75 Jahre Kunstverein in Bad Aibling

von Redaktion

Jubiläumsfeier und Vernissage feiern kreative Vielfalt und lange Geschichte

Bad Aibling – Der vielschichtige Abend – Jubiläumsfeier und Vernissage der Mitgliederausstellung – wurde von Martina Thalmayr eröffnet, die seit 2016 Vorsitzende des Aiblinger Kunstvereins ist. Mit großem Engagement und Dankesworten startete sie in das Programm.

Sie erläuterte die Geschichte des Kunstvereins, dessen ursprüngliches Ziel es war, die weitgehend darniederliegende Kunstwelt zu unterstützen. Gründungsväter waren Leo von Welden, Willi Kreutzer, Heinrich Aigner und Professor Sepp Hilz.

1950 stand den Menschen der Sinn noch nicht nach Anschaffung von Kunstwerken, dazu war man zu stark mit dem Wiederbeschaffen der notwendigsten alltäglichen Dinge beschäftigt. Der Verein bewirkte, dass die Kunst wieder mehr in den Fokus der Aiblinger und bald auch der Nachbargemeinden rückte.

Mit Udo Lindenberg
und Otto Waalkes

Seitdem hat der Kunstverein ohne Unterbrechung bestanden. Zwar gab es neben „guten“ Zeiten auch Abschnitte, in denen der Verein nicht so große Beachtung bei der Bevölkerung fand und die Mitgliederzahlen zurückgingen, aber es gelang den jeweiligen Vorsitzenden immer, den Kurs wieder zu korrigieren.

Seit 2003 ist der KV im großen Raum des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses untergebracht. „Und so blicken wir heute auf eine Vielzahl von Ausstellungen zurück, auf Präsentationen, die auf Bewerbungen beruhen oder auf Kontakten zu prominenten Künstlern, die wir für eine Ausstellung in unserem KV gewinnen konnten.“ Zum Beispiel die Ausstellungen von Udo Lindenberg, Otto Waalkes oder Janosch, alle drei Riesenerfolge.

2011 gab es die spektakuläre Präsentation „Vor-Abriss-Rathaus“, die das alte Rathaus vorübergehend in einen Kunsttempel verwandelte, den 8000 Interessierte besuchten. „Die nichtjurierte Mitgliederausstellung haben wir vor vielen Jahren eingeführt und halten seitdem an ihr fest. Sie soll unseren Mitgliedern die Möglichkeit geben, sich ohne Scheu in der Öffentlichkeit gestalterisch auszuprobieren“, führte die Vorsitzende aus. „So auch am heutigen Abend wieder, und die Besucher sind gebeten, eine Stimme für ein Kunstwerk abzugeben und den Zettel in die bereitstehende Urne zu werfen.“ Für die Stadt Bad Aibling sprach die Zweite Bürgermeisterin Kirsten Hieble-Fritz. „Ein Dreivierteljahrhundert, in dem Kunst, Kultur und Gemeinschaft in unserer Stadt auf besondere Weise gelebt wurden“, betonte sie. Sie benutze gerne den Vergleich zu Kronjuwelen, da diese etwas besonders Kostbares symbolisieren. „Sie sind einzigartig und von unschätzbar bleibendem Wert.“ Und so stufe sie auch die Kunst ein, die dem Vergänglichen Dauer gebe, die sichtbar macht, was Menschen bewegt hat und dies in unsere Gegenwart trägt.

Die Bürgermeisterin dankte dem Kunstverein, dass er über Jahrzehnte hinweg Räume geöffnet habe für Kreativität, für Diskussion, für Begegnung. „Bad Aibling ist reich – reich an Kultur, reich an Menschen, die sich dafür einsetzen“, schloss sie ihre Rede.

Auch Landrat Otto Lederer hatte die Einladung gerne angenommen, Grußworte zum Jubiläum zu sprechen. Lederer wies ebenfalls auf die Anfänge des Kunstvereins hin, zu dessen Gründung der Maler Sepp Hilz aufgerufen hatte. Lederer zitierte Hilz aus alten Quellen: „…hat der Maler Sepp Hilz nachdenckt, wie man denen Künstlern helfen kunnt und da hat er festgestellet, dass ein Kunstverein entstehen muesst mit viel Mitgliedern. Mit den Jahresbeitraegen kunnt man eyn oder mehrere Bilder ankaufen, dann waere den Malern geholfen“. Und so wurde, führte der Landrat weiter aus, der Kunstverein „zum Ort der Hoffnung und des Trostes, an dem Menschen zusammenkamen, um sich für die Kunst zu begeistern und zu inspirieren. Und mit dieser Art von Kunstförderung begann eine Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält.“

Genuss für
alle Sinnesorgane

Mit diesen Gedanken schloss Lederer seine Rede und wünschte dem KV, dass immer jemand bereit sei, sich ehrenamtlich zur Verfügung zu stellen. Der Wechsel von der Galerie ins anschließende Festzelt war vollzogen, aber die Galerie blieb für Ausstellungsbesucher den ganzen Abend über geöffnet.

Das Interesse an der Ausstellung war groß, 48 Künstler hatten Werke zu dem Thema „Was war – was wird“ eingereicht. Wieder gab es Bilder und Skulpturen in allen Farben und Techniken zu sehen. Kleine Texte neben jedem Bild erläuterten die Gedanken des jeweiligen Künstlers. Im Zelt direkt daneben spielte die Band „Blue Café“ zu schwungvoller Unterhaltung auf. Es war Genuss pur für alle Sinnesorgane.

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