Kolbermoor/Feldkirchen-Westerham – Manch einer denkt noch gar nicht daran, andere freuen sich das ganze Jahr darauf: Mit dem Herbstanfang rückt das Weihnachtsfest wieder näher. Seit dem 24. September sind es nur noch drei Monate bis Heiligabend. Das macht sich auch in den Supermärkten im Mangfalltal bemerkbar. Denn in vielen Lebensmittelgeschäften gibt es schon palettenweise Weihnachtssüßigkeiten wie Lebkuchen und Spekulatius zu kaufen.
Nachfrage steigt
im September
So etwa beim Rewe in Kolbermoor an der alten Spinnerei. Klassische Schokoladen-, aber auch Oblaten-Lebkuchen stapeln sich vor den Kassen, genauso wie Zimtsterne und Gewürzspekulatius. „Wir haben schon länger Weihnachtsartikel hier“, erzählt eine Mitarbeiterin. Genauer gesagt seit dem Beginn des Rosenheimer Herbstfests. Doch obwohl das recht früh ist, werden die Sachen ihr zufolge schon gut gekauft. „Die ersten Lebkuchen schmecken aber auch am besten“, weiß die Mitarbeiterin.
Gleiches bei Aldi Süd in Bruckmühl und Feldkirchen-Westerham. Der Bereich mit Weihnachtssachen wie Lebkuchen, Kipferl und Christstollen lockt schon Mitte September immer wieder Kunden an, die mit ihren Einkaufswägen im Vorbeifahren innehalten und überlegen, ob sie nicht schon mal zugreifen sollen. Das bestätigt auch Julia Leipe, die bei Aldi Süd für die Kommunikation zuständig ist, auf Anfrage des Mangfall Boten. „Die Erfahrung zeigt, dass die Nachfrage der Kundinnen und Kunden nach typischen Weihnachtsartikeln wie Lebkuchen im September wächst, sodass Aldi Süd ab Mitte September mit dem Verkauf in allen Filialen begonnen hat“, so Leipe.
Bei Edeka Maruhn in Feldkirchen-Westerham, fand man am vergangenen Montag allerdings nur Herbst-Artikel. Kürbisse, orangefarbene Wichtel und sogar Hundespielzeug in der Halloween-Edition gibt es hier aktuell. „Wir haben vergangene Woche noch Jubiläum gefeiert“, erzählt ein Mitarbeiter. Deshalb sei man bisher nicht dazu gekommen, die Weihnachtssachen aufzubauen. „Diese Woche ist es aber so weit.“ Der Mitarbeiter weiß, dass sich einige Kunden erst einmal fragen werden, warum es jetzt schon Lebkuchen und Co. zu kaufen gibt. „Viele greifen aber dennoch schon zu“, sagt er.
Lebkuchen
als Herbstgebäck
Dass sich die klassischen Lebkuchenprodukte schon früh großer Beliebtheit erfreuen, weiß auch Marco Schreiner vom Edeka Prechtl. „In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass der Lebkuchen zunehmend als Herbstgebäck wahrgenommen wird – nicht mehr ausschließlich als Winter- oder Weihnachtsprodukt“, sagt er. Viele Kunden würden schon im September und Oktober zuschlagen.
In den Prechtl-Märkten in Bad Aibling und Bad Feilnbach startete man deshalb in der zweiten Herbstfestwoche mit dem Verkauf der ersten weihnachtlichen Produkte wie Lebkuchen und Schokoladennikoläusen. „Die festlicheren Artikel wie unsere Nikoläuse mit Mitra und Bischofsmütze, Adventskalender oder spezielle Geschenkverpackungen folgen meist rund um Allerheiligen“, erklärt Schreiner.
Dass dafür diese Zeitpunkte gewählt werden, hat ebenfalls seine Gründe. „Die Auslieferung der Saisonware erfolgt in der Regel direkt durch die Industrie“, so Schreiner, also durch die Hersteller der Produkte. Diese Artikel nehme man nicht auf Lager, sondern stelle sie unmittelbar nach der Lieferung auf die Verkaufsfläche. Das hat mehrere Gründe. „Die Industrie möchte frühzeitig die Nachfrage abschätzen, um eine Überproduktion zu vermeiden“, erklärt Schreiner. Die rechtzeitige Auslieferung gewährleiste außerdem die Versorgung der Märkte. „Und die Artikel sind saisonal begrenzt verfügbar und werden oft nur einmalig geliefert.“
Auch wenn viele Kunden bereits im September und Oktober zugreifen, steige die Nachfrage meist ab Mitte November noch einmal deutlich an. „Den stärksten Absatz verzeichnen wir rund um die Nikolaustage sowie etwa zwei Wochen vor Weihnachten“, erklärt Schreiner. In dieser Zeit sei auch die Nachfrage nach festlichen und Geschenkartikeln besonders hoch.
In den Supermärkten im Mangfalltal herrscht also so langsam schon Weihnachtsstimmung, obwohl es bis Heiligabend noch drei Monate dauert. Wer sich seinen Vorrat für die „stade Zeit“ jetzt schon holen will, kann das in fast allen Märkten in der Region tun. Und entgeht somit dem Ansturm, der in einigen Wochen sicherlich folgen wird.