blickte die Staatsministerin noch auf den bayerischen Weg, wo Waldbewirtschaftung und Naturschutz Hand in Hand gehen würden. „Wir haben mit den Naturwaldreservaten ein flächendeckendes Netz an Wäldern unter Schutz gestellt“, betonte Kaniber. Über diese Naturwaldfläche entwickeln sich rund 83000 Hektar wilde Waldnatur zu den neuen Urwäldern von morgen.
Das sah auch Ilse Aigner so: „Wir haben hier ein echtes Kleinod, einen Wald als einen Schatz.“ Und diesen Schatz müsse man auch den Kindern näherbringen, forderte die Ministerin.ws